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Shop-Technik

Headless Shops - in jedem Kanal ein anderes Gesicht

von - 18.04.2019
Portraits
Foto: Sergey Nivens / shutterstock.com
Bei Shop-Systemen geht der Trend zu flexiblen Systemarchitekturen. Bei einer Headless-Architektur zum Beispiel sind Front- und Backend sogar strickt voneinander getrennt und einzig über APIs verbunden.
Wenn Shop-Software-Hersteller einen Blick auf die IT-Landschaft der ­Zukunft werfen, taucht immer häufiger der Begriff „Headless Commerce“ oder „Headless Shop“ auf. Dahinter verbirgt sich eine neue Architektur der IT-Systeme, mit der Shops flexibler und schneller an Entwicklungen anpassbar und damit zukunftssicherer werden sollen.
Klassische Shop-Systeme verfügen über ein Backend und ein Frontend. Das ­Backend ist der Systemteil, der im Hintergrund die für den Betrieb einer Website oder eines Shops nötige technische Infrastruktur bereitstellt. Dazu gehören Server, Datenbanken und Software zur Prozesssteuerung, etwa die Auftragsabwicklung. Das Frontend ist das, womit der ­Besucher eines Shops interagiert, also das im Web nutzbare Gesicht des Shops.
Bei einer Headless-Architektur sind ­Backend und Frontend eines Shop-Systems strikt voneinander getrennt. „Das komplette Shop-Frontend ist nur über Schnittstellen an das Shop-System angebunden. Einfach gesprochen: Das, was der Kunde sieht, kommt nicht aus dem Shop-System, sondern aus
einem offenen Frontend-System“, erklärt Niels Anhalt, Geschäftsbereichsleiter Digital Products & Services bei der Digitalagentur Nexum. Der ­große Vorteil: Die getrennten Systemteile können unabhängig voneinander verändert und weiterentwickelt werden.
Ein Beispiel: Wird die Produktdarstellung im Frontend optimiert, bleiben die Prozesse im Backend davon völlig unberührt. Dadurch können technologische Neuerungen modular, also auch flexibler und schneller, umgesetzt werden. Das System sei „wie zwei Legosteine, die nur über die Noppen, nämlich die API-Schnitt­stelle, miteinander verbunden sind, dabei aber auch als einzelne Elemente funktionieren“, so Anhalt.
Das hat den zweiten großen Vorteil, dass an ein Backend-System verschiedene Frontend-­Systeme gleichzeitig angeschlossen werden können. „Mit einer Headless-Shop-Software-Architektur sind Händler auch auf weitere Zukunfts­trends im E-Commerce vorbereitet“, sagt Thomas Gottheil, Mitgründer und Geschäftsführer des Shop-Frontend-Anbieters Frontastic. Zu diesen Trends gehören Anwendungen für Sprachassistenten, aber auch die Anbindung von Shop-Funktionen an einen Kühlschrank, einen Dash-Button oder auch den Bordcomputer im Auto. Technologische Weiterentwicklungen aus Bereichen wie Voice Commerce, Internet of Things, Connected Cars oder auch digitaler PoS sollen damit sehr viel leichter umsetzbar sein.
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