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Der Mut zur digitalen Transformation wächst

Digitalisierung ist Alltag

von - 17.07.2019
IT-Herausforderungen
Digitalisierungsinitiativen: Die Schweizer Unternehmen sehen in IT-Sicherheit, Datenschutz und Komplexität die größten Herausforderungen.
(Quelle: IDC/Computerworld "Swiss IT 2019" (n=233) )
Ob Ventil- oder Sensorik-Industrie, Software-Hersteller und ICT-Dienstleister, Lebensmittelproduzent oder öffentliche Verwaltung: Offensichtlich trifft man in der Schweiz auf Unternehmen und Organisationen, bei denen die digitale Transforma­tion im Alltag gelebt und nicht als Barriere verstanden wird. Überall sollen Aktivitäten die Transformationen unumgänglich machen - von digitalen Produkt- und Prozess­innovationen bis zu Bestrebungen, einen Kulturwandel zu erreichen. Exemplarisch nennt Swisscom vier Schritte, die das Unternehmen letztes Jahr gegangen sei: Für eine smarte Zusammenarbeitskultur wurde etwa eine hybride und smarte Arbeitsplatzumgebung eingeführt, die die ortsunabhängige Zusammenarbeit einfacher, effizienter und direkter gemacht habe. Kurz gesagt werden „die Unternehmensgrenzen durchlässiger, Wissens- und Wertschöpfungsnetzwerke, vernetzte Organisationsformen und Marktplätze für Fachpersonen entstehen“.
Als zweiten Punkt nennt Christoph Aeschlimann agile Zusammenarbeitsmodelle und die cloudbasierte Produktion, mit denen die Innova­tionszyklen für Services erhöht worden seien, um Markt­bedürfnisse rasch und effizient adressieren zu können. Drittens habe man Produktionsprozesse automatisiert und könne sie dank Künstlicher Intelligenz (KI) kostengünstig betreiben, fügt er an. So sei etwa im Kundendienst der Einsatz von KI weiter ausgebaut worden. Lernfähige Algorithmen unterstützen die Kundenbetreuer, indem sie automatisch E-Mails analysieren und klassifizieren.
Vincenza Trivigno
Vincenza Trivigno
Staatsschreiberin Kanton Aargau
www.ag.ch
Foto: Vincenza Trivigno
„Die digitale Transformation führt zu neuen Abläufen, Formen der Zusammenarbeit und Ansätzen der staatlichen Aufgabenerfüllung.“
Schließlich nennt Aeschlimann als vierten Schritt noch die Nutzung von Daten und KI für bessere Geschäftsentscheidungen und bessere Kundenerlebnisse, etwa „personalisierte Angebote oder die einfachere Nutzung unserer Produkte und Services“. Die Staatsschreiberin verweist auf die im September 2018 gestartete interne Informations-, Partizipations- und Collaboration-Plattform Smart Aargau. Hier tauschen sich Mitarbeitende und Kader über Departements-, Abteilungs- oder Sektionsgrenzen hinaus über Digitalisierungsthemen aus. Zudem würden Anregungen eingebracht, von denen einige als Quick-Wins bereits umgesetzt wurden. „Der Einbezug der Mitarbeiter und die schnelle Umsetzung der Vorschläge schaffen ein motivierendes Arbeitsklima und erleichtern die tägliche Arbeit.“ Auch habe der Regierungsrat des Kantons die Erarbeitung und Umsetzung der Strategie Digitale Transformation (SDT) als Schwerpunkt im Aufgaben- und Finanzplan 2019-2022 verankert, um die „Modernisierung der Verwaltungs- und Kundenprozesse voranzutreiben“.
Dimitris Di Sandro vom Ventilhersteller Eugen Seitz spricht in Sachen digitale Transformation - wie jeder dritte Befragte in der CIO-Studie - von einem andauernden Wandel (jeder Vierte gab an, sie werde in drei bis sechs Jahren abgeschlossen sein). Aufseiten Operations habe man in dem seit 2005 laufenden digitalen Wandel etwa Lean Management eingeführt und so Prozesse verschlankt. Man adressiere „insbesondere Themen rund um Industrie 4.0, die darauf ausgerichtet sind, entlang der kompletten Wertschöpfungskette durchgehende Optimierungen zu erreichen“.
Inzwischen habe man erste Projekte lanciert und Ventilprototypen entwickelt, die intelligenter Natur seien. Dank der digitalen Technologie werde man mit daten­basierten Analysen umfängliches Condition-Monitoring und Predictive Maintenance betreiben können. Ausstehend sind laut Di Sandro aber noch die Verschlankung und Optimierung der IT-Standardprozesse, die Einführung neuer, agiler Projektvorgehensweisen und die Umsetzung einer Service-orientierten Integrationsarchitektur. „Wir wollen also noch effizienter in der Ausführung bestehender Services und schneller in der Umsetzung neuer digitaler Initiativen werden.“
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