Kommunikation und Zusammenarbeit mit UCC

Wer bietet was an?

Gartners „Magic Quadrant“ für UC-Lösungen: Er zeigt eine deutliche Vormachtstellung der großen Player Cisco, Microsoft und Mitel.
(Quelle: Gartner, Juli 2017 )
Wer sich auf die Suche nach einer geeigneten UCC-Lösung begibt, wird sich schwertun: Zwar sprechen die Anbieter fast alle von Unified Communications and Collaboration, bieten aber keine umfassenden UCC-Suiten an, sondern vielmehr ihre bewährten UC-Produkte mit Ergänzungen oder Integrationen von Produkten anderer Hersteller sowie entsprechende Services.
Als „Leaders“ im Magic Quadrant ordnen die Analysten von Gartner die drei großen Player Cisco, Microsoft und Mitel ein.

Cisco

Das amerikanische Unternehmen ist nicht ohne Grund immer wieder an der Spitze zu finden, wenn es um UC- und UCC-Lösungen geht. Ciscos Palette ist hier ausgesprochen groß. Die Bandbreite reicht von bewährten On-Premise-Produkten wie dem Cisco Unified Communications Manager (UCM), der Komponenten wie Telepräsenz und den Cisco Meeting Server sowie Sprache, Video, Messaging und diverse Ausprägungen von Konferenzen zusammenbringt, bis hin zu modernen Cloud-Lösungen. Mit UCM adressiert der Anbieter insbesondere große Unternehmen, die bis zu 80.000 Nutzer einbinden wollen.
UCM wird dabei auch als Teil einer cloudbasierten Lösung angeboten, die unter der Bezeichnung Cisco Hosted Collaboration Solution (HCS) bereitgestellt wird. Und dann gibt es noch Cisco Spark, einen cloudbasierten UCaaS-Dienst (Unified Communications as a Service), der den Anwendern Business-Messaging, Telefonie und sogenannte persistente Meeting-Räume bereitstellt. Diese Lösung zielt speziell auf den Collaboration-Bereich und bietet – auch in Zusammenhang mit den bekannten WebEx-Lösungen – Möglichkeiten für die Workflow-orientierte Zusammenarbeit.

Huawei

Zwar zählen die Analysten den chinesischen Hersteller Huawei noch nicht zu den Anführern (Leaders), sehen ihn aber in einer guten Position bei den Herausforderern (Challengers). Huawei positioniert seine umfassende Plattformlösung unter dem Namen eSpace Unified Communication Solution. Sie unterstützt Telefonie, Messaging und Präsenzinformationen ebenso wie Konferenzräume, Video-Collaboration und Contact-Center-Funktionen. Die Architektur der UC-Lösung von Huawei basiert dabei auf einer virtualisierten Software-Plattform, dem Unified Session Mana­ger. Dadurch soll es möglich sein, die eSpace-Lösung nicht nur auf Huaweis Servern, sondern auch auf Standard-Servern und virtualisierten Plattformen auszuführen.
Mit dem eSight Communications & Collaboration Manager hat das Unternehmen darüber hinaus ein einheitliches System für Betrieb und Wartung (O&M) von UCC-Systemen im Angebot. Bereitstellungsmöglichkeiten für die Huawei-UC- und UCC-Lösungen in einer Pri­vate oder einer Public Cloud bietet Huawei seinen Kunden ebenfalls an. Auch der Einsatz als hybride Anwendung ist eine mögliche Option.
Die Analysten empfehlen Huawei besonders für Unternehmen, die eine umfangreiche Netzwerklösung einsetzen wollen, die auch über UCC-Funktionalität verfügt. Nutzer können bei Huawei darüber hinaus aus einem reichhaltigen Portfolio an Endgeräten für Audio- und Videokonferenzen und Collaboration wählen.

Microsoft

Der Software-Hersteller arbeitet intensiv daran, mit Skype for Business den Dreh- und Angelpunkt der eigenen UC-Strategie weiter zu stärken. Die Software steht dabei sowohl On-Premise als Skype for Business Server als auch aus der Cloud als Skype for Business Online bereit. Ein hybrider Ansatz wird von Microsoft ebenfalls unterstützt. Das Unternehmen positioniert Skype for Business On-Premise zunehmend auch als Ersatz für bestehende PBX-Anlagen, beispielsweise durch die Integra­tion von PSTN-Calling (Anrufe ins Festnetz).
Auf dem Weg zu einer einheitlichen UCC-Lösung: Microsoft treibt die Vereinigung von Skype for Business mit dem Tool Teams voran, um so alle Kanäle abzudecken. Sie soll bis Ende des Jahres stattgefunden haben.
(Quelle: Microsoft)
Was die Integration von Unified Communications and Collaboration angeht, so bietet Skype for Business die bekannten Möglichkeiten, zum Beispiel Instant Messaging und Präsenz­anzeigen, und kann auch mit Video- und Audiokonferenzen aufwarten. Dabei stehen durch die enge Verbindung und Integration in Microsofts Cloud-Lösungs-Suite Office 365 sehr viele Colla­­bo­ration-Möglichkeiten zur Ver­fügung.
Microsoft verstärkt diese Entwicklung dadurch, dass der Fokus immer stärker auf die Software Teams gelegt wird, die aktuell noch in Koexistenz mit Skype for Business bereitgestellt wird. Teams bietet ebenfalls Chat-, Meeting und Calling-Funktionen. Derzeit ist noch nicht ganz klar, ob und wie die beiden Produkte in Zukunft nebeneinander existieren werden. Teams scheint auf den ersten Blick die modernere Lösung zu sein, die deutlich mehr in Richtung Collaboration ausgerichtet ist.
Der Einsatz der UC- und UCC-Lösungen von Microsoft ist sicher für diejenigen Unternehmen besonders interessant, die ohnehin bereits Office 365 verwenden. Zudem bieten sehr viele Hersteller von UCC-Hard- und -Software eine enge und gute Integration von Skype for Business an. Auch die große Zahl an Microsoft-Partnerunternehmen, die Firmen bei der Einführung und beim Betrieb von Skype for Business unterstützen können, sind ein gutes Argument für diese Lösungen.

Mitel

Die kanadische Firma Mitel bietet nach eigenen Angaben für Unternehmen aller Größen Sprachlösungen an, die sich zu vollständigen UCC-Lösungen mit umfangreichen Funktionen ausbauen lassen. Ein weiterer Schwerpunkt besteht darin, Sprach- und UCC-Lösungen als Dienstleistungen aus der Cloud bereitzustellen.
Beispiel MiVoice Video Phone von Mitel: Es soll Nutzern die multimediale Zusammenarbeit erleichtern und ermöglicht Videokonferenzen mit bis zu vier Teilnehmern.
(Quelle: Mitel)
Mitel offeriert unter der Bezeichnung MiVoice Kommunikationslösungen sowohl für große (MiVoice Business) als auch für kleinere Unternehmen (MiVoice 400). Mit MiVoice MX-One steht ein Produkt bereit, das der Hersteller als Basis einer vollständigen Integration von Multimedia-, UCC- und mobilen Anwendungen beschreibt. Dieser Ansatz kann mit einer Skalierbarkeit von 50 bis 500.000 Benutzern punkten.
Weiterhin bietet Mitel mit MiCollab ein Tool für die webbasierte Zusammenarbeit an – mit flexiblen Bereitstellungsoptionen sowohl in der Cloud als auch On-Premise. MiCollab zielt darauf ab, auch den mobilen Mitarbeitern Möglichkeiten wie Audio-, Video- and Webkonferenzen, Instant Messaging, Präsenzanzeige und Kalenderintegration nahtlos zur Verfügung zu stellen.

Lifesize

Außerhalb des Kreises der von Gartner genannten Firmen gibt es eine ganze Reihe Anbieter, die für kleine und mittlere Unternehmen besonders interessant sein können. Ein Beispiel dafür ist Lifesize, ein Unternehmen, das sich selbst als Komplettanbieter für Unified Communications and Collaboration bezeichnet.
Die Firma aus Texas setzt im Unterschied zu einigen der bereits genannten Anbieter keine eigene Hardware-Plattform für den On-Premise-Einsatz voraus, sondern kombiniert eine nach eigenen Angaben hoch skalierbare Cloud-Plattform mit darauf abgestimmter Hardware und bietet dies aus einer Hand an. Ein großer Vorteil soll es dabei sein, dass die Software Interoperabilität mit Hard- und Software aller großen Anbieter gewährleistet, darunter Avaya, Cisco, Polycom, Radvision und Microsoft Skype for Business. Dadurch soll es einfach sein, Erweiterungen einzubinden und auf diese Weise Altsysteme und On-Premise-Lösungen für die Cloud bereit zu machen.
Als ganzheitlichen UCC-Ansatz bezeichnet das Unternehmen die Möglichkeit, dass Lifesize sowohl als „Nur Audio“-Anwendung per Telefon aber auch via WebRTC im Web­browser, über einen Windows- und Mac-OS-Client sowie mittels Tablet- und Smartphone-App unter Android und iOS zum Einsatz kommen kann.
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