SDDC macht das Rechenzentrum programmierbar

Verschiedene Software-defined Networking Ansätze

von - 25.06.2015
Eine besondere Herausforderung im Zusammenhang mit SDN besteht darin, dass es mehrere konkurrierende Ansätze gibt. Die Open Networking Foundation (ONF) hat beispielsweise einen SDN-Controller auf Grundlage des OpenFlow-Protokolls entwickelt. Mittlerweile sind diverse Controller und Netzwerk-Switches auf dem Markt verfügbar, die dieses Modell unterstützen.
Ashish Nadkarni, Research Director Storage Systems IDC
Ashish Nadkarni, Research Director Storage Systems IDC: „Anwender können leicht zu dem Schluss kommen, dass ein Software-defined Data Center ein komplexes Durcheinander ist.“
Alternativ dazu gibt es das OpenDaylight Consortium. Mit maßgeblicher Unterstützung von Cisco hat es ein SDN-Framework entwickelt, das mehrere SDN-Protokolle und Netzwerksysteme unterstützt, etwa OpenFlow-Switches, Open-vSwitches sowie weitere virtualisierte und physische Switches und Router. Zudem lassen sich über eine Northbound-API Cloud-Management-Programme wie OpenStack anbinden. Dies ist auch für SDDC wichtig, speziell für Rechenzentren von Cloud-Service-Providern. Denn mit OpenStack lassen sich private, hybride oder öffentliche (public) Cloud-Infrastrukturen aufbauen und verwalten.
Damit nicht genug: Mit OpFlex hat Cisco ein eigenes Protokoll für SDN vorgestellt. Es kommt unter anderem in Ciscos hauseigener ACI-Plattform (Application Centric Infrastructure) zum Einsatz. Cisco positioniert ACI dabei als SDDC-Lösung: „Ansätze wie ACI verknüpfen physikalische und virtualisierte Server-Infrastrukturen unterschiedlicher Hersteller und sind durch die Nutzung von offenen Standards zu anderen Automatisierungs- und Orchestrierungslösungen kompatibel, also cloudfähig. Darüber hinaus erlaubt das eine einfache und schnelle Integration von Firewall und Load Balancer“, so Ulrich Hamm von Cisco.

Ressourcen-Verwaltung

8 Milliarden Euro wurden 2013 in deutsche Rechenzentren investiert.
In einer komplexen, hoch dynamischen IT-Umgebung wie einem SDDC spielt das Management der Server-, Storage- und Netzwerkressourcen eine zentrale Rolle. Eine Managementsoftware muss deshalb in der Lage sein, Workloads nach Bedarf bereitzustellen, inklusive Hardware-Ressourcen und IT-Sicherheitsfunktionen wie Firewalls. Dies darf jedoch nicht dazu führen, dass virtualisierte Netzwerk-Switches, Host-Bus-Adapter und Storage-Netzwerke überlastet werden.
Nach Angaben von Bernd Harzog, Chef der amerikanischen Marketing-Consulting-Firma APM Experts, muss eine Managementlösung für ein SDDC deshalb die Funktion Auto Discovery unterstützen. Das heißt, sie muss Veränderungen automatisch erfassen, da ständig neue Workloads aufgesetzt werden oder zwischen Hosts hin und her wandern. Und das ist nur möglich, wenn ein Monitoring der Rechenzentrumsumgebung erfolgt – in Echtzeit und auf eine feinkörnigere Weise als in einem herkömmlichen Datacenter.
Ein SDDC ist viel zu komplex, als dass Administratoren manuelle Workloads im Minutentakt konfigurieren könnten. Die Managementplattform muss also nicht nur Virtual Ma­chines, sondern ganze Anwendungsumgebungen quasi auf Knopfdruck bereitstellen können.
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