So verwalten Sie Ihre Microsoft-Lizenzen

Die neun Lizenzmodelle für Microsoft-Produkte

von - 01.04.2015
Microsofts Lizenzmodelle sind in erster Linie eines: kompliziert und unüberschaubar. So besteht für Unternehmen jederzeit die Gefahr einer Unter- oder Überlizenzierung. Doch was ist eine Lizenz eigentlich genau? Eine Lizenz für eine Software gibt Ihnen das Recht, diese Software auszuführen. Sie besitzen die Software also nicht, sondern haben lediglich das Recht, sie zu nutzen. Ein Lizenzvertrag, den Sie beim Kauf der Software eingehen, regelt also die Nutzung der Software – etwa auf wie vielen Geräten die Software installiert werden darf oder wie viele Anwender sie nutzen dürfen.
Microsoft regelt seine Lizenzbedingungen im Endbenutzer-Lizenzvertrag, kurz EULA. Das Unternehmen bietet eine Vielzahl an Lizenzmodellen an: vom Retail-Produkt, auch als Full Packaged Product (FPP) bezeichnet, über OEM-Versionen (Original Equipment Manufacturer) für den Erwerb zusammen mit Hardware bis hin zu Volumenlizenzen für Groß­abnehmer.
Wie viele Lizenzen einer Microsoft-Software benötigt werden ist gar nicht so einfach zu beantworten. Das hängt nämlich von der Art der Software ab: So lizenziert Microsoft seine Desktop-Programme wie die Office-Suite pro Gerät. Zudem gibt es aber zum Beispiel die Office-Suite auch als Abonnement, das pro Nutzer lizenziert wird. Bei Entwicklersoftware wie Visual Studio bezahlt man pro Nutzer.
Das Desktop-Betriebssystem Windows lizenziert Microsoft pro Gerät und Kopie. Die Besonderheit bei Windows-Volumenlizenzen: Hierbei ist das Betriebssystem nur als Upgrade-Lizenz verfügbar und man benötigt für jeden Rechner eine Basislizenz von Windows.
Für Server-Betriebssysteme wie Windows Server gibt es ein zusätzliches prozessorbasiertes Lizenzmodell sowie eine Lizenzierung nach Zugriffen.

Produktlizenzierung bei Microsoft im Überblick

Bei Microsoft bestimmt der Einsatzzweck einer Software, wie diese lizenziert wird. So wird eine Desktop-Anwendung wie die Office-Suite anders lizenziert als die Server-Variante von Windows.

Software

Lizenzierungsart

Hinweise

Desktop-Anwendungen,
z. B. Microsoft Office 2013

Lizenzierung pro Gerät

Für jedes Gerät, auf dem die Software installiert wird, muss eine Lizenz erworben werden. Das gilt auch für Geräte, die über Remote Desktop Services (RDS) auf die Software zugreifen. Je nach Volumenlizenz lassen sich weitere Versionen der Software auf dem lizenzierten Gerät und auf einem portablen Zweitgerät nutzen

Desktop-Betriebssysteme,
z. B. Windows 8

Lizenzierung pro Kopie und pro Gerät

Jede Lizenz erlaubt die Nutzung einer Kopie des Systems auf einem Gerät. Bei Volumenlizenzen ist Windows nur als Upgrade-Version verfügbar, sodass grundsätzlich eine Basislizenz für Windows erforderlich ist

Entwickler-Tools,
z. B. Visual Studio

Lizenzierung pro Nutzer

Jeder Nutzer, der die Software einsetzt, benötigt eine eigene Lizenz. Eine Lizenz erlaubt beliebig viele Kopien der Software auf beliebigen Geräten

Online-Dienste,
z. B. Office 365

Abonnementlizenz pro Nutzer

Jeder Nutzer, der auf die Online-Dienste zugreift, benötigt eine Lizenz

Server-Betriebssysteme,
z. B. Windows Server 2012

Lizenzierung pro Prozessor sowie der Zugriffe

Jeder physischer Prozessor, auf dem die Server-Software läuft, muss lizenziert werden. Zugriffe auf den Server werden über zusätzliche Zugriffslizenzen (Client Access Licence, CAL) lizenziert

Server-Anwendungen,
z. B. Microsoft Exchange Server

Lizenzierung der Server sowie der Zugriffe

Für jede Installation auf einem Server ist eine Lizenz erforderlich. Zugriffe auf die Server-Anwendung werden über zusätzliche Zugriffslizenzen (Client Access Licence, CAL) lizenziert

Server-Anwendungen,
z. B. SQL Enterprise Server

Lizenzierung pro Prozessorkern

Es müssen alle Kerne des Prozessors, auf dem die Anwendung läuft, lizenziert werden, mindestens aber vier Kerne pro Prozessor. Zugriffe durch die Nutzer werden nicht gesondert lizenziert

Management-Server-Software,
z. B. System Center

Lizenzierung der verwalteten Geräte (Server und Clients)

Für alle zu verwaltenden Server und Clients sind Lizenzen erforderlich

Insgesamt existieren ganze neun unterschiedliche Lizenzmodelle, die beim Erwerb von Microsoft-Software Anwendung finden. Wie komplex die Lizenzmodelle des Softwareriesen aus Seattle sind, zeigt eine 91-seitige Word-Datei, in der Microsoft die Produktbenutzungsrechte für Volumenlizenzen erläutert.
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