Sicherheit

10 Jahre XP - und bald keine Updates mehr

von - 27.10.2011
10 Jahre XP - und bald keine Updates mehr
Nach zehn Jahren Windows XP und einer herausragenden Erfolgsgeschichte hat Microsoft nun das Ende des beliebten Systems eingeläutet. Ab 2014 wird es keinen Support für XP und damit auch keine Sicherheitsupdates mehr geben.
Nach einer ungewöhnlichen zehnjährigen Erfolgsgeschichte ist es nun doch bald so weit: Microsoft hat das Ende des immer noch äußerst beliebten Windows XP eingeläutet. Windows XP kam im Oktober 2001 auf den Markt. Der US-Software-Konzern hat das Verfallsdatum für XP (Home und Pro) auf den 8. April 2014 festgelegt. Mit diesem Datum soll jeglicher Support für alle XP-Versionen eingestellt werden. Über diesen Stichtag hinaus werden für noch weitere acht Jahre lediglich die Artikel der Knowledge Base und andere Hilfen zur Selbsthilfe verfügbar bleiben. Sicherheits-Updates wird es dann nicht mehr geben.
Allerdings ist XP in der Konzerngeschichte eine absolute Ausnahme. Normalerweise dauert der „Mainstream Support“ nur 5 Jahre beziehungsweise bis zwei Jahre nach der Erscheinung eines Nachfolgers. Dass Microsoft also Windows XP so lange mit Support versorgt hat, ist ein Sonderfall. Für die Nachfolger Windows Vista und Windows 7 sind derartige Ausnahme nicht vorgesehen. Für diese Produkte gibt es innerhalb eines festgelegten Zeitraums zwei Support-Phasen.
Microsofts Support-Plan
Der „Mainstream-Support“ garantiert das Stopfen von Sicherheitslücken sowie die Beseitigung von Fehlern (Bugfixes). Zudem hilft Microsoft bei der Suche nach Ansprechpartnern, die bei Problemen Lösungen anbieten. Je nach Art der Lizenz ist dieser Service kostenpflichtig oder kostenlos. Zahlkräftige Kunden können auf Wunsch in der Zeit auch Änderungen im Design oder im Verhalten vornehmen lassen.
Nach Ablauf des „Mainstream Supports“ erhalten nur noch spezielle Windows-Versionen einen „Extended Support“. Dieser dauert dann noch einmal fünf Jahre. In dieser Zeit gibt es allerdings nur noch Sicherheits-Patches und kostenpflichtige, aber stark reduzierte Angebote von den Windows-Ansprechpartnern. Der „Extended Support“ steht dann grundsätzlich nur noch den Unternehmens-Versionen zu. Dazu gehören Business und Enterprise-Versionen von Vista und Professional und Enterprise-Versionen von Windows 7. Home-Versionen sind dann vom Support ausgeschlossen. Bei Windows Vista Home und Ultimate läuft der Support im April 2012 aus.
Der Marktanteil von Windows XP sinkt
Allerdings scheint bei den Nutzern das Support-Ende auf Verständnis zu stoßen. Insbesondere Firmen steigen inzwischen vermehrt auf Windows 7 um. Das liegt teilweise daran, dass Windows XP besonders anfällig für Infektionen zu sein scheint. Eine Studie der Antivirus-Firma Avast belegt, dass von den dort untersuchten und mit einem Rootkit infizierten Rechnern etwa 75 Prozent unter Windows XP liefen. Das ist allerdings kein Beleg für eine systembedingte Unsicherheit von Windows XP. Die Ursache ist vielmehr darin zu sehen, dass viele Nutzer unter Windows XP als Administrator mit vollen Zugriffsrechten auf alle Dateien arbeiten. Dem Schädlingsbefall ist so Tür und Tor geöffnet. Bei Windows Vista und Windows 7 sorgt die Benutzerkontensteuerung für höhere Rechte. Diese werden nur dann eingeräumt, wenn sie notwendig sind. Dazu kommt, dass ein gewisser Teil der XP-Nutzer nur ungern das automatische Windows-Update nutzt. Es ist zu vermuten, dass weltweit zahlreiche PCs nicht mit legalen Windows-Kopien laufen und die Anwender ein Update daher meiden.
Je nachdem welche Statistik man zugrunde legt, hat die Anzahl der Windows-7-Installationen schon jetzt Windows XP überholt. Bei com-magazine.de beispielsweise lag Windows 7 im Oktober 2011 schon bei gut 58 Prozent, während Windows XP nur noch 32 Prozent erreichte. Der Anteil der Windows-7-PCs wird auch alleine deshalb weiter steigen, weil neue Computer nicht mehr mit Windows XP ausgeliefert werden und teilweise auch keine Treiber mehr für das ältere Betriebssystem erhältlich sind.