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High-Tech-Drohnen im kommerziellen Einsatz

Drohnen im Profi-Einsatz

von - 26.02.2020
Deutsche Bahn Skyports
Bahn-Drohne: DB Digital Ventures ist beim Start-up Skyports eingestiegen, um die Vernetzung von Schiene, Lieferdrohnen und Flugtaxis zu testen.
(Quelle: Deutsche Bahn)
Es verwundert nicht, dass sich im Rahmen des Drohnen-Booms immer mehr etablierte Unternehmen in diesem Bereich engagieren. So beteiligte sich erst jüngst DB Digital Ventures, ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn, das digitale Geschäftsmodelle fördert, an Skyports. Das britische Unternehmen hat sich auf den Transport von Passagieren und Waren mit innovativen Fluggeräten spezialisiert. Die Idee der Bahn: Zusammen mit Skyports möchte man die Einbindung von Drohnen in Logistik-Lieferketten testen, um so zum Beispiel die Schiene mit Lieferdrohnen und Flugtaxis zu vernetzen. Damit sollen Warentransporte schneller, flexibler und effizienter werden.
Die meisten professionell eingesetzten Drohnen kommen nach Angaben des Verbands unbemannte Luftfahrt derzeit für die Vermessung zum Einsatz. Und das aus einem einfachen Grund: Der Markt für Vermessungen ermöglicht nur sehr niedrige Gewinnmargen. Drohnen helfen hier, Zeit zu sparen und die Produktivität zu steigern. „In der Vermessung sind Drohnen jetzt schon nicht mehr wegzudenken, da sie binnen kurzer Zeit viele Daten mit einer hohen Genauigkeit aufnehmen können“, resümiert Samuel Flick von Microdrones.
Von einem flächendeckenden Einsatz in der Geodäsie möchte Robert Schmidkonz allerdings noch nicht sprechen. Die Vermessung mittels Verfahren wie Fotogrammetrie und Laserscanning sei allenfalls erst teilweise etabliert. „Ursächlich hierfür sind sicherlich die derzeit noch recht hohen Investitionen und die akkubedingt kurzen Flugzeiten.“ Die Akkulaufzeit ist seiner Erfahrung nach allgemein noch ein großes Thema im Drohnenmarkt und stelle sich besonders außerhalb von „nur Foto- oder Videodrohnen“ als problematisch dar. Als Beispiel nennt Schmidkonz den Drohneneinsatz bei Rettungskräften: „Eine maximal mögliche Flugzeit von ein paar Minuten ist für eine Feuerwehr im Einsatz nur schwer akzeptabel.“ Doch es gebe bereits kompakte Lösungen mit bis zu einer Stunde Flugzeit, um Rettungseinsätze mit Wärmebildkamera, Bioradarsensor oder Gasmessgerät effizient unterstützen zu können.
Bei Feuerwehren reicht der Einsatz von Drohnen von der Erkundung und Beobachtung über die Dokumentation bis hin zur Personensuche und Gefahrstoffmessung. Der große Vorteil liegt darin, dass Drohnen in Bereiche vordringen können, die für Menschen zu gefährlich oder unzugänglich sind. Welchen Nutzen eine Feuerwehr-Drohne bei der Erkundung haben kann, zeigte der Großbrand eines Galvanikbetriebs im nordrhein-westfälischen Warstein. Wie die Fachzeitschrift „Feuerwehr-Magazin“ berichtet, forderte die örtliche Feuerwehr Unterstützung von der Feuerwehr Werl an, die über eine Drohne verfügt. Es wurde eine Hallenwand geöffnet, damit die Drohne ins Innere fliegen konnte. Ein Statiker konnte anhand der Aufnahmen des Fluggeräts den Zustand der Stahlträger prüfen und so die Einsturzgefahr der Halle einschätzen.
Neben den beschriebenen Beispielen leisten Drohnen in etlichen weiteren Bereichen gute Dienste. „In vielen Indus­trien können Drohnen für Unternehmen zahlreiche Aufgaben und Prozesse in kürzerer Zeit, mit höherer Präzision und geringeren Kosten erledigen als es bisher möglich war“, konstatiert Cecilia Natalia Hage, PR & Communications Lead beim Drohnenanbieter Parrot.
Quadrocopter, Hexacopter, Octocopter - was ist was?
Es gibt bei Drohnen mittlerweile diverse Bauformen. Sie unterscheiden sich hauptsächlich in der Zahl der Rotoren, die die Drohne abheben lassen.
Die unbemannten Flugsysteme können sowohl vom Menschen gesteuert als auch autonom fliegen. Zivil genutzte Drohnen, sowohl privat als auch kommerziell, gibt es hauptsächlich als Multicopter - also mit mehreren Rotoren. Multicopter ist der Sammelbegriff für alle Drohnen mit mehr als einem Rotor.
Quadrocopter ist, wie der Name nahelegt, die Bezeichnung für eine Drohne mit vier Rotoren. Ein Hexacopter ist dementsprechend mit sechs Rotoren ausgestattet, ein Octocopter mit acht. Je größer die Zahl an Rotoren, desto komplexer die Drohne. Dafür ist in der Regel mit zunehmender Rotoranzahl ein Aufsteigen mit höheren Nutzlasten möglich. Ein weiterer Vorteil: Wenn ein Rotor ausfällt, ist meist weiterhin ein sicheres Landen möglich.
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