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Desktop-Virtualisierung erfolgreich einsetzen

VDI-Lösungen von Microsoft, Citrix & Vmware

von - 04.05.2015
Für Microsoft VDI ist es von Vorteil, dass viele Office-Nutzer Windows gewohnt sind, auch wenn die Lösung immer noch in dem Ruf steht, sich nur für eingeschränkte Szenarien zu eignen und nicht für größere Umgebungen. Dabei hat Microsoft VDI inzwischen viel an Boden gutgemacht. Die VDI-Lösung setzt ausschließlich auf den Hypervisor Microsoft Hyper-V auf und erfordert aktuell einen Windows Server 2012 R2. Das Server-Betriebssystem hat mit der Remote-Desktop-App und mit RemoteFX für die WAN-Optimierung eine Reihe von Verbesserungen gebracht. Für das Hosting lassen sich sitzungsweise (session-based) oder ständig sowohl persönliche virtuelle Desktops einrichten als auch Desktop-Pools für die Anbindung mehrerer Arbeitsplätze.
Westeuropäischer VCC-Markt: Citrix, VMware und Microsoft beherrschen 95 Prozent des Markts für Desktop- und Client-Virtualisierung. Für Mitbewerber wie OpenText bleibt kaum noch Platz.
Westeuropäischer VCC-Markt: Citrix, VMware und Microsoft beherrschen 95 Prozent des Markts für Desktop- und Client-Virtualisierung. Für Mitbewerber wie OpenText bleibt kaum noch Platz.
Auf VM-Seite unterstützte Betriebssysteme sind Windows, Windows RT, iOS, Mac OS X und Android. Mit der neuen Application Virtualization (App-V) habe sich die Bereitstellungszeit für Applikationen um 60 Prozent verringert, zitiert Microsoft den IT-Manager Jeron Mehl vom Karlsruher Institut für Technologie.

Citrix

Der Marktführer Citrix hat den XenDesktop ab Version 7 mit XenApp verschmolzen und bietet die beiden Produkte als Komplettlösung an. Citrix hat den beiden anderen großen VDI-Anbietern voraus, dass der Citrix XenDesktop nicht nur vom eigenen Hypervisor XenServer unterstützt wird, sondern auch von VMware vSphere und Microsoft Hyper-V.
Zudem hält Citrix für den XenDesktop auch Client-Betriebssysteme wie EPOCH/Symbian bereit, die bei den anderen großen Anbietern fehlen. Relativ neu sind Receiver für Chrome OS und HTML5. Der Citrix XenDesktop hat mit Version 7.5 die meisten Neuerungen erfahren und soll in der aktuellen Version 7.6 mit FlexCast-Technologie mehr als eine reine VDI-Lösung sein. Damit soll es IT-Abteilungen nämlich unter anderem möglich sein, für den sicheren mobilen Zugriff Windows as a Service bereitzustellen.
Mit Machine Creation Services und FlexCast sind die Administratoren auch flexibler bei der Bereitstellung von Desktops und Anwendungen, entweder als Hosted Shared Desktops, als Hosted VDI-Software, Streamed VHD (Virtual Harddisk), als lokale VM oder On-Demand-Apps. Außerdem soll der neue XenDesktop auch der „Transformation von Callcentern zur Kostenminderung“ entgegenkommen: Mit Unterstützung von Unified-Communications-Lösungen wie Microsoft Lync lassen sich je nach Bedarf beliebig viele Desktops zur Verfügung stellen, um zu Spitzenzeiten Hunderte oder gar Tausende von Teilzeitkräften im Homeoffice anzubinden. Und schließlich erleichtern XenMobile und Netscaler den Einsatz von BYOD.

VMware

VMware Horizon View, in der neuen Version „Horizon 6 (with View)“ geschrieben, findet immer mehr Anhänger. So wie Microsoft und anders als Citrix setzt VMware nur auf den eigenen Hypervisor vSphere (ESXi) auf. Client-seitig werden alle gängigen Betriebssysteme unterstützt, so auch Windows XP, Vista, 7, 8 und Windows 8.1. Die neue Version 6 wartet laut VMware mit über hundert neuen Funktionen auf, darunter die Just-in-Time-Bereitstellung von Anwendungen mittels virtueller VMDK-Festplatten.
Blast Performance nennen sich eine Reihe von Technologien zur Leistungssteigerung. Blast Adaptive UX zum Beispiel nutzt das VMware-eigene Desktop-Protokoll PCoIP und einen HTML-Browser zur Optimierung des WAN- und LAN-Zugangs. „Virtualisierte Grafiken mit der Performane einer Workstation“ verspricht VMware mit Blast 3D. Blast Live Communications wiederum wurde geschaffen, um UC-Lösungen wie Microsoft Lync mit Audio- und Video-Übertragung in Echtzeit zu ermöglichen.
Horizon 6 gibt es als Horizon View Standard, eine einfache VDI-Lösung auf Basis virtueller Desktops, als Horizon Advanced und als Horizon Enterprise. Die Advanced-Version ermöglicht es, über eine einzige Plattform virtuelle Desktops und Anwendungen einschließlich SaaS- und sogar virtueller Ci­trix-Anwendungen bereitzustellen. Unterstützt werden auch Virtual SAN und Image Management für physische Desktops über VMware Mirage mit VMware Fusion Professional.
Die Enterprise-Edition lässt überdies die Bereitstellung virtueller Desktops und Anwendungen über die Cloud zu. Eine offline-fähige VDI-Variante ist VMware Horizon Flex als Lösung für eine wachsende Zahl von BYOD- und Mac-Anwendern, Außendienstmitarbeitern und Vertragsnehmern bei den Firmenkunden. Damit lassen sich lokale virtuelle Desktops auf PCs und Desktops bereitstellen. VMware-Manager Gehring beschreibt dies als „eine sichere Möglichkeit, Benutzern Anwendungen und Daten für unterschiedliche Endgeräte zur Verfügung zu stellen“.
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