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VR-Welten zwischen Hype und Praxis

Neue Geschäftsmodelle

von - 07.12.2017
VR eröffnet aber auch neue Geschäftsfelder. So erkundet zum Beispiel das Forschungsprojekt „dimenSion“ Möglichkeiten, neue Dienstleistungen auf Basis von Simulationen anzubieten. Ein solcher Service, um beim Beispiel Gabler zu bleiben, könnte etwa in der kundenindividuellen Anpassung von Produktionsstraßen liegen. Ein Unternehmen scannt dazu das Gebäude, in dem die Fertigungsanlage aufgebaut werden soll, inklusive aller notwendigen Anschlüsse für Wasser und Energie. Auf Basis dieser Informationen wird ein virtuelles Modell der Produktionsstraße entwickelt, das exakt in das bestehende Gebäude passt. „So sieht der Kunde schon vorab genau, was er bekommt“, sagt Grethler.

Fazit

Industrie und Wirtschaft finden immer mehr Anwendungsmöglichkeiten für Virtual Reality – auch durch die Arbeit von Institutionen wie dem Industrie 4.0 Collaboration Lab. Gerade im Mittelstand gilt der Satz „Seeing is believing“, und so überzeugen Anwendungsmöglichkeiten wie die virtuelle Inbetriebnahme von Bauten, Produktionsanlagen oder Rechenzentren vor allem dann, wenn sie direkt erfahrbar werden.
Konzerne sind auf diesem Weg schon viel weiter. In der Automobil- und Luftfahrtindustrie, aber auch im Tourismus stellt sich längst nicht mehr die Frage, ob VR eingesetzt werden soll. Es geht vielmehr darum, wie sich die Einsatzmöglichkeiten ausweiten und optimieren lassen. Noch setzen die technischen Möglichkeiten den Szenarien Grenzen. Für etliche Probleme wurden aber bereits Lösungen angekündigt oder sind sogar schon verfügbar. Einem weiteren Siegeszug von VR steht also kaum etwas im Weg, höchstens noch die Skepsis mancher Manager.
ICE-4-Schulung: Bahnmitarbeiter lernen in einer 3D-Simula­tion zum Beispiel, wie der neue Hublift zu bedienen ist.
Foto: DB AG
Virtuelles Training bei der Deutschen Bahn
Vom neuen ICE 4 sind derzeit erst wenige Züge im Einsatz. Dennoch müssen alle Mitarbeiter aus Fahrbetrieb und Bordservice auf das neue Modell geschult werden, ein Training am „lebenden Objekt“ ist aus logistischen, personellen und Kostengründen aber kaum sinnvoll umsetzbar.
Zusammen mit den Mitarbeitern hat das EVE-Team (Engaging Virtual Education) der Bahn-Tochter DB Systel eine Schulung entwickelt, die auf VR setzt. Aufgaben wie die Bedienung des Hublifts, der Fahrgästen mit Handicap das Ein- und Aussteigen ermöglicht, das Öffnen der Bugklappen oder die Wartung der Stromabnehmer lassen sich so trainieren. Erste Ergebnisse zeigen, dass sich die virtuell eingeübten Arbeitsschritte gut in die physische Welt übertragen lassen. Das VR-Training soll daher 2018 fest in die Fortbildung der Zugbegleiter integriert werden.
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