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Windows 7 auf SSD installieren

Windows 7 auf SSD umziehen

von - 26.07.2011
Wenn Sie Ihre aktuelle Windows-Installation behalten möchten, können Sie auch das gesamte Windows samt Anwendungen auf ein Solid State Drive kopieren. Diese Lösung hat den Vorteil, dass Sie das System danach nicht neu konfigurieren und Ihre Anwendungen nicht neu installieren müssen.
Ein Umzug hat aber auch Nachteile: Sie müssen Windows 7 danach erst einmal beibringen, dass es auf einem Solid State Drive läuft. Ein weiteres Problem: SSDs haben oft eine geringe Speicherkapazität — herkömmliche Festplatten ein Vielfaches davon. Die Windows-Partition, die Sie kopieren wollen, darf nicht größer sein als die SSD.

SSD als Zweitplatte nutzen

Bauen Sie das Solid State Drive parallel zur herkömmlichen Festplatte in den Rechner ein. Schließen Sie dabei die SSD an ein freies SATA-Kabel und an die Stromversorgung an.
Starten Sie den Rechner neu und wechseln Sie ins BIOS. Drücken Sie dazu beim Booten die entsprechende Taste, meist [F2] oder [Entf]. Wechseln Sie im BIOS in die Konfiguration der Festplatten. Der Bereich heißt „Advanced, Drive Configuration“ oder ähnlich. In der Liste der angeschlossenen SATA-Geräte sollte das Solid State Drive erscheinen. Sie erkennen die SSD an der Bezeichnung des Laufwerks.
Konfigurieren Sie das BIOS so, dass die Festplatten im IDE-Kompatibilitäts- beziehungsweise AHCI-Modus angesprochen werden. Die entsprechende Konfigurationsmöglichkeit finden Sie meist unter „Advanced Chipset Features“. Navigieren Sie mit den Pfeiltasten zur Einstellung „OnChip SATA Type“ oder „OnChip SATA Mode“. In Ihrem BIOS weichen die Bezeichnungen möglicherweise etwas ab. Öffnen Sie das Optionsmenü mit der Eingabetaste und wählen Sie „IDE“ oder „Legacy“ aus. Speichern Sie die Änderungen. Beenden Sie das BIOS.

Windows 7 auf SSD kopieren

Gparted Live-CD legt neue Partitionen an, bearbeitet Partitionen und kopiert Partitionen zwischen Laufwerken. Das Tool kopiert auch eine Windows-7-Installation auf SSD
Nun kopieren Sie Windows mit der kostenlosen Gparted Live-CD auf SSD. Die Live-CD bootet ein Linux-System mit dem Partitionierungs-Utility Gparted. Gparted legt nicht nur neue Partitionen an und bearbeitet sie, Gparted kopiert auch Partitionen zwischen Laufwerken. Diese Funktion nutzen Sie, um die Windows-Partition von der herkömmlichen Festplatte auf das Solid State Drive zu verfrachten.
Schritt 1: Laden Sie das Abbild der Gparted Live-CD auf Ihren Rechner und brennen Sie es dann auf einen CD- oder DVD-Rohling. Unter Windows 7 können Sie auch mit der rechten Maustaste auf die ISO-Datei klicken und im Menü „Datententrägerabbild brennen“ wählen. Sollte dieser Menüpunkt hier nicht erscheinen, gehen Sie stattdessen auf „Öffnen mit“ und dann auf „Windows-Brenner für Datenträgerabbilder“. Legen Sie einen Rohling in das Laufwerk und klicken Sie auf „Brennen“. Unter „Öffnen mit“ erscheinen in der Regel auch andere installierte Brennprogramme, über die Sie ebenfalls aus der ISO-Datei einen bootfähige DVD erstellen können.
Booten Sie den Rechner von der Gparted-CD. Wählen Sie dazu im Boot-Menü das DVD-Laufwerk aus. Das Boot-Menü erreichen Sie beim PC-Start meist mit der Taste [F8]. Wenn Ihr Rechner kein Boot-Menü hat, dann stellen Sie die gewünschte Boot-Reihenfolge im BIOS ein.
Das Boot-Menü der Gparted Live-CD erscheint. Übernehmen Sie die Voreinstellung „GParted Live (…)“ mit der Eingabetaste.
Schritt 2: Das Linux-System bootet mit einer grafischen Bedienoberfläche und startet das Tool Gparted. Übernehmen Sie die Voreinstellung „Don’t touch keymap“. Bei der Nachfrage „Which language do you prefer?“ geben Sie 10 ein. Damit konfigurieren Sie eine deutsche Bedienoberfläche. Die folgende Nachfrage bestätigen Sie mit der Eingabetaste.
Systempartition verkleinern: Falls Ihre bisherige Windows-Partition zu groß für das SSD ist, verkleinern Sie die Partition in diesem Dialogfenster, hier auf 30.000 MByte
Gparted zeigt alle Partitionen Ihrer herkömmlichen Festplatte an. Sie hat unter Linux und damit auch unter Gparted die Bezeichnung „/dev/sda“. Die einzelnen Partitionen werden durchnummeriert. Die erste Partition hat die Bezeichnung „/dev/sda1“. Dabei handelt es sich um eine 100 MByte kleine Systempartition, die Windows bei der Installation angelegt hat. Sie enthält wichtige Boot-Dateien. Sie müssen diese Partition in jedem Fall mit auf die SSD kopieren, da Windows sonst nicht von SSD bootet. Ebenso kopieren Sie die eigentliche Windows-Partition „C:“ auf das Solid State Drive. Diese Partition hat in Gparted die Bezeichnung „/dev/sda2“.
Schritt 3: Markieren Sie die Partition „/dev/sda1“ und klicken Sie auf „Copy“. Klicken Sie rechts oben auf den Pfeil neben Ihrer Festplatte „/dev/sda“. Wählen Sie das zweite Laufwerk — das SSD, unter Gparted mit der Bezeichnung „/dev/sdb“. Markieren Sie auf der SSD den Eintrag „nicht zugeteilt“. Dieser Eintrag erscheint, da auf dem Solid State Drive noch keine Partitionen vorhanden sind. Kopieren Sie die Partition mit „Paste“ auf das Laufwerk. Bestätigen Sie mit „Paste“.
Systempartition als Boot-Partition: Wenn eine Systempartition auf ein SSD kopiert wird, verliert sie dort ihre Markierung als Boot-Partition. Wählen Sie also hier „boot“, damit „/dev/sdb1“ die Boot-Partition des SSDs wird
Unter Umständen erhalten Sie jetzt die Fehlermeldung, dass keine Partitionstabelle vorhanden ist. Wählen Sie in diesem Fall „Laufwerk, Partitionstabelle erstellen…“ und bestätigen Sie mit einem Klick auf „Apply“. Nun lässt sich die Partition wie oben beschrieben kopieren.
Schritt 4: Kopieren Sie auf dieselbe Weise die Windows-Partition „/dev/sda2“ auf das Solid State Drive. Unter Umständen ist die Windows-Partition zu groß für die SSD. Verkleinern Sie in diesem Fall zuvor die Größe der Partition, damit sie auf der SSD Platz findet. Markieren Sie dazu „/dev/sda2“ und wählen Sie „Größe ändern/Verschieben“. Passen Sie die Partitionsgröße an und bestätigen Sie mit „Größe ändern/Verschieben“ .
Schritt 5: Bisher hat Gparted alle Änderungen nur vorgemerkt. Starten Sie nun das eigentliche Kopieren mit „Apply, Apply“. Schließen Sie das Fenster mit „Close“.
Schritt 6: Fast fertig. Die SSD ist aber noch nicht als Boot-Partition gekennzeichnet. Das korrigieren Sie folgendermaßen: Klicken Sie auf dem Solid State Drive mit der Bezeichnung „/dev/sdb“ mit der rechten Maustaste auf den Eintrag „/dev/sdb1“. Dieser Eintrag bezeichnet die Systempartition mit einer Größe von rund 100 MByte. Wählen Sie im Kontextmenü „Markierungen bearbeiten“. Aktivieren Sie „boot“ und klicken Sie auf „Close“ .
Beenden Sie die Gparted Live-CD. Dazu klicken Sie doppelt auf „Exit“. Wählen Sie „Shutdown“ und „OK“.

Boot-Dateien von Windows 7 reparieren

Schließen Sie nun das Solid State Drive mit Windows 7 als alleinigem Festplattenlaufwerk an. Wenn Sie dann von dem Solid State Drive booten, bricht der Vorgang zunächst mit einer Fehlermeldung ab. Das liegt daran, dass Windows nach dem Umzug die Boot-Dateien nicht findet.
Das lässt sich mit Hilfe der Reparaturfunktionen von der Windows-DVD leicht reparieren. Booten Sie mit der Windows-DVD und wählen Sie „Computerreparaturoptionen“. Es erscheint ein Hinweis, dass Probleme mit den Startoptionen erkannt wurden. Bestätigen Sie mit „Reparieren und neu starten“. Den Rest erledigen die Reparaturfunktionen automatisch. Fertig. Windows 7 bootet nun von der SSD.
Damit Windows 7 das Solid State Drive zum Beispiel durch zu viele Schreibvorgänge nicht zu sehr strapaziert, sind noch einige Einstellungen vorzunehmen. Wie Sie Windows 7 perfekt für SSDs konfigurieren, lesen Sie im nächsten Abschnitt Windows 7 für SSD optimieren.
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