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Geschäft mit Rechenzentren im Umbruch

Rundum-Wohlfühlpakete

von - 01.07.2019
Interessant ist, dass auch Hans Jörg Rütsche diese Tendenz sieht. Der Data-Center-Architekt, der diverse RZ-Großprojekte in der Schweiz umgesetzt hat und heute Miteigen­tümer und CEO der Winterthurer Grapin (ehemals DataHub) ist, registriert ebenfalls den Vormarsch von Cloud-Lösungen. Colocation werde zwar noch thematisiert, führt er aus, sei aber oft nur noch fürs Backup gefragt. Dedizierte Rack-Angebote seien für die Unternehmen kaum mehr von Interesse. Im Fokus sieht auch er IT-Strategien, die den Unternehmen den Umstieg in die Cloud-Nutzung erleichtern. Das sei eine Situation, die inzwischen auch bei den KMUs angekommen sei, wie Rütsche anfügt. Allerdings habe diese Entwicklung auch die Sensibilität für die Orte, an denen die Daten gelagert seien, wachsen lassen, schiebt er nach. Inzwischen hätten selbst die Hyper­scaler erkannt, dass sie mit ihren RZs vor Ort sein müssen. Unternehmen wollen sich bei der IT-Nutzung nicht mehr durch die Grenzen eines RZs beschränken lassen. Ein breites Connectivity-Angebot gerade zu den Hyperscalern werde heute vorausgesetzt. Dass RZ-Betreiber diesbezüglich mit den weltweit agierenden Konkurrenten zusammenarbeiten müssen, verstehe sich von selbst.
Rütsche sieht zudem einen neuen Arbeitsbereich im RZ-Business entstehen, denn künftig müssten RZ-Provider den wachsenden Beratungsbedarf ihrer Kunden adressieren können. Wer "Rundum-Wohlfühlpakete" liefern könne, sei im Vorteil, wie er anfügt. Es gehe längst nicht mehr nur darum, RZ-Platz zu haben, unterstreicht er die Einschätzungen von Semprini. Vielmehr habe man heute Angebote vorzu­legen, deren Offerten vom Datenschutz bis zur Finanzierung alle Aspekte des Servicebezugs zu umfassen haben.

Mit Connectivity Grenzen sprengen

Wie zentral für die immer öfter geforderte Cloud-Nutzung aus einem RZ ein breites Portfolio mit Verbindungsoptionen ist, haben die internationalen RZ-Player schon länger erkannt. So hat Semprini soeben erst eine Zusammenarbeit mit der Swisscom bekannt gegeben. Dabei nutzt die internationale Kundschaft der Swisscom-RZs die Cloud Exchange Fabric von Equinix, um sich sicher und direkt mit Cloud-Service-Providern wie beispielsweise AWS, Microsoft Azure, die Google Cloud Platform, mit IBM SoftLayer, der Oracle Cloud oder mit Salesforce und der vCloud Air von VMware zu verbinden.
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