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Waren fürs Handwerk - auch nach Ladenschluss

24-Stunden-Shops

von - 15.01.2020
Türe öffnen mit Smartphone Code
QR-Code: Mit einer App identifiziert sich der Einkäufer im 24-Stunden-Shop von Würth.
(Quelle: Würth-Gruppe)
Nicht nur ins digitale Geschäft investiert Würth, sondern auch in stationäre Filialen. Im April 2018 hat das Unternehmen in Vöhringen südlich von Ulm den ersten 24-Stunden-Shop nach dem Vorbild von Amazon Go, dem Supermarkt ohne Kassen, eröffnet. Handwerker können sich dort rund um die Uhr mit den gängigsten Verbrauchsmaterialien eindecken.
„Das Kundenverhalten hat sich verändert“, berichtet Matthias Glaser, Leiter Niederlassungsexpansion bei Würth. Die Kunden würden immer mobiler und so komme es durchaus vor, dass Betriebe mit Stammsitz in Dresden etwa Projekte in München übernähmen. „Diese Kunden sind von früh bis spät unterwegs. Wenn auf der Baustelle die Türbänder ausgehen, müssen sie ihren Bedarf sofort decken können“, so Glaser. Mit den 24-Stunden-Shops wollte Würth die Öffnungszeiten der Ladengeschäfte verlängern und auch am Samstag eine Einkaufsmöglichkeit bieten - ohne in zusätzliches Personal investieren zu müssen.
Die Vöhringer Filiale ist von Montag bis Freitag ab 7 Uhr geöffnet, dann ist auch Verkaufspersonal vor Ort. Ladenschluss ist um 17 Uhr, am Freitag bereits um 16 Uhr. Lediglich am Sonntag bleibt der Laden geschlossen. Etwa 10 Prozent der Kunden suchen die Würth24-Läden ­außerhalb der regulären Öffnungszeiten auf. Die meisten von ihnen kommen zwischen 16.30 und 22 Uhr, aber „es hat auch schon einmal ein Kunde nachts um halb drei Uhr Dübel gekauft“, erzählt Glaser.
Matthias Glaser
Matthias Glaser
Leiter Niederlassungs­expansion bei der Würth-Gruppe
www.wuerth.de
Foto: Würth-Gruppe
„Würth24 ist unsere ­Antwort auf das Thema Digitalisierung im ­stationären Handel.“
Außerhalb der regulären Öffnungszeiten sowie am Samstag erfolgt der Zugang in das Geschäft über einen QR-Code, der mit Hilfe der mobilen App auf dem Smartphone generiert wird.
Der Kaufprozess in den 24-Stunden-Shops von Würth ähnelt dem Einkauf in einem normalen Supermarkt: Hat der Handwerker alles, was er braucht, legt er seinen Einkauf auf ein Förderband. An dessen Ende befindet sich ein Tunnel-Scanner, der alle Produkte automatisch erfasst und regis­triert. Am Förderband gibt sich der ­Kunde noch einmal mittels Smartphone zu ­erkennen, damit ihm die gekauften Produkte zugeordnet werden können. Ein Monitor zeigt an, welche ­Artikel eingescannt wurden. Zum Schluss wird der zugehörige Lieferschein aus­gedruckt, danach öffnen sich die Türen wieder. Die Rechnung für die Artikel geht später per Post an den Betrieb. Alle Artikel sind mit einer Warensicherung versehen, die erst durch den Scan-Tunnel deaktiviert wird. Nimmt ein Einkäufer ein Produkt mit, ohne es vorher ­gescannt zu haben, wird Alarm ausgelöst.
Würth will sein Netz an 24-Stunden-Shops zügig ausweiten. Die 24-Stunden-Shops generieren zusätzlichen Umsatz und „werden einer unserer Wachstumstreiber sein“, ist sich Glaser sicher. Dass die erste Filiale mit 24-Stunden-Betrieb nicht in einer Metropole, sondern stattdessen in der Kleinstadt Vöhringen eröffnet wurde, war kein Zufall. „Offen gesagt wollten wir den 24-Stunden-Shop in Ruhe auspro­bieren“, erzählt Matthias Glaser. Für Vöhringen sprach die Nähe zur Konzernzentrale in Künzelsau - und die relativ abgeschiedene Lage.
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