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Angespannte Marktlage

Chiphersteller Infineon mit schwachem Quartal

von - 05.02.2020
Infineon
Foto: IgorGolovniov / shutterstock.com
Die weiterhin angespannte Lage auf dem Chipmarkt beschert Infineon einen schwachen Quartalsabschluss. Insgesamt ging der Umsatz um 7 Prozent auf 1,92 Milliarden Euro zurück.
Hardware-Geschäft: Der Chiphersteller Infineon hat die weiter angespannte Marktlage zum Start in das neue Geschäftsjahr (Ende Dezember) zu spüren bekommen. Umsatz und operatives Ergebnis waren im ersten Quartal im Vergleich zum Vorquartal wie erwartet deutlich rückläufig, wie der Dax-Konzern am Mittwoch in Neubiberg bei München mitteilte. Mit einer operativen-Marge von 15,5 Prozent übertraf der Halbleiterspezialist zwar sowohl die eigenen Erwartungen als auch jene der Analysten. Die Marge profitierte aber von einem positiven Einmaleffekt. Ohne diesen hätte sie nur 13,6 Prozent betragen.
An der Börse kamen die Nachrichten gut an. Kurz nach Handelsbeginn lag die Infineon-Aktie als Dax-Spitzenreiter rund 5,27 Prozent im Plus. Ein Händler sprach in einer ersten Reaktion davon, dass die Profitabilität zwar besser als befürchtet gewesen sei. Zugleich überzeugten aber die Signale für das zweite Quartal nicht. Die Aktie überwand am Morgen eine technisch wichtige Marke.
Im Auftaktquartal sank das sogenannte Segmentergebnis zum Vorquartal um 5 Prozent auf 297 Millionen Euro, der Umsatz ging um 7 Prozent auf 1,92 Milliarden Euro zurück. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 210 Millionen Euro und damit 30 Prozent mehr als ein Quartal zuvor. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum waren alle Kennzahlen deutlich rückläufig.

Segmentergebnis besser als erwartet

Konzernchef Reinhard Ploss sprach von schwierigen Bedingungen, verwies aber auch darauf, dass das Segmentergebnis von Infineon dank Einsparungen und Sondereffekten etwas besser ausgefallen sei als erwartet. Zudem sehe der Chiphersteller in einzelnen Bereichen wie dem Server-Geschäft Anzeichen der Besserung. Ungeachtet dessen räumte er ein, dass mit einer breiten Erholung der Nachfrage nicht vor der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres zu rechnen sei.
Im ersten Quartal hatte Infineon sowohl im Geschäft mit Chips für die Autoindustrie (ATV) als auch in der PMM-Sparte, in der das Geschäft mit Chips für die Stromversorgung sowie für mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets gebündelt ist, mit klar rückläufigen Zahlen zu kämpfen. Vor allem die Automotive-Sparte ist für Infineon von großer Bedeutung, sie trägt den Löwenanteil zum Umsatz bei. Immer mehr Chips und Sensoren werden in Fahrzeugen verbaut. Doch die anhaltend maue Autokonjunktur und eine geringere Nachfrage bereitet auch dem Chiphersteller seit einiger Zeit Probleme. Während es im Geschäft mit Chips für die Industrie (IPC) ähnlich schwach wie in den anderen beiden Sparten lief, hielt sich der Erlösrückgang in der Sparte mit Chips für digitale Sicherheitslösungen (DSS) in überschaubaren Grenzen.

Sorge wegen Coronavirus

Für das zweite Quartal geht Infineon von einem Umsatzplus von 5 Prozent (plus oder minus zwei Prozentpunkte) gegenüber dem Vorquartal sowie einer Segmentergebnis-Marge von etwa 14 Prozent in der Mitte der Umsatzspanne aus. Voraussetzung dafür sei aber, dass der Ausbruch des Coronavirus keine signifikante negative Wirkung auf die Geschäftsentwicklung habe, hieß es.
Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr bestätigte Infineon. Demnach erwartet der Konzern weiterhin ein Umsatzplus von 3 bis 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr sowie eine Segmentergebnis-Marge von rund 16 Prozent. In der Automotive- und der IPC-Sparte soll der Umsatz stärker als der Konzerndurchschnitt steigen. Infineon rechnet für das Gesamtjahr weiter mit Investitionen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro.
Mit Blick auf die geplante Übernahme des US-Konkurrenten Cypress Semiconductor geht Infineon nun davon aus, dass der Vollzug gegen Ende des zweiten oder Anfang des dritten Quartals vermeldet werden kann. Bislang hatte der Konzern damit gerechnet, dass die noch fehlende Freigabe der Wettbewerbshüter aus den USA Ende 2019 oder Anfang 2020 erfolgen sollte. Nachdem die EU bereits im Herbst grünes Licht für den Zukauf in Höhe von 9 Milliarden Euro gegeben hatte, lässt die Genehmigung in den USA weiter auf sich warten. In der Vergangenheit war die angepeilte Übernahme des US-Halbleiterspezialisten Wolfspeed am Veto der Behörden gescheitert.
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