IT-Reife

Alle Top-Level-Manager sollten die IT verstehen

von - 01.06.2018
Mann mit Tablet und Laptop
Foto: subarashii21 / shutterstock.com
Die Digitalisierung erfordert noch mehr IT-Kompetenz in der Chefetage. Gerade im digitalen Wandel sind IT-affine CEOs ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.
Technik ist nie das Problem! Wie oft haben wir diesen Satz schon gehört. So naiv er ist, so weist er doch auf eine wichtige Erkenntnis hin: IT allein ist (fast) nie die Lösung. Es braucht zusätzlich das Wissen, wie man die Technik erfolgreich nutzt. Und es braucht in Unternehmen dafür die passenden Strukturen, Prozesse, Kulturen, innovativen Geschäftsideen und Betriebsmodelle. Deshalb sollten alle Mitglieder der Geschäftsleitung die IT im Unternehmen verstehen und zu ihrer erfolgreichen Nutzung beitragen. Im digitalen Wandel sind IT-affine CEOs ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.
Reinhard Riedl
Reinhard Riedl
Leiter des Forschung­szentrums Digital Society an der Berner Fachhochschule
„Viele halten IT für ein Nicht-Thema oder blockieren sogar aktiv IT-basierte ­Innovationen.“
Umgekehrt gilt: Am IT-Wissensmangel des CEOs sind schon viele besonders ambitionierte CTOs und CIOs gescheitert. In Unternehmen, in denen die Mitglieder der Geschäftsleitung nichts von IT verstehen, gibt es unüberwindbare Grenzen für die Wertgenerierung durch die IT. Das heißt, je weniger Führungskräfte auf der Business-Seite etwas von IT verstehen, desto weniger Nutzen kann die IT dem Unternehmen bringen.
Drei wichtige Führungsaufgaben von CEOs sind deshalb, ein Verständnis für IT zu erwerben, die IT-Weiterbildung der Führungskräfte zu fördern und – zusammen mit den weiteren Mitgliedern der Geschäftsleitung – eine Strategie für eine organisatorische IT-Reife ihres Unternehmens zu entwickeln und umzusetzen.
Diese Erkenntnisse gelten schon seit etwa zehn Jahren unter Insidern als Common Sense, und sie werden immer wichtiger, denn der Fortschritt in der IT hat zwar in den letzten Jahren einige Aufgaben des IT-Managements vereinfacht, dafür auf der anderen Seite aber die Bedeutung des IT-Wissens für C-Level-Manager erhöht.
Definition: IT-Maturität
Die organisatorische IT-Maturität beschreibt den Reifegrad, den ein Unternehmen in Bezug auf die Nutzung der IT zur Wertgenerierung erreicht hat.
Die höchste Stufe der organisatorischen IT-Maturität wird oft als „Dynamic Venturing“ bezeichnet. Sie ist erreicht, wenn die IT die geschäftliche Agilität optimal unterstützt. Das verlangt, dass einfach konfigurierbare Plug-and-Play-Business-Module vorhanden sind und kurzfristig die eigene IT mit der IT von  Partnerunternehmen so verknüpft werden kann, dass problemlos organisationsübergreifend Geschäftsprozesse ausgeführt werden können. Voraussetzung dafür ist, dass die Geschäftsleitung die technischen Entwicklungen antizipiert und Partner in strategische IT-Entscheide miteinbezieht.
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