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Neuer Streaming-Dienst

Google droht mit YouTube-Sperre

von - 19.06.2014
Keine halben Sachen: Google will Musik-Labels, die nicht bei YouTubes neuem Streaming-Dienst mitmachen wollen, offenbar komplett von der Videoplattform verschwinden lassen.
Foto: Shutterstock - Featureflash
Keine halben Sachen: Google will Musik-Labels, die nicht bei YouTubes neuem Streaming-Dienst mitmachen wollen, offenbar komplett von der Videoplattform verschwinden lassen.
Gerüchte, dass YouTube an einem kostenpflichtigen Musik-Dienst arbeitet, gibt es schon seit einigen Monaten. Nun hat sie die Google-Tochter bestätigt und verkündet damit im Herbst dieses Jahres an den Start gehen zu wollen. Gleichzeitig droht YouTube allerdings allen Musik-Labels, die nicht daran teilnehmen wollen.
Wie Google Vize-Präsident Robert Kyncl der Financial Times sagte, könnten Videos von Musikern dieser Labels schon in den kommenden Tagen komplett von der Videoplattform verbannt werden. Medienberichten zufolge sollen davon auch Plattenfirmen bedroht sein, bei denen Musiker wie Adele, Arctic Monkeys oder Radiohead unter Vertrag sind.
Über den vermutlich „Youtube Music Pass“ genannten Dienst sollen Nutzer gegen Gebühr Musik streamen und offline anhören können. Damit will Google anderen Anbietern wie Spotify, Apple oder Amazon Konkurrenz machen.
Wie die Süddeutsche Zeitung schreibt, habe YouTube dafür in den vergangenen Monaten Lizenzverträge verschickt und die Sperre bei Nicht-Unterzeichnung angekündigt. Mit Universal Music Group, Sony Music Entertainment und Warner Music seien bereits Partnerschaften geschlossen, mit der internationalen Rechteagentur Merlin, die nach Unternehmensangaben mehr als 100.000 unabhängige Plattenfirmen vertritt, seien die Verhandlungen allerdings gescheitert.
„Die Künstler sind stinksauer, genau wie wir“, zitiert die SZ Rich Bengloff, Präsident der Kleinlabel-Vereinigung American Association for Independent Music (A2IM). YouTube habe zunächst mit den großen Labels Verträge verhandelt und dann den kleineren Firmen deutlich schlechtere Konditionen angeboten. Anfang Juni hat Bengloff deshalb einen offenen Brief an die US-Handelskommission geschrieben, indem er die Google-Tochter beschuldigt, ihre marktbeherrschende Stellung auszunutzen.
Viele, gerade unbekannte Musiker, sind schließlich auf YouTube als Verbreitungskanals angewiesen. Die Musik-Plattform ist gerade bei Jugendlichen sehr populär: In Deutschland ist YouTube hinter Facebook die zweitbeliebteste Online-Plattform.
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