Cloud-Kosten vs. On-Premise-Kosten

So wird die Private Cloud finanziell tragbar

von - 29.11.2017
Private Cloud
Foto: BeeBright
Die Private Cloud verspricht mehr Sicherheit, ist vielen Firmen aber zu teuer. Technische Entwicklungen sorgen dafür, dass auch die Wirtschaftlichkeit nicht zu kurz kommt.
Langsam, aber sicher steigt die Akzeptanz der Cloud in Deutschland. Zeigten sich im Jahr 2011 nur 28 Prozent der von Bitkom Research im Auftrag von KPMG für die jährlich durchgeführte Studie „Cloud-Monitor“ befragten Unternehmen „eher aufgeschlossen und interessiert“ an Cloud-Computing, waren es 2016 schon rund 47 Prozent. Gleichzeitig sank der Anteil der Cloud-Gegner, die sie „eher kritisch und ablehnend“ sehen, von 38 auf 25 Prozent. Zwei von drei Unternehmen haben diese positive Einstellung auch in die Tat umgesetzt und nutzen nun bereits die Cloud in ihren verschiedenen Formen.
Der Anteil der Unternehmen, die auf eine Private Cloud setzen, ist dabei kontinuierlich höher als der Anteil der Pu­blic-Cloud-Nutzer.
Axel Pols
Geschäftsführer von Bitkom Research
Foto: Bitkom Research
„Cloud-Computing ist eine Basis-Technologie der Digitalisierung.“
„Cloud-Computing ist eine Basis-Technologie der Digitalisierung“, begründet Axel Pols, Geschäftsführer von Bitkom Research, die zunehmende Verbreitung und Nutzung der Cloud. Richtig eingesetzt könne sie nicht nur Geschäftsprozesse effizienter machen, sondern auch die Sicherheit erhöhen. Marko Vogel, Director Cyber Security bei KPMG, ergänzt: „Die Studie zeigt, dass sich viele Cloud-Nutzer mittlerweile spezieller Security-Services bedienen, um ihre Cloud-Lösungen abzusichern.“ Die Cloud müsse genauso sicher werden wie die interne IT, so Vogel.
Typische Lösungen in der Public Cloud bergen jedoch einige Risiken. So teilen sich in der Regel Dutzende, wenn nicht gar Hunderte oder Tausende Kunden die bereitgestellten Dienste. Das macht sie auf der einen Seite so skalierbar und hilft auch dabei, die Kosten niedrig zu halten. Auf der anderen Seite gab es in der Vergangenheit immer wieder gravierende Sicherheits­lücken, sodass manche Cloud-Nutzer auf andere Instanzen und dort abgelegte Inhalte zugreifen konnten. Teilweise wurden dafür Fehler in der Implementierung, teilweise aber auch unsichere Konfigurationen ausgenutzt.
So wurden beispielsweise im Sommer dieses Jahres die persönlichen Daten von fast 200 Millionen US-Wählern auf einem nicht ausreichend abgesicherten S3-Storage-Server bei den Amazon Web Services (AWS) entdeckt.
Varianten der Private Cloud
Bitkom Research unterscheidet bei der Private Cloud vier Varianten:
Interne Private Cloud: Aufbau der internen IT nach dem Cloud-Konzept. Die Infrastruktur und die Daten bleiben im Unternehmen.
Managed Private Cloud: Ein Outsourcing-Anbieter betreibt eine Cloud-Lösung für den Kunden. Die Infrastruktur bleibt im Unternehmen.
Hosted Private Cloud: Ein Outsourcing-Anbieter betreibt eine Cloud-Lösung für den Kunden. Die Infrastruktur befindet sich im Rechenzentrum des Dienstleisters.
Community-Cloud: Private Cloud, die von einem begrenzten Kreis von Unternehmen betrieben wird, zum Beispiel einer Branche.
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