Modulare Rechenzentren mit Cloud-Anbindung

Die Hardware muss mithalten

von - 23.01.2019
Unternehmen wollen und müssen heute schneller in der Lage sein, ihre IT für neue Technologien oder Prozesse auszurichten. Laut aktuellem „Cloud-Monitor“ des Digitalverbands Bitkom nutzen deshalb mehr als zwei Drittel der deutschen Unternehmen bereits Cloud-Services. Mit der Cloud und dem Aufkommen neuer Technologien aber hat sich ein Anspruchsdenken an die Bereitstellung, die Kosten und die Flexibilität von IT-Infrastruktur etabliert, das sich auch auf die physischen Ressourcen erstreckt. Ausgehend von einer höheren Taktung technischer Innovationen und sinkenden Preisen durch fortschreitende Standardisierung erwarten Unternehmen einen schnellen, unkomplizierten und bedarfsorientierten Zugriff auf Infrastrukturkomponenten.
Gleichzeitig sorgen technologische Entwicklungen sowie gestiegene Sicherheitsanforderungen dafür, dass physische IT-Ressourcen wieder stärker in den Mittelpunkt rücken. Dazu gehören eine durchgängige, standortunabhängige Datenverfügbarkeit und die lokale Verarbeitung in Echtzeit als grundlegende Elemente digitaler Geschäftsmodelle. Für solche Echtzeitanalysen stellen Latenzen im Millisekunden-Bereich einen maßgeblichen Knackpunkt dar. Um das zu gewährleisten, müssen Systeme in regionaler Nähe die Daten verarbeiten. Hier ist Edge-Computing ein essenzielles Thema.
Supriyo Bhattacharya
Business Development ­Manager bei iNNOVO Cloud
Foto: iNNOVO
„Die Cloud reicht nicht immer aus, da Unter­nehmen bei neuen Geschäftsmodellen eine hohe ­Skalierbarkeit und Flexibilität genauso von den physischen Ressourcen erwarten.“
Ein Beispiel, das auf hoher Datenverfügbarkeit und Echtzeitverarbeitung basiert, ist die Blockchain-Plattform we.trade für Handelstransaktionen. Dahinter steht ein internationales Finanzkonsortium, zu dem unter anderem UBS, UniCredit und die Santander Bank gehören. Ziel ist es, den aufwendigen Prozess für Handelsfinanzierungen vollständig zu digitalisieren und zu automatisieren. Bisher umfasst dieser vor allem viele Papierdokumente, die für alle Partner jederzeit einsehbar und immer aktuell sein müssen. Beteiligte Experten gehen davon aus, dass sich der Prozessaufwand auf ein Zehntel reduziert und deutlich beschleunigt.
Generell müssen Unternehmen der Finanzbranche immer mehr in der Lage sein, sofort auf Veränderungen auf den international verknüpften Finanzmärkten wie etwa Kursschwankungen an den Börsen zu reagieren. Und das funktioniert nur mit einer modernen, agilen IT-Landschaft. Gleichzeitig verarbeiten Unternehmen aber auch Daten, die wesentlich geringere Anforderungen stellen und sich pro­blemlos an weiter entfernten Standorten über die Cloud verarbeiten lassen. Unternehmen stehen vor der schwierigen Aufgabe, die unterschiedlichen Anforderungen an ihre IT-Infrastruktur unter ein Dach zu bekommen.
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