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Das IoT in der Blockchain

Ethereum als Basis

von - 11.06.2017
Share-&-Charge-App: Rund um München finden sich bereits zahlreiche Ladesäulen, an denen Fahrer ihre Elektroautos mit Unterstützung der Blockchain laden können.
(Quelle: Innogy)
Technisch basiert das Framework von Slock.it auf der Ethereum-Blockchain. Die dezentrale Plattform wird von einer Stiftung in der Schweiz vorangetrieben, die im Rahmen einer Crowdfunding-Kampagne finanziert wurde, bei der mehr als 18 Millionen Dollar eingesammelt werden konnten. Ethereum verfügt über eine eigene Krypto-Währung namens Ether. Ende April 2017 betrug die Marktkapitalisierung dieser Ether nach Angaben der Webseite CoinMarketCap bereits knapp 6,3 Milliarden Dollar. Bitcoin bringt allerdings noch mehr Geld auf die Waage. Hier waren im April 21,5 Milliarden Dollar im Umlauf.
Nach Aussage von Jentzsch ist Ethereum „eine Art Weltcomputer, der vieles möglich macht“. Neben den Ether bietet Ethereum deutlich mehr: Ethereum ist eine Plattform zum Ausführen der Smart Contracts. Damit lassen sich Verträge technisch abbilden und mit der Blockchain verknüpfen. Slock.it hat beispielsweise den Smart Contract „The DAO“ (Dezentralisierte autonome Organisation) entwickelt und in die Ethereum-Blockchain implementiert. The DAO soll eine autonome und automatisierte Investmentfirma sein, die ohne konventionelle Entscheidungsgremien wie einen Vorstand auskommt. The DAO zeigt aber auch die Schwierigkeiten, mit denen die junge Blockchain-Branche noch zu kämpfen hat: Im Sommer 2016 war es einem Unbekannten gelungen, durch einen Fehler im Smart Contract rund 3,6 Millionen Ether unbrauchbar zu machen. Es soll ein Schaden von mehr als 65 Millionen Euro entstanden sein.
Ein weiteres Beispiel für einen Smart Contract, der in Ethereum integriert wurde und von Slock.it genutzt wird, ist Uport. Das Unternehmen entwickelt eine weltweite Identitätslösung auf Basis der Blockchain, bei der die Nutzer Herr über ihre Daten bleiben sollen. Slock.it will die Uport-Dienste verwenden, damit sich die Nutzer am System anmelden können. Das hat laut Firmengründer Jentzsch den großen Vorteil, dass Slock.it keine eigene Identitätslösung entwickeln muss.
Auf die Zukunft an­gesprochen, zeigt sich Jentzsch optimistisch. Man habe sehr viele Anfragen von großen Konzernen.
Enterprise Ethereum Alliance
Ende Februar dieses Jahres wurde die Enterprise Ethereum Alliance (EEA) ins Leben gerufen. Sie soll den professionellen Einsatz der Blockchain fördern und vorantreiben.
Die Enterprise Ethereum Alliance wird unter anderem von IT-Riesen wie Microsoft und Intel, Großbanken wie Credit Suisse und Banco Santander sowie Consulting- und Investment-Firmen wie Accenture und J. P. Morgan unterstützt. Die teilnehmenden Unternehmen wollen an neuen Standards sowie einer Referenzarchitektur mit dem Namen EntEth 1.0 arbeiten.
EntEth 1.0 wird auf Ethereum und den dort implementierten Smart Contracts basieren. Zu den Zielen der Allianz gehören auch Verbesserungen beim Datenschutz, bei der Vertraulichkeit und der Skalierbarkeit von Lösungen, die Ethereum als Grund­lage haben. Nach Ansicht von Vitalik Buterin, Erfinder und Chef­entwickler von Ethereum, wird die EEA eine wichtige Rolle bei der Standardisierung und dem Einsatz in Ethereum im Unternehmensbereich spielen. Das ist auch nötig. Laut Roland Berger sind bislang fehlende einheitliche Standards eine der größten Hürden, die für die Blockchain noch zu überwinden sind.
Weitere Informationen über die EEA finden sich auf der Webseite www.entethalliance.org.
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