So motivieren Sie Ihre Mitarbeiter richtig

Chefs sollten ihr Lob gut einteilen

von - 01.02.2016
Paradoxerweise ist es aber gerade das Lob, das Menschen häufig mehr verunsichert denn motiviert: Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn ein Vorgesetzter ein Lob nur selten ausspricht und der Mitarbeiter schlicht nicht daran gewöhnt ist. Unweigerlich fragt er sich dann, ob mit dem Lob auch eine Forderung oder ein Wunsch verbunden ist, frei nach dem Motto: „Der will doch etwas von mir ...“
Lob im Business-Alltag
Schulter klopfen: Richtig loben ist eine Kunst und will gelernt sein.
(Quelle: Shutterstock/KPG_Payless )
Umgekehrt gilt aber auch: Chefs, die bei jeder Gelegenheit in überschwängliches Lob ausbrechen, wirken auf ihre Mitarbeiter schlicht unglaubwürdig – und das Lob verliert an Wert. Statt zu motivieren, verhallt es ungehört im Raum oder wirkt im schlimmsten Fall sogar destruktiv, weil der Mitarbeiter sich nicht ernst genommen fühlt. Dies gilt im Übrigen auch für den Tadel. Wird er zu häufig geäußert, so prallt er irgendwann am Menschen ab.
Eine häufige Reaktion von Menschen auf Lob ist zudem, das Kompliment zu ­relativieren – Frauen machen das in der Regel öfter als Männer, aber auch diese neigen dazu. So lautet die Antwort auf „Das haben Sie aber gut gemacht“ oftmals: „Ach, das war doch nichts ...“ Hört der Chef ­diesen Satz mehrmals, so kommt er früher oder später unweigerlich zu dem (Trug-)Schluss, dass ein Lob eigentlich überflüssig ist. Die Beispiele zeigen: Richtig loben ist eine Kunst und will gelernt sein.

Besser loben im Geschäfts-Alltag

Dabei sind es eigentlich nur einige kleine Feinheiten, die es zu beachten gilt. Allen voran muss ein Lob ehrlich sein, dem Mitarbeiter muss klar sein, womit er es verdient hat. Für Vorgesetzte gilt deshalb: „Bleiben Sie bei den Fakten, übertreiben Sie nicht – spielen Sie die Angelegenheit aber auch nicht herunter.“
Je genauer das Lob auf Details eingeht, desto authentischer wirkt es – und der Mitarbeiter hat dabei noch die Chance, aus dem Lob zu lernen, indem er sieht, was er besonders gut gemacht hat.
Dabei sollte das Lob auch emotional geäußert werden – ein monotones „XY haben Sie gut gemacht“ erreicht den Mitarbeiter nur auf rationaler Ebene und verfehlt den ganzen Menschen. Das Kompliment sollte sich deshalb auch in der Stimme des Lobenden widerspiegeln.
Oft wird Lob zudem gemeinsam mit Einschränkungen geäußert. Dieses Muster werden die meisten Menschen aus ihrer Kindheit kennen: „Das hast du gut gemacht, aber ....“ In der Erziehung mag das ja ein probates Mittel sein, im Job sollte es allerdings nur in Ausnahmefällen angewendet werden – etwa bei der Einarbeitung neuer Mitarbeiter oder Auszubildender. Denn letztlich degradiert die Kritik das Lob nur zur Fassade.
Das einfachste und auch effektivste Mittel, um Mitarbeiter zu ermutigen und natürlich auch zu motivieren, sind allerdings ehrliches Interesse und Wertschätzung – sowohl beruflich als auch privat.
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