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Studie der Universität Siegen

Digitalkompetenz hat nichts mit dem Alter zu tun

von - 15.04.2020
Digitales Know-how
Foto: Song_about_summer / shutterstock.com
Junge Menschen haben nicht per se eine deutlich höhere digitale Kompetenz als ältere Menschen. Entscheidend sind unter anderem Geschlecht, Vorerfahrung, Technikaffinität und Bildungshintergrund.
Zöbis
Das Zentrum für ökonomische Bildung der Universität Siegen (Zöbis) hat die digitale Kompetenz von Verbauchern untersucht.
(Quelle: uni-siegen )
Das haben Dr. Michael Schuhen, Dr. Susanne Kollmann und Minou Seitz von der Universität Siegen herausgefunden. In einer Studie haben die Wissenschaftler den Umgang von Verbrauchern mit den technischen und digitalen Strukturen des Internets der Dinge (IoT) erforscht. Die Studie des Zentrums für ökonomische Bildung der Universität Siegen (Zöbis) ist eine der ersten zu diesem Thema in ganz Deutschland.
Smart Home, digitale Gesundheit und autonomes Fahren – um diese Themenkomplexe ging es für die Testpersonen der Studie beispielhaft. Zunächst konnten die Probanden ihre Kompetenzen in einem Onlinetest selbst einschätzen. Außerdem entwickelten die Forscher einen Wissenstest zu den Themen Internet allgemein und Internet der Dinge. Anhand von Test-Situationen sollten die Befragten unter Beweis stellen, wie kompetent sie mit Datenentstehung, Datensicherheit, Datenweitergabe und Datenverarbeitung von persönlichen Daten umgingen.

Digitale Kompetenz hängt von vier Faktoren ab

Das Ergebnis der Studie überrascht. Es gibt beispielsweise vier entscheidende Faktoren, die Einfluss auf das Wissen der Testpersonen in den Bereichen Internet allgemein und Internet der Dinge haben: Das Geschlecht, die Vorerfahrung im Umgang mit digitalen und vernetzten Strukturen im Haushalt, die Technikaffinität sowie der Bildungshintergrund. Das Alter spielt hingegen keine Rolle. Bei der digitalen Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit nimmt der Einfluss des Alters als Einflussfaktor zwar zu, altersbedingte Unterschiede fallen aber auch hier deutlich geringer aus als erwartet.
Besonders im Bereich der digitalen Gesundheit schnitt die Personengruppe über 60 Jahre gut ab. Das erklären die Wissenschaftler damit, dass Senioren vermutlich aufgrund ihrer Erfahrungswerte im Gesundheitsbereich entscheidende Kompetenzen mitbringen, die sie im Internet der Dinge speziell beim Thema digitale Gesundheit gut anwenden können.
Probanden mit dem größten Wissen sind vornehmlich männlich, haben einen hohen Bildungsabschluss, sind technikaffin und verfügen über zahlreiche Erfahrungswerte im Umgang mit digitalen und vernetzten Strukturen im Haushalt. Grundsätzlich fanden die Forscher heraus, dass alle Testpersonen wenig bis kein Geld für den Schutz ihrer Daten ausgeben möchten.
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