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Neue Betrugsmasche

Polizei warnt Unternehmen vor „CEO-Betrug“

von - 17.08.2015
Warnung vor CEO Fraud
Foto: Shutterstock/Gustavo Frazao
Die Bayerische Polizei weist auf eine in Deutschland noch relativ unbekannte Betrugsmasche hin, mit der Kriminelle schon Millionenbeträge von Unternehmen ergaunert haben.
„Guten Tag, hier spricht der Chef.“ Ganz so leicht werden es sich die Betrüger wohl nicht gemacht haben, die im Juli einen Maschinenbauer in Bayern um eine Million Euro betrogen haben. Fälle wie dieser, vor denen jetzt das Polizeipräsidium München warnt, werden „CEO Fraud“ genannt. Sie treten immer häufiger auf.
Eingang Polizeipräsidium München
Eingang Polizeipräsidium München: Die Polizei warnt Unternehmen vor einer hierzulande noch kaum bekannten Betrugsmasche.
(Quelle: Münchner Polizei)
Bei einem CEO Fraud kontaktieren Unbekannte einen oder mehrere Mitarbeiter eines Unternehmens per E-Mail oder Telefon und geben sich ihnen gegenüber als Vertreter der Geschäftsführung aus.
Bei dem genannten international tätigen Maschinenbauunternehmen, das auch eine Niederlassung in München betreibt, erhielt ein ranghoher Mitarbeiter eine E-Mail, die vermeintlich vom Geschäftsführer des Gesamtunternehmens stammte. In diesem Schreiben „wurde über geheime Verhandlungen berichtet, welche eine Unternehmensübernahme einleiten sollen“, berichtet das Polizeipräsidium in einer öffentlichen Mitteilung.
Zur Abwicklung des Geschäfts würde eine Anzahlung in Höhe von einer Million Euro benötigt. Daraufhin meldete sich ein angeblicher Anwalt von einer anderen E-Mailadresse aus und teilte dem Opfer die Transaktionsdaten mit. Der Empfänger wurde aufgefordert, über den Vorgang Stillschweigen zu bewahren und sein privates E-Mail-Konto für die weitere Kommunikation zu verwenden.
„Da der Täter auf Grund seines Auftretens als Geschäftsführer erheblichen Druck auf den Mitarbeiter ausübte und den Sachverhalt auf Grund der aktuellen Unternehmenssituation sehr plausibel erschien, gab dieser die Zahlung frei“, schreibt die Polizei. Ein weiterer Versuch der Kriminellen, eine Überweisung von zehn Millionen Euro anzustoßen, weckte dann aber doch das Misstrauen des Mitarbeiters.
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