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Silicon One

Cisco stellt mit neuer Chip-Architektur die Weichen für die Zukunft

von - 16.12.2019
Cisco
Foto: Cisco
Cisco hat Details zur seiner Technologiestrategie bekannt gegeben. Dabei wurden aktuelle Innovationen vorgestellt – darunter eine neue Chip-Architektur namens "Silicon One".
Cisco hat seine "Strategie für das Internet der Zukunft" vorgestellt. Dieses soll, so die Formulierung des Unternehmens, "digitale Innovationen über die Grenzen der aktuellen Infrastrukturen für Performance, Wirtschaftlichkeit und Stromverbrauch hinaus voranbringen". Beim amerikanischen IT-Konzern ist man davon überzeugt, dass der entwickelte Ansatz das Internet "für die kommenden Jahrzehnte" prägen wird.
"Bei der Technologiestrategie von Cisco geht es nicht um die nächste Generation eines einzelnen Produktbereichs", wird David Goeckeler, Executive Vice President und General Manager des Netzwerk- und Security-Geschäfts von Cisco, in einer Mitteilung des Konzerns zitiert. Und weiter: "Wir haben in den letzten Jahren in ganze Kategorien unabhängiger Technologien investiert, von denen wir glauben, dass sie in Zukunft zusammenwachsen – und es uns letztendlich ermöglichen, die schwierigsten Probleme zu lösen, vor die der Fortschritt der digitalen Innovation uns stellen könnte. Diese Strategie bildet die Basis für das bislang ehrgeizigste Entwicklungsprojekt des Unternehmens."

Neue Chip-Architektur als Herzstück

Der Q100 ist der erste Netzwerkchip von Ciscos Silicon-One-Reihe
(Quelle: Cisco )
Die Strategie basiert Cisco zufolge auf Entwicklungen und Investitionen in drei Bereichen: Chips, Optiken und Software. Die Grundlage des gesamten Routing-Portfolios von Cisco wird künftig Silicon One bilden – eine einheitliche, programmierbare Chip-Architektur. Bislang verwende man oft mehrere Mikrochip-Typen mit unterschiedlichen Fähigkeiten in einem Netzwerk oder gar in einem einzigen Gerät, was die Entwicklung neuer Funktionen sowie Tests langsamer und teurer mache, schreibt das Unternehmen. Chips des neuen Typs würden es Netzbetreibern deshalb ermöglichen, Betriebskosten "erheblich" zu senken und die "Time-to-Value" für neue Dienste zu verkürzen.
Cisco beschreibt Silicon One als "ersten Netzwerkchip der Branche, der universell für Service-Provider und Web-Scale-Kunden einsetzbar ist". Konzipiert sei dieser sowohl für integrierte als auch modulare Plattformen. Das erste Modell aus der Reihe nennt sich Q100 und soll laut Hersteller die Routing-Marke von 10 Tbps für die Netzwerkbandbreite übertreffen – ohne Programmierbarkeit, Zwischenspeicherung, Energieeffizienz, Skalierbarkeit oder Funktionsflexibilität zu beeinträchtigen.

Lob von großen Playern

Facebook, Disney, Microsoft und große Telekommunikationsanbieter setzen den Chip offenbar bei sich bereits ein. Najam Ahmad, Vice President Network Engineering bei Facebook, wird denn auch im Communiqué zitiert. "Facebook ist ein großer Befürworter der Disaggregation von Netzwerken und von offenen Ökosystemen und hat wichtige Brancheninitiativen wie das Open Compute Project und das Telecom Infrastructure Project gestartet, um die Netzwerkindustrie zu verändern." Weiter sagt Ahmad: "Die neue Silicon-One-Architektur von Cisco ist auf diese Vision abgestimmt und wir glauben, dass dieses Modell Netzbetreibern vielfältige und flexible Möglichkeiten durch einen disaggregierten Ansatz bietet."
Und künftig will Cisco die neuen Chips angeblich allen Kunden anbieten – egal ob sie Geräte des Herstellers kaufen. Bislang waren diese nur als Komponenten hauseigener Produkte verfügbar.
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