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Der Mut zur digitalen Transformation wächst

Fakt ist Fakt

von - 17.07.2019
Zuversichtliche Schweizer Firmen
(Quelle: IDC/Computerworld "Swiss IT 2019" (n = 234) )
Etwas nüchterner, aber kaum anders sieht das Moritz Köhler. Der Head Global IT beim Mikrosensorspezialisten Sensirion in Stäfa verantwortet die digitale Trans­formation wie auch die Weiterentwicklung und den Betrieb sämtlicher IT-Systeme. „Die Schweizer Wirtschaft ist beim Thema Digitalisierung sehr gut aufgestellt und für die Zukunft hervorragend positioniert“, hält er fest.
Und am Zürichsee weiß man, worum es geht, hat Sensirion doch vor rund einem Jahr mit der Einführung von SAP S/4 HANA die Basis für weitere Digitalisierungsprojekte gelegt. Köhler gesteht durchaus ein, dass die Indus­trie aufgrund der steigenden Komplexität der Systeme gefordert ist und Ängste vor den Herausforderungen des Datenschutzes bestehen. Doch habe die Digitalisierung „für Gesellschaft, Bürger und Unternehmen die gleiche Bedeutung wie einst die Globalisierung“. Es sei die falsche Frage, sich zu überlegen, ob man da mitmachen möchte.
Die Digitalisierung ist ein Fakt, stellt er klar und fügt an, sie „bietet Chancen, sich weiterzuentwickeln, oder man verschwindet vom Markt“. Anzumerken ist, dass laut Swiss-IT-Studie die Angst vor Komplexität drastisch von über 40 auf nunmehr rund 28 Prozent gesunken ist. Dagegen etablierten sich die Herausforderungen bei der Verarbeitung der Daten, also Fragen zur Datenqualität und der Compliance, mit knapp 39 Prozent gleichauf zum Dauerbrenner Datensicherheit.

Mit Optimismus voran

Kein Anflug von Ernüchterung auch beim Konzern Swisscom. Christoph Aeschlimann, CTO und CIO, betont ebenfalls die Rolle seines Unternehmens als Wegbereiter in der digitalen Transformation. Neugierig gehe man voraus, sagt er. Da man im Kerngeschäft der Gesellschaft und Wirtschaft den Mehrwert digitaler Services aufzeigen und auch verkaufen wolle, sei man gleichsam dazu verpflichtet, „mit der eigenen Digitalisierung voranzuschreiten und damit eine Pionierrolle einzunehmen“. Dabei gehe es „im Kern darum, flexibler und rascher auf Bedürfnisse im Markt reagieren zu können, sprich, unsere eigene Effizienz zu steigern“. Aber nicht nur: Digitalisierung sei für Swisscom auch der Schlüssel für Kunden­erlebnisse in bester Qualität. Deshalb nutze man vermehrt Konzepte aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, Automatisierung und Datenanalyse.
Rolf Kohler
Rolf Kohler
CIO von Ricola
www.ricola.com
Foto: Ricola
„Als Schweizer Produzent mit einem Exportanteil von über 90 Prozent investieren wir auch im Herstellungsprozess bereits seit Jahren in die Digitalisierung.“
Beim Bonbonhersteller Ricola verweist CIO Rolf Kohler darauf, dass man als Schweizer Produzent mit einem Exportanteil von über 90 Prozent auch im Herstellungs­prozess bereits seit Jahren in die Digitalisierung investiere. Soeben erst hat Ricola seine SAP-basierte Geschäfts-Software auf eine neue Basis gestellt. Kohler spricht also aus Erfahrung, wenn er seine Einstellung so umschreibt: „Die digitale Transformation darf für keinen IT-Verantwort­lichen einfach eine Pflichtübung sein. Im Gegenteil, wir treiben - gemeinsam mit den Business Units - Neuerungen im Unternehmen sowohl in den Prozessen als auch in der Technologie voran.“
Zuletzt noch ein Beispiel aus der öffentlichen Verwaltung. Für Vincenza Trivigno, Staatsschreiberin des Kantons Aargau (Vorsteherin der Staatskanzlei), umfasst die digitale Transformation weit mehr als nur IT-unterstützte Dienstleistungen. „Sie ist ein stetiger Veränderungsprozess und führt zu neuen Abläufen, neuen Formen der Zusammenarbeit und neuen Ansätzen der staatlichen Aufgabenerfüllung.“ Damit werde die Modernisierung der Verwaltungs- und Kundenprozesse ermöglicht sowie eine durchgängige Neugestaltung der föderalen Zusammenarbeit zwischen dem Kanton, seinen Gemeinden und dem Bund Realität.
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