Ransomware bekämpfen

WannaCry-Entschlüsselungstool für Windows XP und Windows 7 veröffentlicht

von - 19.05.2017
WannaCry Ransomware
Foto:  Zephyr_p / Shutterstock.com
Die Ransomware WannaCry nutzt eine Lücke in Windows, um die Systeme der Opfer zu verschlüsseln. Nutzer von Windows XP und Windows 7 können jetzt auf ein freies Entschlüsselungstool zurückgreifen und ihre Daten retten.
Vor wenigen Tagen noch sorgte die Ransomware WannaCry weltweit für heftige Probleme und Ausfälle bei Windows-Anwendern. Der Erpressertrojaner nutzt eine erst vor kurzem gepatchte Sicherheitslücke in Microsofts Betriebssystem, um die Systeme der Opfer zu verschlüsseln.
Betroffene Anwender unter Windows XP und Windows 7 können jetzt aber auf ein freies Entschlüsselungstool mit dem Namen Wanakiwi zurückgreifen, um ihre Daten zu retten. Die Software wurde von den Security-Spezialisten Adrien Guinet,  Benjamin Delpy und Matt Suiche entwickelt und erfolgreich getestet. Wanakiwi ermittelt den RSA-Schlüssel, den die Ransomeware bei ihrem Angriff genutzt hatte. Dieser kann dann zur Entschlüsselung des Systems angewandt werden.

Reboot betroffener Systeme vermeiden

Da das Entschlüsselungstool die hierfür benötigten Daten aus dem Speicher bezieht, darf das betroffene System seit der Infektion nicht mehr neugestartet worden sein. Ansonsten ist eine Rettung der Daten nicht mehr möglich. Wanakiwi steht kostenlos auf GitHub zum Download bereit.
Die Ransomware WannaCry hat neben zahllosen Privatanwendern auch etliche Firmen befallen. In Deutschland versagten etwa an vielen Bahnhöfen die Gleisanzeigen der deutschen Bahn und in China mussten tausende Tankstellen offline genommen werden. Daneben waren noch verschiedene Organisationen des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS in England, der Telekom-Konzern Telefónica in Spanien und der Versanddienst FedEx in den USA von der Attacke betroffen. Renault soll sogar die Produktion in mehreren französischen Werken gestoppt haben, um die Ausbreitung der Schadsoftware zu verhindern.
Für eine Entschlüsselung verlangen die Erpresser rund 300 Euro. Das Sicherheitsunternehmen CheckPoint warnt allerdings vor einer Bezahlung, da es den Kriminellen rein technisch schon unmöglich sein soll, Zahlungen zuzuordnen und dementsprechend den korrekten Entschlüsselungscode zu versenden.