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TN, VA und IPS — Alles über Monitore

Reaktionszeit, Eingabeverzögerung und Kontrast

von - 13.01.2014

Reaktionszeit ist wichtig für Spieler

Die Reaktionszeit gibt an, wie lange ein einzelnes Pixel benötigt, um von Schwarz auf Weiß und wieder auf Schwarz zu wechseln. Dieser Wechsel vollzieht sich im Millisekundenbereich. Je geringer der Wert ist, desto besser.
Wichtig ist eine kurze Reaktionszeit vor allem für Spieler. Bei actionreichen Spielen erhält der Bildschirm eine schnelle Folge von Bildern. Ist die Reaktionszeit der einzelnen Pixel zu lang, dann können die Pixel nicht in der notwendigen Zeitspanne auf die richtige Farbe wechseln. Das Ergebnis sind Schlieren oder Nachleuchteffekte.
Die längste Reaktionszeit hat ein Pixel, wenn es von Schwarz auf Weiß und wieder zurück wechseln muss. Bei Spielen oder im Arbeitsalltag sind Wechsel von Schwarz auf Weiß auf Schwarz aber selten. Deshalb tunen verschiedene Monitorhersteller die Reaktionszeit, indem sie eine Grau-zu-Grau-Messung durchführen. Anstatt das Pixel von Schwarz auf Weiß zu schalten, wird nur von Dunkelgrau auf Hellgrau gewechselt – was die gemessene Reaktionszeit erheblich senkt.
Ob die Reaktionszeit eines Monitors zu lang ist, lässt sich leicht ermitteln: Wechseln Sie auf einen komplett schwarzen Hintergrund und bewegen Sie dann den weißen Mauszeiger über die Fläche, mal schneller, mal langsamer. Das macht das Nachleuchten deutlich erkennbar.

Eingabeverzögerung

Für Spieler ebenso wichtig wie eine kurze Reaktionszeit ist eine kurze Latenzzeit. Deren Messung ist nicht standardisiert und wird von den Monitorherstellern deshalb auch bei keinem Modell angegeben.
Die Latenzzeit ist die Zeit, die zwischen einer Eingabe und einer Ausgabe verstreicht. Wenn Sie etwa Ihre Maus bewegen, dann kommt das Signal erst mit einer einige Millisekunden dauernden Verzögerung am Rechner an, weil die Maus die Bewegung zunächst registrieren, dann messen und analysieren und schließlich an den Rechner weitergeben muss. Gleiches gilt für das Bild, das auf dem Monitor gezeigt wird. Zwischen der Ausgabe des Bildes durch die Grafikkarte und dem Empfang und der Ausgabe des Bildes durch den Monitor entsteht ebenfalls eine Latenz.
Flüssigkristalle: So funktionieren TN, VA und IPS
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Spieler sprechen hier von Input Lag, von der Eingabeverzögerung. Dabei ist der Monitor allerdings nur ein Glied in der Kette. Latenzen entstehen bei der Eingabe mit Maus und Tastatur, beider Befehlsverarbeitung des Prozessors, bei der Berechnung durch die Grafikkarte und bei der Ausgabe des Bildes auf dem Monitor. Die Summe dieser Latenzen ist dann der Input Lag.
Deshalb ist es zwar wichtig, dass ein Monitor für Spieler eine kurze Latenzzeit hat, aber nicht der Monitor allein ist an einer spürbaren Eingabeverzögerung schuld.

Kontrast – Verhältnis zwischen Dunkel und Hell

Der Kontrast gibt bei einem Monitor das Verhältnis zwischen dem hellsten und dem dunkelsten darstellbaren Bildpunkt wieder. Je höher der Kontrast, desto klarer ist das Bild.
Ohne Kontrast wären die einzelnen Pixel eines Bildes nicht voneinander zu unterscheiden. Je größer der Kontrast eines Monitors, desto besser lassen sich auch farblich sehr ähnliche Pixel voneinander unterscheiden.
Der maximale Kontrast wird gemessen, indem die Helligkeit eines schwarzen und eines weißen Pixels ins Verhältnis gesetzt wird. Bei Monitoren mit TN- oder IPS-Panel liegt der Kontrast normalerweise bei 1000:1, bei VA-Panels sogar bei 3000:1. Das ist der statische Kontrast.
Die Monitorhersteller geben aber gern den dynamischen Kontrast an. Der wird gemessen, indem hinter einem schwarzen Pixel die Hintergrundbeleuchtung abgeschaltet wird. Schwarz wird also noch dunkler und das Helligkeitsverhältnis zwischen Schwarz und Weiß entsprechend größer. Dadurch sind deutlich höhere Kontrastwerte möglich, die bis in den Millionbereich gehen.
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