Trends für 2019

Neue Herausforderungen bei der Digitalisierung

von - 07.12.2018
2019
Foto: ANNA ZASIMOVA / shutterstock.com
Digitale Trends unterliegen dem steten Wandel. Neben KI-, Cloud- und Analytics-Lösungen wird voraussichtlich Quanten-Computing zu einem bestimmenden Thema in 2019 werden.
Erfolgreiche Unternehmen können mit Veränderungsprozessen gut umgehen, sie erkennen neue Entwicklungen und reagieren auf den Wandel. Sie warten nicht ab, sondern werden selbst aktiv. Die Digitalisierung weist allerdings Unterschiede zu anderen Wandlungsprozessen auf: Die ihr zugrundeliegenden Technologien bedingen nicht nur Veränderungen, auch sie selbst verändern sich in schneller Folge. Innovationen und Prozesse, die auf digitalen Trends beruhen, müssen daher mit hoher Dynamik angepasst werden.
Die Einschätzungen von Marktforschern, Beratern und Branchenverbänden helfen dabei, die neuesten Trends zu ermitteln. Den Unternehmen bleibt die Aufgabe, deren unternehmensspezifische Auswirkungen festzustellen und in ihre Strategie einfließen zu lassen.

Chance und Herausforderung

Innovative Unternehmen haben schnell Ideen, wie man neue IT-Entwicklungen gewinnbringend nutzen kann. Der Einsatz neuer Technologien muss jedoch immer auch als mögliches Risiko eingestuft werden.
Darauf weisen zum Beispiel Industrieversicherer hin. So ist die Gefahr, die von neuen Technologien wie Künst­licher Intelligenz, Drohnen oder der Nanotechnik ausgeht, im weltweiten Ranking des aktuellen „Allianz Risk Barometer“ von Rang zehn auf Rang sieben geklettert.
„Unternehmen sollen neue Technologien nicht als Selbstzweck einführen, aber sie sind gut beraten, sich mit ihren Möglichkeiten zu beschäftigen und die Chancen für das eigene Geschäftsmodell auszuloten – oder für völlig neue Geschäftsmodelle“, erklärt Achim Berg, Präsident des Digitalverbands Bitkom.
Achim Berg
Achim Berg
Präsident des Digital­verbands Bitkom
Foto: Bitkom
„Unternehmen sollen neue Technologien nicht als Selbstzweck ein­führen, aber sie sind gut beraten, sich mit ihren Möglichkeiten zu beschäftigen und die Chancen für das eigene Geschäftsmodell auszuloten (…).“
In jedem Fall stellen sowohl die Veränderungen bei bestehenden Digitaltechnologien als auch neue IT-Entwicklungen die Unternehmen in Deutschland vor Herausforderungen. Welche dies im kommenden Jahr sein werden, darüber herrscht bei den Experten nicht unbedingt Einigkeit.

BVDW: Sicherheit, Transparenz, KI

Nach Einschätzung von Stephan Noller, Vizepräsident beim Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW), wird 2019 das Thema IT-Sicherheit nochmals deutlich an Relevanz gewinnen: „Die Daten, die erhoben und verarbeitet werden, werden zunehmend sensibler und damit einhergehend steigen auch die Anforderungen an die Sicherheit. Auch vor dem Hintergrund dieser Entwicklung werden Anbieter verstärkt in der Pflicht sein, sich um Transparenz in Bezug auf die Verwahrung und die Verarbeitung von Daten zu bemühen.“
Stephan Noller
Stephan Noller
Vizepräsident des BVDW
Foto: Bundesverband Digitale Wirtschaft
„Generell kann man ­sagen, dass durch die ­Digitalisierung die Vernetzung deutlich ­zunehmen wird - bei gleichzeitig tieferem ­Eindringen der Datenquellen und IoT-Sensorik in unseren Alltag.“
Warum das Thema Transparenz 2019 wichtig werde, begründet Noller so: Vor allem in Richtung Endkunden werde Transparenz entscheidend zur Akzeptanz auch neuer Technologien und Anwendungen beitragen. „Hierzu zählt zum Beispiel Künstliche Intelligenz. Das ist eher eine Basis-Innovation, die zahlreiche Prozesse und Geschäftsmodelle beeinflussen und verändern wird.“
Neben der steigenden Bedeutung von Sicherheit, Transparenz und Künstlicher Intelligenz nennt der BVDW-Vizepräsident die zunehmende Vernetzung als wichtigen Trend: „Generell kann man sagen, dass durch die Digitalisierung die Vernetzung deutlich zunehmen wird – bei gleichzeitig tieferem Eindringen der Datenquellen und IoT-Sensorik in unseren Alltag.“ Aus diesem Grund müssten auch etablierte Sicherheitskonzepte völlig neu gedacht werden und zum Beispiel Technologien wie die Blockchain mit in die Überlegungen einbezogen werden.
Die Folgen für die Unternehmen sind nicht rein technischer Natur: Die größte Herausforderung dürfte, so Noller, darin liegen, von diesen Entwicklungen zu profitieren und sie gewinnbringend in das eigene Unternehmen zu integrieren. Hierbei sei es auch wichtig, in Richtung digitaler Geschäftsmodelle wie Pay per Use zu arbeiten – auch für Unternehmen, die sich noch nicht als „digital“ definierten, wie der Maschinenbau. Aufklärung und Transparenz müssten damit einhergehen – Technologien könnten nur dann erfolgreich sein, wenn sie entsprechend akzeptiert und angenommen werden.
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