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Mehrere Systeme auf einem PC installieren

So geht's: Partitionieren mit Gparted

von - 19.03.2012
Die Gparted Live-CD ist das Mittel der Wahl, wenn es um das Partitionieren geht. Wenige Klicks genügen, um neue Partitionen zu erstellen oder bestehende Partitionen zu verkleinern.
Brennen Sie das kostenlose ISO-Image von Gparted auf eine CD und starten Sie damit Ihren PC. Folgen Sie dem Assistenten beim Start. Sie definieren dabei, mit welcher Tastatur Sie arbeiten und welche Systemsprache Sie verwenden möchten. Am Ende startet das Partitionierprogramm und zeigt die aktuelle Festplatteneinteilung an.
1. Partition verkleinern: Klicken Sie mit der rechten Maustaste eine Partition an und wählen Sie „Größe ändern/Verschieben“. Tippen Sie bei „Neue Größe (MiB)“ den Wert ein, auf den die Partition verkleinert werden soll — für 1 TByte wäre das „1000000“. Klicken Sie jetzt in das Feld „Anschließender freier Speicherplatz (MiB)“. Gparted berechnet automatisch den Speicherplatz, der durch das Verkleinern der Partition entsteht. Übernehmen Sie die Änderungen mit „Größe ändern/Verschieben“.
Neue Partition erstellen: Legen Sie die Größe sowie das Dateisystem fest und tragen Sie eine Bezeichnung ein
2. Partitionen erstellen: Klicken Sie mit der rechten Maustaste in den freien Speicherplatz und wählen Sie „Neu“. Im neuen Dialogfenster geben Sie bei „Neue Größe (MiB)“ 40000 ein — das sind etwa 40 GByte. Klicken Sie danach wieder in das Feld „Anschließender freier Speicherplatz (MiB)“ damit dieser berechnet wird. Wählen Sie ein Dateisystem und tippen Sie eine Bezeichnung ein. Damit alle Änderungen auf die Festplatte geschrieben werden, klicken Sie im Hauptfenster von Gparted auf „Apply“ und bestätigen Sie die Sicherheitsabfrage.

So geht's: Partitionen aktiv setzen

Aktive Partition: In Gparted erkennen Sie die aktive Partition an der Bezeichnung „boot“ in der Spalte „Markierungen“
Auf einer Festplatte kann immer nur eine Partition aktiv sein. Die aktive Partition ist die Partition, die vom Master Boot Record (MBR) gebootet wird. Starten Sie den PC von der Gparted Live-CD. Der Partitionierer zeigt als Erstes die aktuelle Festplatteneinteilung an. Die aktive Partition erkennen Sie in Gparted an der Kennzeichnung „boot“ in der Spalte „Markierungen“.
So geht’s: Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Partition, die Sie aktiv setzen möchten. Wählen Sie im Kontextmenü „Markierungen bearbeiten“. Setzen Sie ein Häkchen bei „boot“ und schließen Sie den Dialog mit „Close“. Die Partition wird aktiviert. Sie können den Computer jederzeit und immer wieder mit Gparted starten und eine Partition auf der Festplatte aktiv setzen.

Partitionen vorab anlegen?

Wenn auf der Festplatte freier, nicht zugewiesener Platz vorhanden ist, dann genügt das den Setup-Routinen der Betriebssysteme. Sowohl Windows als auch Ubuntu legen während der Installation im freien Festplattenspeicher die Partitionen selbst an, die sie benötigen. Es ist daher in der Regel nicht notwendig, Partitionen vorab mit Gparted zu erstellen. Sie können das tun, müssen aber nicht.
Bis auf eine Ausnahme: wenn Sie eine ältere Windows-Version nachträglich auf einem PC installieren wollen, auf dem sich bereits eine neuere Windows-Version befindet. Sie möchten also beispielsweise auf einem Windows-7-PC nachträglich noch Windows XP installieren. Dann sollten Sie die Partition für XP schon vor der Installation mit Gparted angelegt haben.

Wie viele Partitionen?

Ob Sie die Partitionen nun von den Setup-Routinen der Betriebssysteme während der Installation anlegen lassen oder ob Sie vorab mit Gparted Partitionen anlegen — Sie sollten einen Plan haben.
Natürlich braucht jedes Betriebssystem eine eigene Partition — Linux braucht sogar zwei. Darüber hinaus sollten Sie aber gerade bei Multi-Boot-Systemen eine oder mehrere Datenpartitionen einplanen. Wenn sich Ihre Daten auf einer eigenen, systemunabhängigen Partition befinden, dann können Sie stets auf sie zugreifen, egal welches Betriebssystem gerade läuft.
Beim Hauptbetriebssystem sollten Sie nicht geizig mit dem Speicherplatz sein, da hier die meisten Programme installiert sein werden. Bei Testsystemen reicht es hingegen, wenn Sie den Plattenplatz sparsamer kalkulieren. Als Richtwerte für Testsysteme, die auf Windows 7 basieren, gelten rund 40 bis 100 GByte Plattenplatz. Für die Developer Preview von Windows 8 sollten Sie ebenfalls 40 bis 100 GByte einplanen. Für ein XP, das nicht als Hauptsystem genutzt wird, sondern um alte Programme und Hardware weiterzuverwenden, genügen bereits 10 bis 40 GByte.
Linux-Partitionen: Ubuntu benötigt zusätzlich zur Root-Partition eine Swap-Partition für die Auslagerungsdatei
Ubuntu benötigt immer zwei Partitionen: eine Partition für das System und für die Anwendungen — die Root-Partition. Und eine zweite Partition, die Swap-Partition, für die Auslagerungsdatei.
Es empfiehlt sich, für die Systempartition von Ubuntu eine Größe von rund 10 GByte einzuplanen. Sie haben dann genügend Spielraum für große Softwarepakete wie Open Office.
Die Swap-Partition sollte mindestens so groß sein wie der eingebaute Arbeitsspeicher. Der Grund: Wenn Sie den Ruhezustand nutzen, schreibt Ubuntu den Inhalt des RAM in die Swap-Partition.
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