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UEFI – das bessere BIOS

Wozu brauche ich UEFI?

von - 02.07.2011
UEFI benötigen Sie vor allem dann, wenn Sie von einer Festplatte booten wollen, die größer als 2 TByte ist, oder wenn Sie den Boot-Prozess von Win-dows deutlich beschleunigen wollen.

Warum bootet UEFI schneller?

Rund die Hälfte der gesamten Boot-Zeit eines PCs wird vom BIOS belegt. Während dieser Zeit initialisiert das BIOS nacheinander die CPU, den Arbeitsspeicher, den Chipsatz, die Grafikkarte, die Festplatte, das DVD-Laufwerk und alle anderen Systemkomponenten. Dabei finden teilweise Funktionsprüfungen der Hardware-Komponenten statt. Am Ende sucht das BIOS auf den Laufwerken in der angegebenen Startreihenfolge nach dem Bootloader. Bei Festplatten befindet er sich im Master Boot Record (MBR).
UEFI bootet Windows schneller: Bei PCs mit UEFI wird statt der Festplatte der Bootloader Windows Boot Manager als Startlaufwerk eingetragen. Dadurch startet Windows schneller.
UEFI bootet Windows schneller: Bei PCs mit UEFI wird statt der Festplatte der Bootloader Windows Boot Manager als Startlaufwerk eingetragen. Dadurch startet Windows schneller.
Wenn hingegen ein UEFI-PC gestartet wird, findet der BootVorgang in drei Schritten statt. Nach dem Einschalten des PCs startet im ersten Schritt die Pre-EFI Initialization (PEI). Dabei werden die Hauptkomponenten des PCs — CPU, RAM und Chipsatz — eingeschaltet. Im zweiten Schritt wechselt der PC in das Driver Execution Environment (DXE). In diesem Zustand werden parallel die Treiber für die Hardware-Komponenten eingebunden, die Windows anschließend übernimmt. In der dritten Phase wird das Betriebssystem gestartet. Da UEFI weiß, welches das Startlaufwerk ist, entfällt die zeitintensive Suche nach dem Bootloader — Windows wird sofort gestartet. Statt des Startlaufwerks wird also nur noch der Bootloader von Windows angegeben.

Hat UEFI auch Nachteile?

Da UEFI noch nicht lange auf dem Markt ist, sind die Nachteile noch nicht voll abschätzbar. Es lassen sich jedoch Aussagen über verschiedene Funktionen treffen, die in UEFI bereits angelegt sind und integriert werden könnten.

So soll es möglich sein, ein digitales Rechtemanagement in UEFI zu implementieren, das für die Durchsetzung von Urheberrechten verwandt werden könnte.

Außerdem soll — so sagen Experten — die Netzwerkfunktionalität von UEFI ein Sicherheitsrisiko darstellen. Sie ließe sich beispielsweise dazu benutzen, um unbemerkt Daten vom Betriebssystem zu entwenden und über das Netzwerk zu verschicken.

Gibt es Alternativen zu UEFI?

Schon seit Längerem gibt es Bestrebungen, das betagte BIOS zu ersetzen. Die bekannteste Alternative ist Coreboot — ehemals Linux BIOS. Es handelt sich dabei um ein Open-Source-Projekt. Jeder kann sich den Quellcode herunterladen und theoretisch ein eigenes BIOS erstellen. Coreboot unterstützt rund 230 Mainboards. Eine Liste der unterstützten Plattformen finden Sie unter www.coreboot.org.

Welche Betriebssysteme unterstützen UEFI?

Alle 64-Bit-Versionen von Windows ab Vista mit Service Pack 1 sind vollständig mit UEFI kompatibel. Auch Linux unterstützt UEFI seit Kernel 2.6.25. Dafür ist allerdings ein Bootloader wie Elilo oder Grub2 nötig.

Und was ist mit Windows XP?

Eigentlich unterstützt ein 32-Bit-Win­dows kein UEFI. Mit einem Trick arbeitet aber auch XP mit UEFI zusammen. Mit Hilfe einer BIOS-Emulation lassen sich nämlich auch 32-Bit-Systeme auf einem PC mit UEFI installieren. Alle derzeit verfügbaren Mainboards enthalten so eine BIOS-Emulation — auch Compatibility Support Module (CSM) genannt.
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