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Alles über GPT-Partitionen

Was sind die Vorteile von GPT?

von - 18.09.2013
Auf einer Festplatte mit MBR-Partitionstabellen lassen sich maximal vier primäre Partitionen einrichten. Oder Sie legen drei primäre und eine erweiterte Partition an. In der erweiterten Partition lassen sich wiederum mehrere logische Partitionen erstellen. GPT ermöglicht theoretisch beliebig viele primäre Partitionen.
Unterschiede zwischen MBR und GPT
Unterschiede zwischen MBR und GPT: MBR kann vier primäre Partitionen oder drei primäre und eine erweiterte Partition enthalten. In der erweiterten Partition lassen sich mehrere logische Partitionen erstellen. Mit dem Partitionsschema GPT kann eine Festplatte beliebig viele primäre Partitionen enthalten. Bei Windows ist die Anzahl der primären Partitionen auf 128 begrenzt
Somit gibt eskeinen Kuddelmuddel mehr aus primären und erweiterten Partitionen. Windows begrenzt die Zahl der primären Partitionen auf 128. Das dürfte reichen.
Auf MBR-Festplatten stehen 32 Bit für die Adressierung der Sektoren zur Verfügung. Es kann also maximal 232 = 4.294.967.296 Sektoren geben. Die übliche Sektorengröße beträgt 512 Byte. Somit kann eine MBR-Festplatte maximal 232 x 512 = 2.199.023.255.552 Byte groß sein. Das entspricht genau 2 TByte.
Wenn Sie eine Festplatte mit 3 oder 4 TByte kaufen, dann lassen sich daher nur 2 TByte nutzen.
GPT hingegen verwendet 64 Bit für die Adressierung der Sektoren. Eine GPT-Festplatte kann somit 264 x 512 = 9.444.732.965.739.290.427.392 Byte groß sein. Das sind 8 Zettabyte oder 8 Milliarden Terabyte – genügend für die nächsten Generationen.
Eine kleine Einschränkung gibt es aber doch: Im Dateisystem NTFS ist bei 256 TByte Schluss.

GPT ist sicher

Anders als MBR hat GPT mehrere Sicherheitsmerkmale. Das sind zum einen verschiedene Prüfsummen. Zum anderen ist die Partitionstabelle zweimal vorhanden, nämlich am Anfang und am Ende des GPT-Datenträgers. Wenn die Partitionstabelle beschädigt wird, lässt sie sich aus dem Backup rekonstruieren. An den Prüfsummen lässt sich ablesen, ob eine Partitionstabelle intakt ist.

Übersicht: Unterschiede zwischen MBR und GPT

MBR

GPT

Primäre Partitionen

4

unbegrenzt (bei Windows 128)

Maximale Datenträgergröße

2 TByte

8 ZByte (1 ZByte entspricht 1 Milliarde TByte, NTFS limitiert auf 256 Terabyte)

Sicherheitsmerkmale

keine

Prüfsummen und Backup-Sektoren

Standard

undefiniert

definiert im EFI-Standard

Name in Partitionstabelle

nein

ja (bis 36 Zeichen)

Die neuen GPT-Partitionen haben gegenüber den verbreiteten MBR-Partitionen viele Vorteile. Sie ermöglichen beliebig viele primäre Partitionen und große Festplatten.

Was ist ein Schutz-MBR?

Auf jeder GPT-Festplatte befindet sich weiterhin an gewohnter Stelle im Sektor 0 ein MBR. Er schützt die GPT-Partitionen vor Programmen, die nur MBR-Partitionstabellen verstehen, und wird daher Schutz-MBR genannt. Ein solches Programm würde eine GPT-Partition als unpartitioniert erkennen und eventuell beschädigen.
Der Schutz-MBR gaukelt dem Programm vor, die gesamte Festplatte habe eine einzige Partition, die sich über den gesamten Datenträger erstreckt.
Direkt im Anschluss an den Schutz-MBR folgt der GPT-Header, der immer mit „EFI PART“ oder hexadezimal mit „45 46 49 20 50 41 52 54“ beginnt. Wer sich das einmal genauer ansehen will, der greift zu einem Hex-Editor wie HxD.

GPT ist Teil von UEFI

Während MBR auf ungeschriebenen Regeln und Übereinkünften basiert, ist GPT exakt definiert. GPT ist Teil der UEFI-Spezifikation.
UEFI wiederum ist der Nachfolger des klassischen BIOS. Es hat eine grafische Bedienoberfläche und eine eigene Kommandozeile. UEFI steht für Unified Extensible Firmware Interface.
Grundlegendes zum Thema UEFI lesen Sie im Artikel „Alles über UEFI 2.3.1“.

Wann begegnet mir GPT?

GPT begegnet Ihnen auf jeden Fall auf einem UEFI-PC. Wenn Sie einen neuen PC oder ein neues Notebook erwerben, auf dem Windows 8 vorinstalliert ist, dann ist dieses zwangsläufig im UEFI-Modus installiert und hat GPT-Partitionen.
Aber auch viele ältere PCs haben häufig unbemerkt zusätzlich zum klassischen BIOS auch UEFI. Wenn Sie ein Windows-Betriebssystem auf einem UEFI-System installieren, dann erhalten Sie automatisch GPT-Partitionen.
Auch bei Festplatten, die größer als 2 TByte sind, benötigen Sie GPT, um die volle Kapazität nutzen zu können. Mehr dazu lesen Sie im Abschnitt „GPT und 4K-Festplatten“.
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