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Hybridfestplatte oder SSD?

SSHDs sind lauter und schreiben langsamer als SSDs

von - 10.02.2014
Kontroller: Insgesamt ist der Aufbau einer SSHD identisch mit dem einer normalen Festplatte. Der Flash-Speicher wird einfach zur Platine der Hybridfestplatte hinzugefügt.
Kontroller: Insgesamt ist der Aufbau einer SSHD identisch mit dem einer normalen Festplatte. Der Flash-Speicher wird einfach zur Platine der Hybridfestplatte hinzugefügt.
Solid State Drives bestehen ausschließlich aus Flash-Speicher. Deshalb können SSDs auch vollständig auf bewegliche Teile verzichten. Wo nichts rotieren oder schwenken muss, da entstehen folglich auch keine Betriebsgeräusche.
In Festplatten und somit auch in SSHDs, die ebenfalls über Magnetspeichertechnik verfügen, drehen sich hingegen Metallplatten, auf denen die Daten gespeichert sind. Außerdem bewegt sich ein Schwenkarm mit den Schreib- und Leseköpfen vor und zurück. Das führt bei SSHDs zu deutlich hörbaren Arbeitsgeräuschen, die auf dem gleichen Niveau wie bei Festplatten liegen.
Aus den beweglichen Teilen ergibt sich auch ein weiterer Nachteil: der der eingeschränkten Mobilität. Denn SSHDs sind genauso wie Festplatten nur in einem geringen Maß vor Erschütterungen geschützt. Ist der Stoß gegen das Notebook oder das PC-Gehäuse zu heftig, dann kann der Schreib- und Lesekopf auf die Plattenoberfläche schlagen, was zu einem Datenverlust führt.

SSHDs schreiben langsam

SSDs erreichen enorm hohe Schreib- und Leseraten von über 500 MByte/s und könnten sogar noch schneller sein, wenn sie nicht durch den SATA-III-Anschluss begrenzt würden. Festplatten schaffen in der Regel nur ungefähr 100 MByte/s, egal ob sie an einem SATA-II- oder einem SATA-III-Anschluss hängen.
Flash-Speicher kann nur gelesen werden: Wenn Sie Dateien speichern, dann landen sie ohne Umweg auf der Festplatte. Nur beim Lesevorgang kommt der zusätzliche Flash-Speicher ins Spiel. Eine Hybridfestplatte beschleunigt das Schreiben also nicht.
Zwar liegt die Vermutung nahe, dass SSHDs als Mischung aus SSD und Festplatte ähnliche Bestleistungen erreichen könnten wie SSDs, dieses Ziel wird aber weit verfehlt. Im Gegenteil, die Datenraten beim Schreiben und Lesen liegen bei den Hybridfestplatten von Seagate nur auf dem Niveau einer normalen Festplatte. Toshibas Hybridfestplatten erreichen zwar durchaus Leseraten von bis zu 200 MByte/s, beim Schreiben bleiben die Datenraten aber ebenfalls auf Festplattenniveau.
Dass die Schreibraten so gering sind, ist leicht nachvollziehbar. Denn beim Schreiben wird der in der SSHD verbaute Flash-Speicher gar nicht angetastet. Die Daten landen stattdessen direkt auf den Magnetplatten.
Der Flash-Speicher kommt lediglich beim Lesen von Daten zum Einsatz, und das auch nur dann, wenn die zu lesenden Daten zuvor in den Flash-Speicher kopiert wurden. Andernfalls werden die Daten direkt von der Plattenoberfläche gelesen, weshalb die Leseraten wieder auf Festplattenniveau sinken.
Bei SSDs werden die Daten direkt auf den Flash-Speicher geschrieben. Deshalb werden nicht nur Lese-, sondern auch Schreibzugriffe sehr schnell abgewickelt.

SSHDs lesen nicht immer schnell

Hybridfestplatten sind nur dann schnell, wenn sie sich zuvor auf das Windows eingestellt haben, das auf dem PC installiert ist. Dann können sie den Windows-Start allerdings erheblich beschleunigen, wodurch Windows fast genauso schnell gebootet wird wie von einer SSD.
Seagates Hybridfestplatten protokollieren dazu nach dem Einschalten des PCs die ersten 45 Sekunden Aktivität. Diese Zeit reicht normalerweise aus, um Windows vollständig zu starten. Die Dateien, die in dieser Zeit geladen werden, kopiert die SSHD dann in den Flash-Speicher und hält sie dort für den nächsten Windows-Start vor.
Der Effekt: Beim nächsten Start von Windows können die für den Start wichtigen Dateien aus dem deutlich schnelleren Flash-Speicher gelesen werden. Die Startzeit verkürzt sich damit erheblich.
Um Programmstarts zu beschleunigen, nutzt der Kontroller der Hybridfestplatten verschiedene Methoden, um die benötigten Daten vorhersagen zu können. Seagate nennt das Adaptive Memory Technology. Je häufiger ein Programm zum Einsatz kommt, desto schneller startet es, weil die beim Progammstart angeforderten Dateien im Flash-Speicher liegen.
Aber hier gibt es Grenzen. Der nur 8 GByte kleine Flash-Speicher in den Hybridfestplatten reicht nicht aus, um alle wichtigen Daten dauerhaft vorhalten zu können.
Dieses Problem gibt es bei SSDs nicht. Die gesamte SSD besteht aus Flash-Speicher. Alles, was darauf gespeichert ist, wird also mit der gleichen hohen Datenrate gelesen.
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