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Aktie steigt

Homeoffice treibt Bechtle-Geschäft in Krise an

von - 08.05.2020
Stock Exchange Board
Foto: GH Studio / shutterstock.com
Der durch die Corona-Krise bedingte Trend zum Homeoffice beschert Bechtle einen starken Nachfrageschub. Besonders gut laufe das Geschäft mit Lösungen zur virtuellen Teamarbeit, so das Unternehmen aus Neckarsulm.
Der IT-Dienstleister Bechtle kann auch in der Corona-Krise zunächst weiter auf die Nachfrage seiner Kunden bauen. Zwar bekam auch der MDax-Konzern aus Neckarsulm die Beschränkungen wegen der Pandemie zu spüren, weil viele Projekte verschoben wurden und es vereinzelt Lieferschwierigkeiten bei Hardware gab. "Allerdings haben wir im Industrieumfeld wie bei unseren öffentlichen Kunden auch einen starken Nachfrageschub gespürt, insbesondere bei der Ausstattung von Homeoffices und bei technischen Lösungen rund um die Umsetzung virtueller Formen der Zusammenarbeit", sagte Vorstandschef Thomas Olemotz am Freitag laut Mitteilung.
Die Bechtle-Aktie legte zum Handelsstart um 2,7 Prozent zu. Ohnehin gehört das Papier zu den Werten, die sich aus dem Corona-Crash wieder berappeln konnte. Die Bechtle-Aktie hat den zwischenzeitlich deutlichen Wertverlust in der Krise mittlerweile wieder wettgemacht. Im bisherigen Jahr hat der Kurs im 14 Prozent gewinnen können, während der MDax ein Minus von 16 Prozent aufzuweisen hat. Auf zwölf Monate gesehen hat die Aktie sogar mehr als die Hälfte gewonnen.
Bechtle bietet kleinen und mittleren Unternehmen wie auch vielen Behörden das Einrichten und Verwalten ihrer IT-Systeme und Netzwerke an und betreibt zusätzlich einen Online-Shop für IT-Produkte. Bechtle profitiert schon seit Jahren davon, dass die IT-Ausstattung und -Nutzung in Wirtschaft und Verwaltung immer weiter zulegt.

Auswirkungen der Corona-Beschränkungen

Im ersten Quartal kletterten Umsatz und Ergebnis zudem stärker als von Analysten erwartet. Der Erlös wuchs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,3 Prozent auf 1,36 Milliarden Euro. Dabei wirkten die Corona-Beschränkungen im Ausland stärker als in Deutschland, wo das Wachstum sogar zweistellig ausfiel. Vor allem der Online-Handel mit Homeoffice-Equipment bescherte Bechtle bei Hardwareprodukten in Deutschland einen Umsatzzuwachs von gut einem Fünftel. Bechtle vertreibt unter anderem Hardware wie Notebooks, Headsets, Konferenzsysteme und Netzwerkgeräte.
Vor Steuern stieg der Gewinn um 13,4 Prozent auf 51,1 Millionen Euro und damit noch etwas stärker als der Umsatz, die entsprechende Marge legte auf 3,8 Prozent zu. Unter dem Strich verdiente Bechtle mit 36,5 Millionen Euro 15,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Keine verlässliche Prognose möglich

"Auch wenn eine verlässliche Vorausschau derzeit unmöglich ist und wir ein eher verhaltenes zweites Quartal erwarten, halten wir an unseren Zielen für das laufende Jahr fest", sagte Olemotz. "Aktuell gehen wir davon aus, dass sich unser Geschäft im Laufe des dritten Quartals wieder zunehmend unter normalisierten Rahmenbedingungen entwickelt." Bechtle will im Gesamtjahr Umsatz und operatives Ergebnis um mindestens 5 Prozent steigern. Dabei soll das Ergebnis mindestens so stark zulegen wie der Umsatz, die Marge also möglichst steigen.
"Die mittel- bis langfristigen positiven Aussichten von Bechtle sind ungeachtet der Folgen der Corona-Pandemie angesichts der anhaltenden Digitalisierung nach wie vor intakt", sagte Olemotz. Bis 2030 will Bechtle die Umsatzmarke von 10 Milliarden Euro jährlich knacken, 2019 waren es knapp 5,4 Milliarden Euro. Mittlerweile hat Bechtle auch nach größeren Zukäufen 11 768 Mitarbeiter.
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