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Quartalszahlen

Software AG überrascht mit klarem Plus bei Umsatz und Gewinn

von - 22.10.2019
Software AG
Foto: Jer123 / shutterstock.com
Der Umsatz der Software AG stieg im Jahresvergleich um rund 7 Prozent und beschert dem Unternehmen damit deutlich bessere Ergebnisse als zunächst erwartet. Insgesamt wuchs der Konzerngewinn auf 44 Millionen Euro an.
Die Software AG setzt nach einer rumpeligen ersten Jahreshälfte zur Kehrtwende an. Laut dem seit gut einem Jahr amtierenden Vorstandschef Sanjay Brahmawar zeigen sich im dritten Quartal erste positive Auswirkungen seiner auf Wachstum ausgerichteten Strategie. Der Fokus auf die Produkte, die Vertriebsoffensive und der Ausbau von Partnerschaften zahlten sich zunehmend aus, sagte er am Dienstag im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die Aktie legte stark zu und konnte den bisherigen Jahresverlust damit eindämmen.
Sowohl die zuletzt enttäuschende Digitalsparte zur Verzahnung von IT-Systemen als auch das Datenbankgeschäft überzeugten im dritten Quartal. "Das kommt nicht von Zauberei, das war richtig harte Arbeit", sagte Brahmawar.

Starke Umsatzentwicklung

Die Aktie des im MDax notierten Unternehmens kletterte am Vormittag kräftig um fast 11 Prozent auf 30,02 Euro. Baader-Bank-Experte Knut Woller sprach von einem "fast perfekten Quartal". Die Markterwartungen für die operative Marge könnten sich nach dem dritten Quartal als zu vorsichtig erweisen. JPMorgan-Expertin Stacy Pollard lobte die starke Umsatzentwicklung. Allerdings zeige sich diese Entwicklung noch nicht in demselben Maße in den Zukunftsbereichen, sondern bislang vor allem in der Datenbanksparte. Es bleibe daher "abzuwarten, bis das Digitalgeschäft und der Geschäftsbereich IoT die Führungsrolle übernehmen".
Der Konzernumsatz kletterte zwischen Juni und Ende September im Jahresvergleich um 7 Prozent auf 224,2 Millionen Euro. Vom Unternehmen befragte Analysten hatten lediglich mit einem Wert auf Vorjahresniveau gerechnet. Die Digitalsparte (ohne Cloud- und Vernetzungssoftware), für welche die Software AG im Juli noch die Prognose senken musste, profitierte von einem starken Geschäft in Europa, dem Nahen Osten und einer Erholung in Nordamerika. In den USA hatte das Geschäft zuletzt deutlich gestottert, nun sprach Vertriebschef John Schweitzer von einer guten Entwicklung vor allem auch bei Kunden aus dem öffentlichen Sektor.
Der größte Geschäftsbereich ist das Sorgenkind der Darmstädter, weil Verzögerungen bei größeren Vertragsabschlüssen immer wieder für starke Schwankungen sorgen und die Anleger verunsichern. Brahmawar will im Rahmen seiner Strategie das Erlösmodell auf Abonnements umstellen, um die Umsätze zu verstetigen. Das wird aber zunächst die Profitabilität belasten, weil die großen Einmalzahlungen für Softwarelizenzen dann ausbleiben. "Es liegt noch viel Arbeit vor uns", sagte Brahmawar. Allerdings zeigte sich die Tendenz zum Abomodell auch zuletzt bereits bei den neuen Bestellungen.
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