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Update für Purity bringt NVME over Fabric

Pure Storage setzt auf die Cloud

von - 20.02.2019
Ingenieur im Rechenzentrum
Foto: Alexandru Chiriac / Shutterstock.com
Pure Storage drückt aufs Gas und will künftig auch im Geschäft mit Data Protection mitmischen. Hierfür setzt der Hersteller auf die Cloud. Mit einer weiteren Neuankündigung will der Spezialist für Flash Storage Latenzen senken und die Server seiner Kunden entlasten.
Speicherspezialist Pure Storage baut aus und drängt stärker ins Geschäft für Backup und Archivierung. Zusätzlich zu Anwendungsbereichen wie SAP, maschinelles Lernen oder VDI soll Data Protection künftig zu einem weiteren Standbein für das Unternehmen werden. "Wir wollen dort sein, wo wir große Dinge bewegen können und einen hohen Impact haben", nennt Markus Grau, Principal Systems Engineer bei Pure Storage in einem Hintergrundgespräch mit com! professional die Beweggründe.
Vergangenes Jahr akquirierte der Speicherhersteller das Unternehmen Store Reduce, einen Anbieter von Storage Software. Besonders interessant ist deren Technik für die Datendeduplizierung. Pure Storage hat Store Reduce inzwischen komplett absorbiert. Damit ist auch der Name verschwunden. Die gleichnamige Lösung von Store Reduce heißt jetzt Object Engine und der Hersteller hat Großes damit vor. 
Bei Pure will man mit der Technik Kunden von der Disk-zu-Disk-zu-Tape-Ära in ein neues Zeitalter führen: Flash-zu-Flash-zu-Cloud (F2F2C) soll die Prämisse künftig in IT-Abteilungen lauten. Statt auf Band, würden Daten künftig in der Cloud in Objektspeicherumgebungen archiviert und bei Bedarf aus in in die Flash-Speicher der Kunden zurückgespielt.
Die Object Engine soll die Brücke zwischen On-Premise-Flash-Speicher und der Cloud schlagen, umreißt Grau die Vision von Pure Storage. Dass Kunden ihre bisherigen Speicherlösungen nicht einfach über Bord werfen, ist auch Grau klar. Die Object Engine lasse sich deshalb in bestehende Infrastrukturen integrieren und sei kompatibel mit Backup- und Archivierungsprodukten bekannter Hersteller.
Der Kunde nutzt grundsätzlich weiterhin seine Backup- und Archivierungslösungen wie Veritas, Commvault oder Veeam. Allerdings bietet sich Anwendern mit der Object Engine ein zusätzliches Ziel für die Datenspeicherung. "Die Prozesse bleiben für die Anwender gleich, sind aber deutlich schneller", verspricht Grau.

Object Engine soll Kosten sparen

Flash ist schneller, verbraucht weniger Energie und senkt die Latenzzeiten in der Speicherumgebung im Vergleich zu Disk-basierten Speichern. Hinzu kommen steigende Anforderungen an die Technik aufgrund von Big Data Analytics oder Machine Learning, was leistungsstarken Storage erfordert.
Zwei Object Engine Appliances auf einem Blade-Speicher von Pure Storage.
(Quelle: Pure Storage)
Doch Flash kostet noch immer mehr als Disk und Tape. Durch die Deduplizierung könne sich das F2F2C-Modell hingegen rechnen. Object Engine reduziert Daten laut Grau um bis zu 97 Prozent, im eigenen Rechenzentrum und in der Cloud. Das senke wiederum den Preis pro GByte Storage deutlich.
Hinzu kommt, dass für die Datenanalyse auch historische Daten interessant sind, um Entwicklungen zu analysieren und Trends abzuleiten. Sind die Informationen auf Tape gespeichert, dauert deren Auslesung, was Auswertungen erschwert.
Object Engine werde in zwei Varianten gestartet. Als Appliance auf Basis der hauseigenen Speicher des Anbieters. Diese kann nach Herstellerangaben Backups von 25 TByte an Daten innerhalb einer Stunde erstellen.
Speziell ist laut Grau die Geschwindigkeit beim Restore, beim Wiederherstellen von Daten aus dem Backup. In einer Stunde seien 15 TByte wieder vorhanden. "Wir haben Kunden aus der Industrie, die für die Wiederherstellung einer Datenbank mit 15 TByte früher eine Woche benötigten. Mit unserer Lösung passiert das in einer Stunde", zeigt sich Grau begeistert. Die Object Engine Appliance kann ab März über die Channel-Partner des Herstellers bezogen werden.
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