Mobile Heizungen mit IoT-Technik

Riesiger Altbestand

von - 11.04.2019
QioLive Anlagenkontrolle
Heizung goes Internet of Things: Der Vorteil der Qio-Anlagen gegenüber klassischen Anlagen sind die mit einem Cloud-Portal verknüpften Sensoren, die den Betriebszustand überwachen.
(Quelle: Qio)
Qio-Gründer Christian Hahn blickt auf eine Karriere in der Heizungsbranche zurück und kennt daher deren Leistungen, aber auch ihre strukturellen Schwächen. Die überwiegende Mehrheit der deutschen (und europäischen) Zentralheizungen arbeitet mit der Verteilung von Wasser, das zwei Funktionen erfüllt: Wärme für die Zimmer einer Wohnung, große Produktionshallen und ähnliche Räumlichkeiten sowie für die Versorgung mit warmem Wasser. Beide kommen aus der gleichen Quelle, den mit Wasser gefüllten Umlaufanlagen. Ein Ausfall der teilweise recht alten Zentralheizungen, die in vielen Wohnhäusern oft über 30 Jahre in Betrieb sind, ist durchaus nicht selten. In der Vergangenheit waren im Störungsfall vor allem große Energieerzeuger und spezialisierte Heizungsbauer und Handwerker gefragt, sich um die Wiederherstellung zu kümmern - längere Pausen für die Endnutzer waren kaum zu vermeiden. Nachdem entdeckt wird, dass kein warmes Wasser mehr aus der Leitung kommt und die Heizkörper nicht mehr funktionieren, vergeht Zeit, nicht selten viel Zeit.
Qio stößt mit seinem Angebot in diese Lücke und vermietet mobile Wärmeanlagen, die fast sofort eine Übergangslösung bereitstellen. Der Vorteil für Eigentümer oder Mieter liegt auf der Hand: Die erforderliche Wärme für Heizung und Badezimmer wird so lange aus der neuen Quelle geliefert, bis die ursprüngliche zentrale Heizung untersucht, repariert oder ausgetauscht ist.
Christian Hahn
Christian Hahn
Geschäftsführer Qio
https://qio.de
Foto: Qio
„Die Wärmeanlagen werden immer älter, die Handwerksbetriebe, die im Ernstfall einspringen können, immer weniger. Mit unserer IoT-gestützten Technologie sind wir eine Alternative.“
Besondere Zielgruppe sind neben den Eigentümern großer Mietshäuser jene Handwerksbetriebe, die sich auf wassergefüllte Heizsysteme und daran angeschlossene Heizkörper sowie Industrieanlagen spezialisiert haben. Qio ist hier mit einem Sektor konfrontiert, der hoch spezialisierte Leistungen anbietet, aber wie andere Handwerks­betriebe auch oft unter einem Nachwuchsproblem leidet, wie Christian Hahn berichtet.
Die Anforderungen an das Know-how sind einerseits sehr hoch, auf der anderen Seite gilt die Arbeit, die oft unter widrigen äußeren Bedingungen vor Ort auf Baustellen, in Industriebetrieben oder Wohnhäusern bis in den Abend hinein stattfindet, bei vielen jüngeren Leuten als nicht besonders attraktiv. Hinzu kommen lange Anfahrtszeiten und das Arbeiten bei jedem Wetter, gerade auch in der kalten Jahreszeit, in der die Heizungen bei den Kunden nun einmal funktionieren müssen.
Hahn skizziert die Situation seiner Kunden: „In der Handwerkerlandschaft hat sich viel verändert. Es gibt immer weniger selbstständige Betriebe und sie finden kaum Nachwuchs. Dem stehen sehr viele Wärmeerzeugungsanlagen gegenüber, fast jedes Gebäude hat seine eigene Wärmeanlage. Diese Anlagen werden immer älter, während die Handwerksbetriebe, die im Ernstfall einspringen können, immer weniger werden. Mit unserer IoT-gestützten Technologie stellen wir eine Alternative dar.”
Qio liefert an seine Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz verschiedene Typen von mobilen Heizanlagen. Die unterste Stufe bietet eine Art transportable Heizung für bestimmte Aufgaben.
QEZ 24Plus: Die mobile Elektro-Heizzentrale QEZ 24Plus soll wie ein Wärmewerkzeug funktionieren, bei Reparaturarbeiten im Heizungsbereich wie zum Beispiel beim normalen Kesseltausch oder bei plötzlich auftretenden Reparaturarbeiten. Sie verhindert Unterbrechungen der Wärmeversorgung, eignet sich aber auch für den Einsatz zur normgerechten Estrichtrocknung oder bei der Inbetriebnahme von Wärmepumpen, wie es bei Qio heißt.
QHZ 150: Die mobile Heizzentrale ist mit Heiz-, Mess- und Regelungstechnik versehen, einschließlich der Erfassung und Überwachung aller relevanten Betriebsdaten. Diese Mobil-Heizung ist laut Qio „mit einem geregelten Heizkreis sowie einem zusätzlichen Heizkreis zur Trinkwassererwärmung ausgestattet“. Das Online-Monitoring QioLive gehört zur serienmäßigen Ausstattung.
QHZ 350: Der Allrounder mit 350 kW ist ebenfalls mit QioLive ausgestattet. Die Steuerung erfolgt über den bedienungsoptimierten Qio-Schaltschrank. Neben dem Stromanschluss ist der Anlagenbetrieb optional auch mit Erdgas oder Flüssiggas möglich.
QHZ 600: Die QHZ 600 ist für Großobjekte oder industrielle Anforderungen konzipiert. Ein Abgasschalldämpfer zur Geräuschreduzierung ist serienmäßig im Lieferumfang ent­halten. Optional ist der Anlagenbetrieb auch mit Erdgas oder Flüssiggas möglich. QioLive zählt als zentrales Element ebenfalls zur Ausstattung.
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