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Nationaler IT-Gipfel

Deutsche IT-Branche muss aufholen

von - 08.11.2016
Digitalisierung
Foto: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
Anlässlich des anstehenden IT-Gipfels fordern führende Wissenschaftler eine Aufholstrategie für die europäische und deutsche IT-Wirtschaft, um mit Wettbewerbern aus Asien und den USA mitzuhalten.
Deutschland und Europa müssen nach Ansicht führender Wissenschaftler im Bereich der Informationstechnik (IT) gemeinsam mehr tun, um mit den USA und Asien mitzuhalten. "Nur so können wir uns gegen die Übermacht der großen IT-Anbieter aus Amerika und Asien wirksam verteidigen", mahnen der Chef des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken, Wolfgang Wahlster, und der Unternehmer und Wirtschaftsinformatiker August-Wilhelm Scheer in einem Papier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
Es gebe in Europa zwar einen sehr großen Markt für IT-Anwendungen, Europa spiele aber auf der Anbieterseite bei Hard- und Software "gemessen an unserer Marktbedeutung eine zu geringe Rolle". Es dürfe nicht sein, dass die USA die geistige Leistung lieferten, Asien produziere und Europa kaufe. "Dies können wir nur durch eine europaweite Aufholstrategie ändern, mit dem Ziel, unsere Kompetenzen einzubringen, um eine Führungsrolle auf dem IT-Sektor einzunehmen."

Manifest für den IT-Gipfel in Saarbrücken

Die beiden Professoren veröffentlichten ihr "Manifest" mit Blick auf den vom Bundeswirtschaftsministerium veranstalteten nationalen IT-Gipfel vom 16./17. November in Saarbrücken. Zu dem Treffen werden rund 1000 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft erwartet. Darunter sind auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und mehrere Kabinettsmitglieder.
Auch klassische Branchen, in denen Deutschland und Europa führend auf dem Weltmarkt seien, könnten ohne eigene IT-Kompetenz nur noch durch Kooperationen mit den USA und Asien modernisiert werden: "Das heißt, wir sind abhängig und nicht mehr an der Spitze der Entwicklung." Um die Führungsrolle in erfolgreichen Branchen beizubehalten und auszubauen, brauche es einen Digitalisierungsruck.
Die Politik müsse den Ausbau der Kommunikationsinfrastruktur durch Projekte und Ziele fördern. Im Bereich des sogenannten E-Government seien bundesweit einheitliche System nötig, einzelne Initiativen von Ministerien und Ländern müssten koordiniert werden. Der Staat müsse "seine Rolle als Leitinvestor wahrnehmen", damit Schlüsselkompetenzen ausgebaut werden könnten.
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