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Das Systemhaus als Berater für die Digitalisierung

Dienstleister als Provider

von - 07.06.2019
Outsourcing-Strategien
Nur teilweise Auslagerung: Die wenigsten Unternehmen planen in den kommenden Jahren ein komplettes Outsourcing ihrer IT.
(Quelle: PricewaterhouseCoopers, 2018, DACH-Region, n= 350 (rundungsbedingt teils nicht 100 Prozent) )
Das alles klingt nach einer gewaltigen Chance für Systemhäuser und Dienstleister, indem sie etwa Managed Services für die Cloud anbieten - doch wie kann man sich als Systemhaus überhaupt noch von den Mitbewerbern abheben? Und wie kann man vor allem als Unternehmen, das auf der Suche nach einem Dienstleister ist, hier noch den Überblick be­halten?
Die reine Lieferung von Services über die Cloud lässt erst einmal nur wenig Raum für eine nachhaltige Differenzierung vom Wettbewerb. „Die Cloud ist nur eine Form der Bereit­stellung von Services. Wichtig in diesem Kontext ist vielmehr, was über die Cloud geliefert wird und wie man die Cloud in digitale Produkte und Lösungen einbindet“, erklärt Werner Schwarz von Cancom.
Werner Schwarz
Werner Schwarz
Vice President Corporate Strategy & Innovation bei Cancom
www.cancom.de
Foto: Cancom
„Kunden wünschen sich verstärkt einen IT-Partner, der ihnen ganzheitlich über alle Ebenen hinweg Lösungen anbietet.“
Daher brauche der Kunde gleichzeitig eine Beratung und eine Integration der Cloud in seine hybriden Umgebungen, denn dort müsse die Cloud mit unterschiedlichsten Schnittstellen funktionieren. Am Ende des Tages wolle der Kunde selbstverständlich einen Mehrwert für sein Business haben. Dieser Mehrwert werde durch die gesamte IT geschaffen - die Cloud sei hier nur ein Baustein in einer Gesamtlösung für den Kunden.
Reiner Louis von Computacenter zufolge gibt es zwei Szenarien, wie sich Dienstleister voneinander differenzieren können: Das eine ist die Beratung und der Aufbau von Private- und Hybrid-Cloud-Szenarien. Dafür benötige der Dienstleister gute Herstellerbeziehungen und Beratungs-Skills. Beides sei für eine Differenzierung wichtig. Das andere Szenario ist, dass Kunden vermehrt externe Dienstleister in den Betrieb ihrer eigenen Cloud-Szenarien einbeziehen. Hier könne der Dienstleister als Managed-Cloud-Provider die Verantwortung für den reibungslosen Betrieb komplett übernehmen oder sie sich nach individuellen Modellen mit seinem Kunden teilen. Ein IT-Dienstleister ist laut Reiner Louis also Strategiepartner, Berater, Implementierer und Umsetzer in einem.
Reiner Louis
Reiner Louis
Sprecher der Geschäftsführung bei Computacenter Deutschland
www.computacenter.com/de
Foto: Computacenter
„Durch die Digitalisierung rückt die IT noch stärker in den strategischen Fokus von fast allen Unternehmen.“
Vor allem die zahlreichen Angebote der großen Cloud-Hyperscaler wie Amazon, Google und Microsoft bieten den Dienstleistern viele Möglichkeiten, bei ihren Kunden zu punkten. Wegen der hohen Standardisierung sind die Angebote der Großen meist kostengünstig und der Funktionsumfang ist enorm. Viele Unternehmen möchten - sofern sie es in der einen oder anderen Weise nicht ohnehin schon tun - gern diese zahlreichen Cloud-Dienste nutzen. Allerdings: Den Hyperscalern fehlt schlicht das Interesse an den komplex gewachsenen IT-Infrastrukturen ihrer Kunden und wie diese sich mit neuen Cloud-Angeboten vereinbaren lassen. Hinzu kommt: Der klassische Mittelständler zählt bei diesen großen Anbietern als kleiner Fisch, dem im besten Fall ein mehr oder weniger umfangreicher Support per Telefon zur Verfügung steht. Von individuellen Angeboten und Diensten ganz zu schweigen.
Unternehmenskunden können sich auf den Webseiten der Hyperscaler die gewünschten Services aussuchen und kon­figurieren - anschließend erhalten sie einen sogenannten Boiler­plate-Vertrag. Diesen kann man unterschreiben oder nicht. Vertragsanpassungen sind nicht möglich. Und hier kommen die Dienstleister ins Spiel: Als sogenannte Managed Service Provider (MSP) bieten sie entweder eigene Cloud-Services auf Basis der großen Hyperscaler an oder sogar eigene Dienste mit ähnlichem Funktionsumfang auf Basis ihrer eigenen Technologien. Die Managed Service Provider schnüren für jeden Kunden individuelle Cloud-Pakete und unterstützen Unternehmen bei der Integration der neuen Dienste in bestehende Systeme und bei der täglichen Nutzung. Verträge lassen sich individuell festlegen, etwa je nachdem, welche Service Level Agreements (SLAs) benötigt werden.
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