TN, VA und IPS — Alles über Monitore

IPS-Displays

von Mark Lubkowitz - 13.01.2014
Flachbildschirme mit IPS-Panel sind zwar teurer, dafür verbinden sie die individuellen Vorteile von TN- und VA-Panels.

In-Plane Switching

IPS steht für In-Plane Switching, was ungefähr so viel heißt wie auf gleicher Ebene schaltend. Das bezieht sich darauf, wie die Pixel schalten, um Licht durchzulassen oder zu blockieren.
Auch bei IPS-Panels befinden sich in den Pixeln Flüssigkristalle, die auf eine angelegte Spannung reagieren und ihre Ausrichtung je nach Höhe der Spannung mal mehr, mal weniger stark verändern. Durch die Änderung der Ausrichtung wird mehr oder weniger Licht blockiert.
Großer Betrachtungswinkel: IPS-Panels lassen sich aus einem Winkelbereich von bis zu 178 Grad betrachten, ohne dass es zu Farbverfälschungen oder Kontrastverlust kommt
Großer Betrachtungswinkel: IPS-Panels lassen sich aus einem Winkelbereich von bis zu 178 Grad betrachten, ohne dass es zu Farbverfälschungen oder Kontrastverlust kommt
Bei IPS-Panels bleiben die Flüssigkristalle dabei aber immer waagerecht zur Bildebene liegen. Stattdessen ändern die Flüssigkristalle nur ihre liegende Orientierung um 90 Grad, wie die Zeiger einer Uhr. Ein Wechsel von der Waagerechten auf die Senkrechte wie bei TN-Panels oder umgekehrt wie bei VA-Panels findet also nicht statt.

Vorteile

Die Art und Weise, wie ein Pixel eines IPS-Panels schaltet, bietet gegenüber TN- und VA-Panels erhebliche Vorteile. Pixel eines IPS-Panels lassen sich sehr genau schalten, somit lässt sich die Lichtmenge viel exakter dosieren, als es bei TN- oder VA-Panels möglich ist. Dadurch erreichen IPS-Panels eine extrem hohe Farbtreue. Das ist für Fotografen und Designer wichtig. Denn der Betrachter kann selbst geringe Farbdifferenzen auch bei benachbarten Pixeln ganz genau unterscheiden. Abseits des Profi-Bereichs fällt die hohe Farbtreue auchbei der Darstellung von Windows, beim Spielen und bei der Wiedergabe von Filmen angenehm auf.
Außerdem kann das Licht das Pixel nahezu ungehindert passieren. Der Blickwinkel, aus dem das Bild eines IPS-Panels betrachtet werden kann, ohne dass es zu Farbverfälschungen oder Kontrastverlust kommt, liegt deshalb bei 178 Grad. Mehr geht nicht.
Diese Eigenschaften bietet ein VA-Panel zwar auch, ein IPS-Panel kombiniert sie aber mit recht kurzen Reaktionszeiten. Es kommt bei IPS-Panels nicht zu unerwünschter Schlierenbildung. Bei sehr preisgünstigen IPS-Panels kann allerdings ein leicht violetter Farbstich wahrgenommen werden. Hier lohnt es sich, ein paar Euro mehr zu investieren.
Ein Nebenaspekt ist, dass es bei IPS-Panels nicht zu Farbveränderungen kommt, wenn man das Panel berührt. Im Alltag mag das keine große Rolle spielen. Wird das IPS-Panel aber als Touchscreen genutzt, dann wird dieser Nebenaspekt zu einem wichtigen Merkmal.

Nachteile

Die Nachteile eines IPS-Panels sind eher sekundär. IPS-Panels benötigen im Durchschnitt 15 Prozent mehr Strom als TN- oder VA-Panels. Der Strombedarf ist bei Flachbildschirmen aber ohnehin recht gering.
Winkelförmige Subpixel: Bei S-IPS-Panels sind die Subpixel winkelförmig und ineinander verschoben. Das erhöht den Betrachtungswinkel
Winkelförmige Subpixel: Bei S-IPS-Panels sind die Subpixel winkelförmig und ineinander verschoben. Das erhöht den Betrachtungswinkel
Wer sich für ein IPS-Panel entscheidet, der muss allerdings die höheren Herstellungskosten dieser Panels berücksichtigen, die sich im Gesamtpreis niederschlagen. Erfreulich: In den vergangenen Monaten sind die Preise gefallen. Bereits ab 140 Euro sind IPS-Monitore erhältlich.

Weiterentwicklungen

IPS-Panels sind schon seit einiger Zeit zu haben – weshalb es bereits Weiterentwicklungen gibt. Bei SIPS-Panels sind die Pixel etwa winkelförmig und ineinander verschoben angeordnet und nicht wie sonst rechteckig und parallel. Das wirkt sich nochmals positiv auf die Eigenschaften der Panels aus.
AHIPS- und EIPS-Panels trumpfen mit kürzeren Reaktionszeiten auf als normale IPS-Panels, andere Entwicklungen verbessern den Kontrast.