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Content Collaboration - Box vs. Dropbox

Box: Fokus auf Synchronisation

von - 08.01.2019
Nach eigenen Angaben hat Box, bereits 2005 von den Studenten Aaron Levie und Dylan Smith gegründet, heute mehr als 87.000 Business-Kunden. Selbst auf Nachfrage werden diese aber nicht genauer aufgeschlüsselt, es wird lediglich mitgeteilt, dass man bei 69 Prozent der Fortune-500-Kunden vertreten sei. Bei der Vorstellung der Umsatzzahlen für das erste Quartal 2018 nannte CEO und Mitgründer Aaron Levie immerhin einige Schwergewichte, die Box in jüngster Zeit als Kunden gewinnen konnte: „Mit Kunden wie Mitsubishi Motors Corporation, Dignity Health und der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA), die sich für Box entschieden haben, um ihren digitalen Arbeitsplatz mit Power zu versorgen, findet unser Fokus auf Sicherheit und Zusammenarbeit sowie unsere Vision von Künstlicher Intelligenz immer wieder eine positive Resonanz.“
Die Anzahl persönlicher Accounts gibt Box mit 10 Millionen an, die Anzahl der Mitarbeiter mit über 1500. Die positive Entwicklung zeigt sich auch in zwei Ereignissen aus der jüngeren Zeit: Anfang 2016 bezog Box imposante Bürogebäude in Redwood City, Kalifornien, im Januar vergangenen Jahres ging das Unternehmen an die Börse. Der Anfangskurs von 14 Dollar stieg zwischenzeitlich auf mehr als 20 Dollar.
Aaron Levie
Aaron Levie
Mitgründer von Box
www.box.com
Foto: Box
„Unser Fokus auf Sicherheit und Zusammenarbeit und unsere Vision von KI findet immer wieder eine positive Resonanz.“
Box sieht sich als Vorreiter der Digitalisierung und will Unternehmen auf ihrer Reise ins „digitale Zeitalter“ unterstützen. Zwar habe es im Lauf der Jahre viele Innovationen bei der Arbeit mit Dateien und dem Management unterschiedlicher Applikationen gegeben, doch letztlich seien die Anwender noch immer gezwungen, mit diversen Silos zurechtzukommen. Gerade für Unternehmenskunden möchte Box eine einzige Plattform für alle bisher getrennt voneinander existierenden Inhalte, Dateien und Prozesse sein. Diese Plattform soll Folgendes leisten:
  • Nahtlose, sichere Collaboration nach innen und außen
  • „Single Source of Truth“ bei Inhalten für „Best of breed“-Applikationen
  • Fortgeschrittene ML- und AI-Technologien (Machine Learning und Artificial Intelligence) aller größeren Hersteller
  • Security und Compliance für alle Industriezweige und Regionen, ohne die einfache Bedienung der Anwendungen zu opfern
Der ursprüngliche Kurs in Richtung Filesharing wurde ab 2009 in ein breiteres Angebot von cloudbasierten Dienstleistungen überführt. Eine übergeordnete Software-as-a-Service-Plattform stellt den Mitarbeitern, Kunden und Partnern Applikationen und Tools zur Verfügung. Über 1800 Programme sind über APIs bereits in die Box-Lösung integriert. Alle Box-Daten befinden sich in einer Cloud, was die Zusammenarbeit, aber auch die Beherrschung der Sicherheitsproblematik erleichtert, erklärte CEO Levie vergangenen Sommer auf einer Kundenveranstaltung in San Francisco.
Unter dem Label Cloud Content Management bietet die Box-Plattform ein zentrales Repository für jegliche Inhalte eines Unternehmens. Dazu stellt sie Tools und Funktionen für Collaboration und Dokumentenmanagement, Workflow-Automatisierung und die Unterstützung von Geschäftsprozessen bereit. Auch APIs zum Anpassen von Anwendungen, Formaten und Daten kommen von Box. Und natürlich hat auch Box inzwischen KI in sein Produkt integriert: Das Machine-Learning-Framework Box Skills soll „Inhalte intelligent machen“.
Laut Jeetu Patel, Chief Product und Chief Strategy Officer bei Box, sind Mitarbeiter und Partner eines Unternehmens so in der Lage, „nahtlos zwischen allen Anwendungen zu wechseln und einheitliche Quellen für Informationen und Dokumente zu benutzen“. Das Cloud Content Management von Box sei eine übergreifende Plattform für den Austausch, die gemeinsame Bearbeitung, die Verwaltung und die Sicherheit von Inhalten und Dokumenten.
Die Services von Box sind in den USA in eigenen Rechenzentren implementiert, ergänzt um regionalen Storage bei AWS und lokale Rechenzentren von IBM und Microsoft. Box arbeitet zudem mit Microsoft Office 365 und der Google G Suite zusammen. Auf Verwaltungsebene bietet Box Cloud Data Protection, Encryption Key Management auf Kundenseite und regionale Speicherzonen. Für Compliance-Anforderungen gibt es GxP-Richtlinien (Good Practices) für die DSGVO und für Bio-Wissenschaften. In Deutschland wurde Box attestiert, dass es die Anforderungen des Cloud Computing Compliance Controls Catalogue, kurz C5, sowie des Prüfstandards Trusted Cloud Data Protection Profile (TCDP) erfüllt.
Die klare Haltung von Box in Sachen Gleichstellung von Frauen und Minoritäten sowie in Umweltfragen schlägt sich in der Unterstützung vieler gesellschaftlicher Initiativen nieder.
Fazit: Box hat den Sprung von einer Dateiaustausch- und Dateisynchronisierungs-Initiative für Privatpersonen in die Business-Welt geschafft. Doch die Vielzahl neuer Share-Angebote für Teams und Unternehmen stiftet auch Verwirrung – eine einheitliche Linie ist nur schwer festzustellen.
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