KI bringt Unternehmen so richtig voran

Ratis: Roboter-Anwalt

von - 20.11.2018
Roboter-Anwalt von Ratis
Roboter-Anwalt von Ratis: Der Chatbot ermöglicht eine recht­liche Ersteinschätzung – wie in diesem Beispiel über die Erfolgsaussichten einer Entschädigung bei einer Flugverspätung.
Auch im Rechtssektor gibt es viele potenzielle Anwendungsbereiche für Künstliche Intelligenz. Beispiele sind die automatische Erstellung und Prüfung von Verträgen, die Analyse und Erschließung großer Gesetzesbestände oder die Verbesserung interner Abläufe sowie der Kommunikation zwischen Anwälten und ihre Mandanten.
Für die Ratis Rechtsanwaltsgesellschaft aus Passau sind insbesondere die letzten beiden Aspekte interessant. Sie hat einen Chatbot namens Ratisbot entwickelt, der Mandanten eine erste virtuelle Unterstützung bei Flugverspätungen, Kündigungen oder Fragen zu Lebensversicherungen gibt. Ratisbot steht über die Webseite oder über den Facebook Messenger zur Verfügung. „Immer wiederkehrende Fragen können beantwortet werden und eine gewisse ,Grundberatung‘ durchgeführt werden, ohne dass ein menschlicher Anwalt benötigt wird“, erläutert Martin Bartenberger, Technischer Direktor bei Ratis.
Der Ratisbot, seine Macher nennen ihn den „ersten deutschen Roboter-Anwalt“, soll, so die Passauer Anwälte, den menschlichen Anwalt lediglich ergänzen. „Wir glauben, dass Rechtsberatung im Kern immer eine zwischenmenschliche Aufgabe sein sollte und sein wird“, betont Martin Bartenberger. Aber neue Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz und Automatisierung könnten sinnvolle Ergänzungen und Entlastungen bringen, damit Mitarbeiter ihre menschlichen Stärken in den Bereichen voll ausspielen können, wo sie unersetzbar sind.
Martin Bartenberger
Martin Bartenberger
Technischer Direktor bei der Ratis Rechtsanwaltsgesellschaft
Foto: Ratis
„Es ist wichtig, sich nicht von dem Hype um KI beeinflussen zu lassen, sondern sachbezogen zu überlegen, wo der Einsatz für das eigene Unternehmen Sinn macht.“
Die Ratis Rechtsanwaltsgesellschaft entwickelt ihre Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz übrigens ausschließlich selbst und betreibt hierfür einen eigenen leistungsfähigen On-Premise-Server. Nur wo man an die Grenzen der eigenen Möglichkeiten stößt, setzen die Anwälte auf den Cloud-Dienst von Microsoft Azure und nutzen dabei unter anderem das Microsoft Bot Framework.
Die Kanzlei hat mit dem Einsatz Künstlicher Intelligenz bislang gute Erfahrungen gemacht. Aber: „Es ist wichtig, sich nicht von dem Hype um KI beeinflussen zu lassen, sondern sachbezogen zu überlegen, wo der Einsatz von KI für das
eigene Unternehmen Sinn macht und wo nicht“, gibt Martin Bartenberger zu bedenken.
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