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Digitaler Fingerabdruck

Wie YouTube Piraterie bekämpft

von - 16.08.2016
YouTube auf dem Mac
Foto: Alexey Boldin / Shutterstock.com
Während das Geschäft mit Streaming schnell wächst, schießt sich die Branche auf Googles Videoplattform YouTube ein, bei der man viele Songs kostenlos hören kann.  Der Konzern verweist auf die Content-ID.
Wer schon einmal ein Video auf YouTube hochgeladen hat, kennt das vielleicht. Im Clip ist ein bekannter Song enthalten, etwa als musikalische Untermalung oder Karaoke-Darbietung - und wenig später landet eine E-Mail von YouTube im Postfach.
YoutTube
Laut YouTube haben sich im Musikbereich inzwischen 95 Prozent der Songrechteinhaber dafür entschieden, via Content ID Geld zu verdienen.
(Quelle: Jenny Tobien)
"Ein Rechteinhaber, der Content ID verwendet, beansprucht Inhalte in Deinem Video", heißt es darin. Und: "Keine Sorge, Du bekommst keinen Ärger." Der Clip müsse nicht gelöscht werden, allerdings verdiene der Rechteinhaber an den Werbeeinnahmen, die rund um das Video generiert würden.
Laut YouTube haben sich im Musikbereich inzwischen 95 Prozent der Songrechteinhaber dafür entschieden, via Content ID Geld zu verdienen. Und: Mehr als 50 Prozent der Umsatzes der Musikbranche auf YouTube würden auf diesem Weg erzielt. Lange Zeit litt die Branche arg unter der Piraterie im Internet. Ist ein solcher "digitaler Fingerabdruck" nun der Weg, um auch auf Gratis-Plattformen gutes Geld zu verdienen?
"Nein", sagt Florian Drücke vom Bundesverband Musikindustrie (BVMI). Maßnahmen wie Content ID reichten nicht aus. "Es muss endlich klargestellt werden, dass auch Online-Plattformen wie YouTube Lizenzen für ihre Inhalte zahlen müssen - so, wie es Spotify, Apple Music oder Deezer tun", fordert er.
Wie funktioniert die Content ID genau? Die Rechteinhaber können Songs, aber auch Kinofilme oder Sport-Livestreams zu YouTube als sogenannte Referenzdatei übertragen. Daraus wird dann eine Art digitaler Fingerabdruck erstellt, mit dem das Material wiedergefunden werden kann. Der Datenpool der Google-Tochter umfasst derzeit etwa 50 Millionen Referenzdateien mit einer Gesamtdauer von rund 600 Jahren. Dem gegenüber stehen die 400 Stunden Material, die minütlich weltweit auf die Videoplattform hochgeladen werden. Die Daten werden miteinander abgeglichen. Kommt es zu einem Treffer, werden beide Seiten darüber informiert. Der Rechteinhaber hat die Möglichkeit, seinen Inhalt zu blockieren – oder damit Geld zu verdienen.
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