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Diebe stoppen

Telekom gegen Sperrung geklauter Smartphones

von - 12.06.2014
Bremens Innensenator Ulrich Mäurer will gestohlene Smartphones und Tablets für die Nutzung in Mobilfunknetzen sperren. Die Deutsche Telekom ist allerdings dagegen.
Foto: Shutterstock - Creativa
Bremens Innensenator Ulrich Mäurer will gestohlene Smartphones und Tablets für die Nutzung in Mobilfunknetzen sperren. Die Deutsche Telekom ist allerdings dagegen.
Wenn das Smartphone oder der Tablet-PC unfreiwillig den Besitzer wechselt, dann ist das mehr als ärgerlich: Es ist nicht nur das mobile Gerät weg, der Langfinger hat darauf auch noch Zugriff auf persönliche Daten. Im schlimmsten Fall hat man von den Daten keine Sicherungskopie. Da wäre es doch wenigsten schön, wenn man weiß, dass der Dieb mit dem Gerät nicht telefonieren kann oder ins Internet kommt – selbst dann nicht, wenn die gesperrte SIM-Karte gegen eine andere Karte getauscht wird.
Eine Blockierung des Geräts lässt sich über eine Sperrung der IMEI-Nummer erreichen: Die IMEI-Nummer (International Mobile Equipment Identifier) ist eine Art Seriennummer von Geräten für das Mobilfunknetz. Die Mobilfunkanbieter müssten „sich verpflichten, diese bei Diebstahl für ihre Netze zu sperren. Dann können die Diebe mit ihrer Beute nichts mehr anfangen“, so Bremens Innensenator Ulrich Mäurer gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ). Die Idee soll auf der derzeit stattfindenden Innenministerkonferenz behandelt werden.
Doch die Deutsche Telekom, mit ihrer Tochter T-Mobile einer der vier großen Mobilfunkanbieter in Deutschland, ist dagegen: So komme es laut der Telekom vor, dass Endgeräte die gleiche IMEI-Nummer haben. Die Folge: Eine Sperrung würde unter Umständen den falschen Kunden treffen. Zudem lässt sich laut Telekom die IMEI-Nummer eines Geräts durch Kriminelle manipulieren und eine Sperrung in Deutschland würde ohnehin nicht im Ausland gelten: „Die gestohlene Ware könnte also dahin geschafft werden, um die Sperrung zu umgehen“, so Telekom-Sprecher Philipp Blank gegenüber der NOZ.
Die Deutsche Telekom bevorzugt hingegen das Smartphone Anti-Theft Voluntary Commitment. Das System, auf das sich die großen Smartphone-Hersteller wie Apple und Samsung geeinigt haben, soll Mitte 2015 umgesetzt werden und eine Sperrfunktion über eine PIN integrieren. Damit lässt sich ein gesperrtes Gerät nicht einfach durch Softwaremanipulationen reaktivieren.
Der Haken dabei: Das System ist vorerst nur in den USA geplant. Dabei wäre es auch für Deutschland dringend notwendig: Derzeit sind hierzulande laut der NOZ 1,6 Millionen Mobilgeräte als gestohlen gemeldet. Ob, wann und welche Art der Gerätesperrung also in Deutschland kommt, ist noch völlig unklar.
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