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Besser mailen mit IMAP

Das müssen Sie über IMAP wissen

von - 07.06.2012
Lesen Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zu IMAP.

Was ist IMAP überhaupt?

Das Internet Message Access Protocol, kurz IMAP, ist ein Internetprotokoll für die Verwaltung und den Abruf von E-Mails auf einem Mail-Server. Der Anwender greift dabei mit einem E-Mail-Client wie Thunderbird auf den IMAP-Server zu und speichert oder verarbeitet dort seine E-Mails, ohne sie auf den eigenen Computer herunterladen zu müssen. Im Vergleich zum POP3-Protokoll bietet Ihnen das modernere IMAP einige wesentliche Vorteile.

Vorteil 1: orts- und geräteunabhängig

Der größte Vorteil von IMAP ist, dass der Anwender orts- und geräteunabhängig auf seine E-Mails zugreifen kann. IMAP-fähige Mail-Programme stehen sowohl für Windows und Linux als auch für mobile Betriebssysteme wie Android OS und Apples iOS zur Verfügung. Zudem bieten viele Mail-Provider Webmail-Zugänge zu IMAP-Konten.
Unabhängig davon, von wo aus und mit welchem Mail-Programm Sie auf Ihr IMAP-Konto zugreifen, stehen Ihnen alle Ordner und Mail-Informationen zur Verfügung. Sie sehen beispielsweise an jedem Gerät, welche E-Mails als „gelesen“ oder „wichtig“ markiert sind.
Und: Während selbst verfasste Nachrichten bei POP3 nur auf dem Gerät gespeichert werden, an dem sie erstellt wurden, lassen sich bei IMAP auch bereits versendete E-Mails an allen Geräten einsehen.

Vorteil 2: ressourcenschonend

Weil der Server sämtliche Nachrichten speichert, ist IMAP auf der Client-Seite erheblich ressourcenschonender als POP3. Das jeweilige Endgerät braucht nur eine geringe Speicherkapazität. Zudem werden Verwaltungsaufgaben zum Suchen, Filtern und Sortieren von E-Mails an den Server übertragen, wodurch der Client auch keine hohe Rechenleistung benötigt.

Vorteil 3: Datensicherheit

Ein weiterer Vorteil des IMAP-Verfahrens zeigt sich bei einer Panne oder dem Ausfall eines Clients. Nach solch einem Daten-GAU reicht bei IMAP die Neueinrichtung des Mail-Programms, damit Ihnen die E-Mails wieder in vollem Umfang zur Verfügung stehen. Bei POP3-Konten müssten Sie hingegen zusätzlich ein Backup Ihrer alten E-Mails einspielen. Fehlt ein solches Backup, dann sind Ihre E-Mails bei POP3 unwiederbringlich verloren.

Gibt es auch Nachteile bei IMAP?

Die zentrale Speicherung aller E-Mails auf dem IMAP-Server erfordert striktere Sicherheitsmaßnahmen. Hackern reicht meist schon die Kenntnis des Passworts, um auf sämtliche E-Mails eines IMAP-Kontos zuzugreifen, denn bei vielen Mail-Providern ist der Benutzername gleich der E-Mail-Adresse.
Um Lauschangriffe und ein Abgreifen des Passworts zu vermeiden, sollte vor allem in öffentlichen WLANs die Datenübertragung zum Mail-Server stets durch eine SSL-Verschlüsselung gesichert werden. Bietet Ihr IMAP-Dienstleister keine verschlüsselte Verbindung an, dann sollten Sie in öffentlichen WLANs auf IMAP verzichten und stattdessen beispielsweise einen verschlüsselten Webmail-Zugang nutzen.
Zudem haben Sie während eines temporären Ausfalls des IMAP-Servers keinen Zugriff auf ältere E-Mails. Dies lässt sich allerdings vermeiden, wenn Sie einen Mail-Client verwenden, der Kopien Ihrer E-Mails auf Ihrem PC speichert und diese bei bestehender Internetverbindung mit dem IMAP-Server synchronisiert. Das macht zum Beispiel das Mail-Programm Thunderbird.

Das brauchen Sie

Neben einem IMAP-Client wie Thunderbird oder Outlook benötigen Sie lediglich ein IMAP-fähiges E-Mail-Konto. Ein solches Konto erhalten Sie beispielsweise bei Freemailern wie Arcor PIA Basic, Freenet Mail oder Google Mail sowie bei den meisten kostenpflichtigen Webhostern.
Dienste wie GMX Freemail oder Web.de Freemail bieten keinen kostenlosen IMAP-Zugang. Wenn Sie einen dieser Dienste nutzen, dann haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder wechseln Sie zu einem kostenpflichtigen IMAP-Angebot dieser Dienste, das den Mail-Abruf per IMAP unterstützt. Oder Sie nutzen einen Dienst wie Google Mail, der die eingehenden E-Mails Ihres POP3-Postfachs automatisch importiert und dann per IMAP bereitstellt.
Mehr dazu lesen Sie auf der Seite „Google Mail: POP3-Konten um IMAP erweitern“.
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