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Bain-Studie

Neustart der Wirtschaft nach Corona-Lockdown

von - 22.05.2020
Corona-Virus
Foto: Pixabay
Eine Studie der Unternehmensberatung Bain & Company beschäftigt sich mit der Wiederaufnahme des Geschäftslebens nach der Corona-Krise
Die teils massiven corona-bedingten Einschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens werden in gewissen Teilen der Welt wieder gelockert. Ebensolch kleine Schritte wird es brauchen, bis die Wirtschaftswelt zur Normalität zurückgekehrt ist. Wie Unternehmen ihren Betrieb erfolgreich wieder aufnehmen und gleichzeitig die Gesundheit ihrer Belegschaft schützen können, zeigt die internationale Unternehmensberatung Bain & Company in ihrer aktuellen Studie "Back to Work: Advance, Retreat, Adapt, Recover".
"Bis es wirksame Medikamente oder Impfstoffe gegen Covid-19 gibt, agiert die Wirtschaft unter völlig veränderten Rahmenbedingungen", erklärt Bain-Deutschlandchef Walter Sinn. "Belastbare Vorhersagen für die Zukunft sind schwer zu treffen. Innerhalb von Tagen können sich Vorschriften, Verfügbarkeiten von Produktionsmitteln oder die Bedürfnisse von Kunden und Belegschaft ändern."

Der Unsicherheit begegnen

Der Bain-Studie zufolge fürchtet derzeit mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer in den weltweit größten Industriestaaten um ihre Jobs. In Deutschland haben Unternehmen laut Bundesagentur für Arbeit für mehr als zehn Millionen Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet. In den USA haben bereits mehr als 33 Millionen Menschen ihren Job verloren. Und in Frankreich ist fast die Hälfte der Angestellten im Privatsektor arbeitslos.
"Die Wirtschaft muss jetzt den schwierigen Spagat schaffen, Arbeitsplätze zu sichern und gleichzeitig Menschenleben zu schützen", stellt Sinn fest. "Für diese Phase höchster Komplexität und Volatilität müssen sich Unternehmen in weiten Teilen völlig neu aufstellen."
Auf die Unsicherheit, die momentan herrscht, muss das Topmanagement mit großer Agilität und der Berücksichtigung unterschiedlichster Szenarien reagieren. Statt auf kurzfristige Effizienz gilt es auf langfristige Stabilität zu setzen. Statt straffer Top-down-Führung ist dezentraleres Agieren angesagt. Und anstelle starrer Periodenplanung ist eine kontinuierliche Marktbeobachtung gefragt. "Unternehmen müssen Freiräume nutzen, aber im Notfall Maßnahmen auch schnell wieder zurücknehmen und sich an veränderte Gegebenheiten anpassen können", so Sinn.

Umfassende Maßnahmen treffen

Ähnlich wie ein Start-up sollten Unternehmen vor der Wiederaufnahme ihres Betriebs genau untersuchen, welche Kundenbedürfnisse in welchen Regionen sie tatsächlich bedienen können. Dadurch können Unternehmen ihre Geschäftsmodelle und Prozesse so ausrichten, dass sie mit Blick auf den veränderten Markt zielsicher produzieren und die richtigen Dienstleistungen anbieten können. Es wird Nachfrageschwankungen geben, die es sorgfältig zu beobachten gilt.
Unternehmen sollten alle sich bietenden Möglichkeiten nutzen, um den Umsatz zu steigern. Gleichzeitig müssen sie den reibungslosen Ablauf aller Geschäftsprozesse sicherstellen: Lieferketten, Produktion, Vertrieb und Service müssen auch in der aktuellen Situation zuverlässig funktionieren. Für mögliche Störungen sollten passende Lösungen entwickelt werden.
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