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Bauzentrum Kömpf

Mit Kompetenz und Service gegen Amazon

von - 05.03.2019
Bauzentrum Kömpf
Foto: Bauzentrum Kömpf
Der schwäbische Baustoffhändler zeigt, wie man sich als Nischenanbieter positioniert. In den Wettbewerb tritt Kömpf im DIY-Bereich auch mit dem E-Commerce-Riesen Amazon.
Ein aktuelles Thesenpapier des IFH Köln und der HSH Nordbank zeigt: Der Handlungsdruck in der Do-it-yourself-Branche (DIY) wächst. Der E-Commerce-Riese Amazon ist bereits bei mehr als jedem zweiten Online-Kauf im DIY-Bereich Bestandteil der Customer Journey und kann eine Konversionsrate von 76 Prozent verbuchen. Baumärkten droht die Gefahr, die Funktion als erste Anlaufstelle bei DIY-Kunden zu verlieren. Um weiter im Markt zu bestehen, sind neue Geschäftsmodelle und Differenzierungsmerkmale gefordert.
Im schwäbischen Calw will sich das 1934 gegründete und noch immer inhabergeführte Bauzentrum Kömpf nicht kampflos dem E-Commerce-Riesen Amazon ergeben. Die wichtigste Waffe gegen den Allesverkäufer aus den USA lautet: Kompetenz und Service. Statt alle Produkte über einen großen Online-Shop zu verkaufen, setzt das Unternehmen lieber auf 28 verschiedene Nischen-Shops. Wer sich einen Teich in den eigenen Garten bauen möchte, wird auf Oase-teichbau.de abgeholt, wer seinen Zaun renovieren muss, wird auf Mein-zaunshop.de beraten. Es gibt eigene Online-Shops für Fliesen, Garagentore, Grills, Bäder, Gartenpflege oder Workwear. Zudem betreibt Kömpf Marken-Shops für die Marken Weka, Karibu, Wolf Finnhaus und Skan Holz. Der größte Shop ist der Garten-Shop Mein-gartenshop24.de.
Wolfgang Kömpf
Wolfgang Kömpf
Geschäftsführer Bauzentrum Kömpf
www.koempf24.de
Foto: Bauzentrum Kömpf
„Ein Saunaduftöl kann jeder verschicken. Wir müssen schauen, was Amazon nicht so gut kann.“
„Wir haben uns vor Jahren bewusst für die Nischen-Shops entschieden, weil man damit mehr Kompetenz vermittelt“, berichtet Geschäftsführer Wolfgang Kömpf. Allerdings muss man so auch mehr Aufwand betreiben, damit Kunden, die einmal ein gutes Einkaufserlebnis in einem Online-Shop hatten, ihren nächsten Kauf wieder in einem Kömpf-Shop tätigen. Dies versucht Kömpf beispielsweise, indem alle Shops im Footer oder über die Seite Koempf24.de miteinander verlinkt sind. Darüber hinaus funktioniert die auf Fact-Finder basierende Shop-Suche shopübergreifend.

28 Shops auf einen Schlag

Alle Shops basieren auf der gleichen Software und den gleichen Templates. Vor Kurzem wurden sämtliche Auftritte vom Shopsystem Magento auf Spryker umgestellt. Magento sei nach der Umstellung des Preismodells finanziell nicht mehr attraktiv gewesen. Zudem sei das System ein bisschen wie eine eierlegende Wollmilchsau, die zwar alles kann, aber eben alles auch nicht ganz so gut. Unter dem modular angelegten Spryker nutze man jetzt etwa das Content-Management-System Neos, das um ein Vielfaches besser arbeite.
Und ein gutes Content-Management-System ist für den USP der 28 Kömpf-Shops wichtig. Denn das Unternehmen investiert viel Zeit und Manpower, um Kunden mit gutem Content zu beraten und zu binden. Das fängt schon damit an, dass es für jeden Shop einen Produktmanager gibt, der für seinen Sortimentsbereich brennt und sich unter anderem um die
Kategorisierung im Shop und das Einpflegen neuer Produkte kümmert. Darüber hinaus widmen sich zwei Kollegen in Vollzeit mit einer wechselnden Zahl von Aushilfen oder Dienstleistern wie Mylittlejobs ausschließlich der Produktion von Content. Produktmanager oder Fachberater stehen zusätzlich über Youtube-Videos zur Verfügung. Und seit Anfang letzten Jahres publiziert Kömpf ein eigenes gedrucktes Magazin, das zweimal jährlich in einer Auflage von bis zu 60.000 Exemplaren allen Bestellungen beigelegt wird.
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