Smartphone & Tablet

75% aller Apps sammeln personenbezogene Daten

von - 15.09.2014
Eine neue Studie zeigt, dass drei Viertel aller Apps auf sensible Daten der Smartphone- und Tablet-Nutzer zugreifen. Rund ein Drittel der Apps fragt beispielsweise den Standort des Anwenders ab.
Foto: Shutterstock.com/Stuart Miles
Eine neue Studie zeigt, dass drei Viertel aller Apps auf sensible Daten der Smartphone- und Tablet-Nutzer zugreifen. Rund ein Drittel der Apps fragt den Standort des Anwenders ab.
In 19 Ländern untersuchte das Global Privacy Enforcement Network (GPEN) insgesamt 1.211 Apps für Android und Apple iOS. Das Ergebnis: 32 Prozent der Anwendungen forderten den Zugriff auf den Gerätestandort, 16 Prozent wollten die Geräte-ID auslesen und 15 Prozent auf andere Profile des Nutzers zugreifen.
Wissbegierig: Diese Statista-Grafik zeigt, wie häufig Apps auf sensible Daten zugreifen. Von 1.211 Apps für Android und Apple iOS forderten rund ein Drittel den Zugriff auf den Gerätestandort.
Wissbegierig: Diese Statista-Grafik zeigt, wie häufig Apps auf sensible Daten zugreifen. Von 1.211 Apps für Android und Apple iOS forderten rund ein Drittel den Zugriff auf den Gerätestandort.
(Quelle: Statista)
Ebenfalls verbreitet sind Rechteanforderungen für Kamerafunktionen (10 Prozent) und für den Zugriff auf das Adressbuch des Anwenders (9 Prozent). Fatal: 59 Prozent der Apps klärten den Nutzer im Vorfeld der Installation nicht oder nur unzureichend darüber auf, auf welche Daten die Anwendung zugreifen darf.

App-Rechte manuell einschränken

Zahlreiche Apps forderten zudem Rechte an, die über die Funktionalität der jeweiligen Anwendung hinausgingen. Nach Einschätzung der GPEN-Analysten war dies bei 31 Prozent der geprüften Apps der Fall. Nutzer mit Apple iOS haben zumindest die Möglichkeit, der App nachträglich die entsprechenden Rechte zu entziehen. Bei Android fehlt eine derartige Option bislang. Hier sind noch immer Root-Rechte erforderlich, um die Wissbegierigkeit der Apps einzuschränken.
Die Studie zeigt, dass es höchste Zeit wäre, auch Android endlich mit einer entsprechenden Datenschutz-Funktion auszustatten, um den Zugriff auf persönliche Daten einzuschränken. Wie gut und einfach sich dies realisieren lässt, beweist beispielsweise die modifizierte Android-Version Cyanogenmod. In den Einstellungen dieses Android-ROMs findet der Anwender auch Datenschutzoptionen, über die er den Zugriff auf persönliche Daten steuern kann. Dabei hat er sogar die Möglichkeit, neu installierten Apps diese Rechte grundsätzlich zu verweigern. Fordert die neue App die Rechte erstmals an, entscheidet der Anwender von Fall zu Fall, ob er mit dem Zugriff auf die sensiblen Daten einverstanden ist oder nicht.