Amazon Cloud

Die Highlights der AWS re:Invent 2017

Quelle: Foto: Casimiro PT / Shutterstock.com
04.12.2017
Amazon Web Services hat in Las Vegas seine Entwickler-Konferenz re:Invent veranstaltet. Neuheiten stellte das Unternehmen dabei unter anderem in den Bereichen Machine- und Deep-Learning sowie IoT vor.
Im Rahmen seiner Entwicklermesse re:Invent hat Amazon Web Services zahlreiche Neuheiten vorgestellt. Der Cloud-Computing-Anbieter veranstaltete die Messe in Las Vegas in diesem Jahr nun bereits zum sechsten Mal.
Einen Fokus setzte Amazons Tochterunternehmen heuer unter anderem auf die Implementierung von Künstlicher Intelligenz in seine Services. Der neue Amazon SageMaker ermögliche es Entwicklern und Data Scientists etwa, Machine-Learning-Modelle zu erstellen, trainieren, implementieren und verwalten, wie das Unternehmen in einer Medienmitteilung schreibt. Ein neues Machine-Learning-Feature erhält auch die IoT-Software AWS Greengrass. Es soll IoT-Geräte dazu befähigen, Entscheidungen ohne ständige Netzwerkkonnektivität zu treffen. Somit könnten diese Machine-Learning-Prozesse ausführen, Ergebnisse erzielen und Entscheidungen treffen, selbst wenn sie vorübergehend nicht mit dem Internet verbunden sind.

Tools erkennen, übersetzen und analysieren Sprache

Mit drei weiteren Tools adressiert AWS die Text- und Spracherkennung. Amazon Transcribe wandelt Sprache in Text um. Mit dem Feature könnten Entwickler in Amazon S3 abgespeicherte Audiodateien in Texte mit Interpunktion umwandeln. Allerdings unterstützt Transcribe momentan erst die Sprachen Englisch und Spanisch. Weitere sollen laut Amazon in Zukunft noch folgen.

Übersetzungsarbeiten leistet Amazon Translate, das Tool nutzt dabei Techniken für die neuronale maschinelle Übersetzung. Heute übersetzt Translate vom Englischen ins Arabische, Deutsche, Französische, Portugiesische, Spanische sowie ins vereinfachte Chinesische. Für 2018 sei die Implementierung weiter Sprachen geplant, schreibt Amazon.

Das dritte Feature im Bunde ist für die Analyse von Texten zuständig. Der Service Amazon Comprehend analysiert unter anderem Dokumente, Social Media Posts oder Artikel. Dabei erkenne der Service bereits 100 verschiedene Sprachen, von Afrikaans bis Yoruba, wie Amazon in der Medienmitteilung weiter schreibt. Dabei könne das Tool Personen, Orte, Marken, Produkte, Schlüsselwörter oder auch Sentiments erkennen und extrahieren. Um Textdaten zu analysieren, die beispielsweise auf Amazon S3, Redshift, RDS oder DynamoDB gespeichert sind, ist Comprehend mit AWS Glue integriert.

Video- und Bilderkennung

Zwei Tools im Bereich der Künstlichen Intelligenz widmen sich schließlich der Analyse von Bildern und Videos. Mit AWS DeepLens liefert Amazon die – laut eigenen Angaben – weltweit erste Deep-Learning-fähige und vollständig programmierbare Videokamera. Sie könne Computer-Vision-Modelle in Echtzeit ausführen und Entwicklern den Einsatz von Machine-Learning-Fähigkeiten in Kombination mit Videoaufnahmen ermöglichen. Die Hardware solle dabei mehr als 100 Milliarden Deep-Learning-Operationen pro Sekunde leisten können.

In abgespeicherten Videos oder Live-Streams kann Amazon Rekognition Video Personen verfolgen, Aktivitäten erkennen und Objekte, Gesichter, VIPs sowie unangemessene Inhalte identifizieren. Dies soll selbst dann funktionieren, wenn die Gesichter von Personen teilweise verdeckt sind.

Zusätzliche IoT-Dienste und neue Container-Fähigkeiten

Eine ganze Reihe neuer Services stellt Amazon auch im IoT-Bereich vor. Mit dem sogenannten AWS IoT 1-Click will Amazon seinen Kunden den Einstieg in das Thema "Internet der Dinge" erleichtern, indem dieses AWS-Lambda-Funktionen auf kompatiblen Geräten – etwa One-Button-Geräten – aktiviert. Der AWS IoT Device Defender prüft kontinuierlich den Sicherheitsstatus von Geräten und setzt Benachrichtigungen ab, wenn er bei Geräten ein abnormales Verhalten registriert.

Des weiteren bietet Amazon mit AWS IoT Analytics nun auch ein Analyse-Tool an, und mit Amazon FreeRTOS lassen sich auch kleine Mikrocontroller-basierte (MCU) Geräte mit den AWS IoT-Services verbinden. Ein neues Tool zur Verwaltung von vernetzten Geräten liefert Amazon noch mit dem Feature namens AWS IoT Device Management.

Neue Container-Fähigkeiten für Amazon ECS

Zwei große Neuheiten präsentierte Amazon schließlich im Bereich der Container-Technologie – einerseits den Amazon Elastic Container Service für Kubernetes (EKS), andererseits AWS Fargate. Mit der Einführung des Elastic Container Service für Kubernetes zieht der Anbieter mit Microsoft und Google mit und implementiert Kubernetes nun auch in seinen Cloud-Dienst. Der neue Service soll es Nutzern ermöglichen, Kubernetes-Anwendungen auf AWS zu betreiben, diese allerdings vom Anbieter vollständig verwalten zu lassen.

Mit AWS Fargate lassen sich Container starten und betreiben, ohne dafür die Infrastruktur bereitstellen oder verwalten zu müssen. Bezahlt wird dabei laut Amazon nicht die Infrastruktur, sondern die jeweiligen Tasks.

Security in der Cloud

Amazon bietet seinen Kunden mit GuardDuty nun eine intelligente Threat Detection für die Cloud an. Der Dienst nutzt Machine Learning, um Bedrohungen und Anomalien frühzeitig zu erkennen. Die  intelligente Bedrohungserkennung steht den AWS-Kunden ab sofort zur Absicherung von AWS-Konten und Workloads zur Verfügung.

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