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Software mit Low-Code-Plattform erstellen

Markt für Low-Code-Plattformen

von - 21.02.2018
Low-Code-Plattformen reduzieren den Anteil herkömmlicher Programmierung durch visuelle Editoren, grafische Modellierungs-Tools für Prozesse, Datenbank-Konnektoren oder App-Stores mit vorgefertigten Bausteinen und Funktionen erheblich. Hinzu kommen offene Schnittstellen für die Inte­gration externer Datenquellen und Tools, Werkzeuge für das Management von Entwicklung, Testing und Deployment oder die sichere Bereitstellung von Anwendungen in der Cloud.  Viele Hersteller bieten Tutorials für den Einstieg ohne aufwendige Schulungen und hohe Anfangsinvestitionen.
Einen Überblick der wichtigsten Anbieter von Low-Code-Plattformen gewähren die Marktforscher von Forrester mit dem „Vendor Landscape: A Fork In The Road For Low-Code Development Platforms“ und Gartner mit dem „Magic Quadrant for Enterprise High-Productivity Application Platform as a Service“. Der relativ junge Markt ist breit gestreut, da die Anbieter aus verschiedenen Richtungen kommen. Gartner prognostizierte für 2017 ein Wachstum des Marktes von etwa 18 Prozent und erwartet für 2018 bis 2021 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 15 bis 17 Prozent.
Wichtige Anbieter für Low-Code-Plattformen sind Salesforce, Microsoft, Outsystems, Appian oder Google. Im Folgenden beschreiben wir einige Lösungen.
Appian: Appian, ein Anbieter für Business Process Management (BPM), wird von Forrester als einer der Leader bei Low-Code-Plattformen eingestuft. Laut Forrester überzeugt die Lösung vor allem durch die Werkzeuge zur Low-Code Entwicklung, seine Sicherheitsfunktionen sowie Funktionen zur App-Bereitstellung. Bemerkenswert seien der Prozess-Modellierer mit allen notwendigen Werkzeugen, eine mobile und anwenderfreundliche Entwicklung sowie die Bereitstellung in der Cloud. Appian bietet zudem zentralisierte Funktionen für die Verwaltung und Anwendung von Stylesheets und Branding über sämtliche Endgeräte hinweg. Hinzu kommt ein breit aufgestelltes Partner-Ökosystem. Die Software läuft auf jedem Gerät, in der Cloud, On-Premise und in Hybrid-Cloud-Umgebungen.
BMC: Auch die Innovation Suite von BMC ermöglicht das Erstellen von Business-Apps ohne große Programmierkenntnisse. Die cloudbasierte Lösung besteht aus der Entwicklungsumgebung Innovation Studio, einem zugehörigen SDK, REST-APIs zur Kommunikation mit externen Systemen, einer Bibliothek mit Konnektoren und Komponenten sowie einer umfangreichen Online-Dokumentation.
Innovation Studio richtet sich vor allem an Business-Anwender, die damit per Drag and Drop Anwendungen bauen, das Benutzer-Interface erstellen sowie Datenquellen und Geschäftslogik einbinden können. Zielgruppe des Innovation SDK sind dagegen klassische Software-Entwickler. Sie können damit die Applikationen erweitern und sich um die Integration in vorhandene Anwendungen kümmern. Die Bibliothek bietet vorgefertigte Konnektoren sowie ein Framework, mit dem Entwickler eigene Verbindungen erstellen.
Consol: Die Low-Code-Plattform Consol CM bietet zusätzlich zur Entwicklung von Anwendungen ausgereifte BPM- und CRM-Funktionen für Anwendungen wie Sales Management, IT-Service-Management, Personalmanagement oder Auftrags- und Qualitätsmanagement. Durch offene Schnittstellen lässt sich die Lösung nahtlos in bestehende IT-Landschaften integrieren. Grafische Werkzeuge helfen bei der Modellierung von Daten.
Google: Auch Google ist mit dem App Maker im Bereich Low-Code-Plattformen unterwegs. Als Basis dient eine cloudbasierte integrierte Entwicklungsumgebung mit zahlreichen Vorlagen, sodass Entwickler oder Datenanalysten die Anwendungen weitgehend über Drag and Drop erstellen können. Die Anwendungen lassen sich im visuellen Editor mit den G-Suite-Komponenten, diversen Datenquellen und APIs verbinden – sowohl innerhalb der Google Cloud als auch mit anderen Anbietern. Für die Bereitstellung der Anwendungen brauchen die Nutzer keine dedizierten Cloud-Instanzen zu reservieren.
Microsoft: Mit Microsoft PowerApps können auch nicht aus der Software-Entwicklung stammende Nutzer selbst einfache Geschäftsanwendungen erstellen und Prozesse automatisieren. PowerApps kombiniert dazu ein Cloud-Backend mit Werkzeugen, mit denen sich Apps mittels Vorlagen per Drag and Drop bauen lassen. Ergänzt wird das Angebot durch Programmierschnittstellen für .NET, Node.js, PHP, Python und Java, damit Programmierer den Funktionsumfang der Anwendungen erweitern können.
Microsoft PowerApps bietet diverse Adapter für die Inte­gration in Dienste wie Office 365, Dropbox, Twitter, SQL, Salesforce, MailChimp, SharePoint, Slack, CRM Online und Azure Service Bus. Darüber hinaus erlaubt es die Anwendung, Geschäftsdaten aus verschiedenen Datenquellen auszuwählen und den Ort festzulegen, wo die neu erfassten Daten gespeichert werden sollen. Da PowerApps auch Microsoft Flow nutzt, können Business-Anwender Workflows und Prozesse automatisieren und in Anwendungen integrieren. 
Outsystems: Die Low-Code-Entwicklungsplattform von Outsystems ist wahlweise in der Cloud, On-Premise oder in einer Hybrid-Umgebung verfügbar. Die Lösung bietet Tools wie einen visuellen Designer oder einen App-Store mit vorgefertigten Komponenten, damit Firmen professionelle Geschäftsanwendungen, mobile Apps und Web-Applikationen deutlich schneller bereitstellen können. Zuletzt hat Outsystems weitere DevOps-Funktionen für die engere Verzahnung von IT-Entwicklung und -Betrieb in seine Low-Code-Plattform inte­griert. Die Anknüpfung an Tools wie Microsoft Visual Studio, Jenkins und andere vereinfachen es, die Plattform von Outsystems in Kombination mit komplexen DevOps-Toolchains zu verwenden. Zudem hat das Unternehmen den ersten visuellen Debugger auf Low-Code-Basis veröffentlicht. Der Debugger erlaubt, fehlerhaften Code nahtlos zu korrigieren, sei es auf einem Server oder einem mobilen Endgerät.
Salesforce: Der wohl profilierteste Anbieter von Low-Code-Plattformen ist Salesforce mit seiner Platform as a Service (PaaS) App Cloud.  Die Salesforce App Cloud besteht aus den zwei zentralen Angeboten Force.com und Heroku Enter­prise. Sie sind auf die Entwicklung und Bereitstellung interner Mitarbeiter-Apps und externer Kunden-Apps zugeschnitten.
Force.com ist für die Entwicklung interner Apps gedacht. Der Code wird dabei in einer cloudbasierten integrierten Entwicklungsumgebung erzeugt und zur Bereitstellung auf die Multi-Tenant-Server von Force.com umgeleitet. Weitergehende Anforderungen können die Nutzer mit der objektorientierten Salesforce-Programmiersprache Apex umsetzen. Daneben können Force.com-Benutzer Visualforce einsetzen. Dieses komponentenbasierte Interface-Framework enthält eine Tag-basierte Markup-Sprache und nimmt benutzerdefinierte Komponenten auf.
Heroku Enterprise ist für den externen Einsatz und die Erstellung von großen, kundenorientierten Apps vorgesehen. Typische Einsatzszenarien für Heroku Enterprise sind Anwendungen für Endkunden – zum Beispiel Apps, mit denen Kunden Produkte wie Automobile oder Möbel konfigurieren können. Heroku Enterprise unterstützt jede Programmiersprache, läuft auf jedem Gerät und kann sich mit den Social-Media-Accounts der Nutzer verbinden.
Je nach den Anforderungen an ein Projekt können Be­nutzer Force.com und Heroku gleichzeitig verwenden. Über Heroku Connect lassen sich zudem externe Anwendungen und Apps mit unternehmensinternen Salesforce-Anwendungen und -Apps verknüpfen, um Abläufe flexibler und effizienter zu gestalten. Zur Salesforce App Cloud gehören auch Lightning, ein Framework mit benutzergenerierten Komponenten, sowie ein Online-Marktplatz für Apps von Dritt­anbietern
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