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Hightech-Abwehr schützt Spiele-Server

Hybride Spielelandschaften

von - 31.10.2018
Magic Quadrant Gartner Imperva
Magic Quadrant: Gartner stufte Imperva schon mehrfach als „Leader“ bei Web Application Firewalls ein.
(Quelle: Gartner)
„Im Moment sind wir sehr hybrid“, erklärt der IT-Leiter. „Als wir vor vier Jahren mit dem Insourcing anfingen, waren unsere Applikationen zwar schon virtualisiert, aber nicht sehr elegant. Wir haben dann eine zentrale Lösung installiert, sodass wir unsere virtuellen Maschinen auch mit wenigen Mitarbeitern verwalten können. Im Moment haben wir mehrere Projekte auf der Basis von Containern und Kubernetes, um Anwendungen und Daten auf die Google-Cloud zu bringen. Das machen wir auch deshalb, weil sich die Märkte verändern und wir weiter als nur auf Deutschland und Europa schauen müssen.“ In diesem Umfeld will Gamigo in der Lage sein, Ressourcen auf einfache Weise hin und her schieben zu können.
Die Kombination aus hybrider IT und Multi-Cloud-Infrastruktur wird bei Gamigo auf der internen Hardware zwischen den USA und Europa, aber auch vermehrt über die Google-Cloud organisiert. „Die Software für unsere Spiele basiert auf Prototypen, die vor zehn Jahren nicht von uns selbst entwickelt wurden und für die nicht immer der Source-Code vorhanden ist, um sie laufend an moderne Umgebungen anzupassen“, erläutert Wehrlin. Auch die CPUs haben sich verändert, sodass nicht mehr alle Programme ohne Weiteres auf den neuen Computer-Versionen laufen. „Insofern müssen wir mit einer Mixtur aus Alt und Neu zurecht­kommen.“
Auf diese Herausforderung habe man aber schon reagiert und die Spiele zunehmend mit eigenen Mitteln entwickelt. Bei einigen Spielen hat man den Quellcode aus Korea, einer der international führenden Nationen auf dem Spielemarkt, übernommen, entwickelt ihn nun selbst weiter und kann die fertigen Produkte dann problemlos auf die Google-Plattform portieren. Über diese Plattform können jetzt auch mehr Spieler als früher gleichzeitig auf ein Produkt zugreifen.
Gamigo hat sich laut Wehrlin außerdem für Open Source als zusätzliche Lösung neben der traditionellen Infrastruktur entschieden, weil Gamigo sich bei der Server-Architektur schon vor seiner Zeit auf Linux als Basis-Betriebssystem und KVM als Virtualisierungs-Software festgelegt hatte. Gamigo hat allerdings neben diesem größeren Linux-Anteil auch Microsoft-Server und Hyper-V im Einsatz für Produkte und Software, die für diese Technologien entwickelt wurden.

Open Source als Basis

Der Spiele-Anbieter setzt Open-Source-Varianten von Linux und KVM ein, ohne dabei auf die Unterstützung durch Service-Provider oder Dienstleister wie Canonical, Suse oder Red Hat zurückzugreifen. Wehrlin ist der Ansicht, dass Dienstleister eher bei SAP- oder Oracle-Anwendungen nützlich sind, da es sich dabei um kom­plexe, aber allgemein eingesetzte und entsprechend abstrahierte Lösungen handele. Spiele-Software sei dagegen eine eher seltene und sehr spezielle Architektur, die Open-Source-Dienstleister so gar nicht beherrschten. Allerdings arbeite man mit einigen Beratungspartnern zusammen und gebe auch einige Programme oder Programmteile an Outsourcing-Anbieter ab.
 Heutzutage, so Wehrlin, sei es schon fast ein gewisser Zwang, quelloffene Systeme einzusetzen, wenn man ein modernes Unternehmen sein wolle, das sich nicht den Entwicklungen in der Informationstechnologie verschließt.
Da Computerspiele sehr mit der Zeit gehen müssen, muss sich ein Hersteller wie Gamigo stark an neuen technologischen Trends orientieren. Dazu gehören zum Beispiel Social Sites und einige Internettrends wie Streaming auf Youtube, weil sie von Spielern genutzt werden. Wehrlin: „Da müssen wir uns in gewisser Weise anpassen und mitgehen.“
Das zieht sich durch das ganze Unternehmen: In der IT-Infrastruktur, in der Software und im IT-Betrieb setzt Gamigo deshalb moderne Lösungen ein.
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