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Szenarien für die Arbeit der Zukunft

IT-Anforderungen steigen

von - 01.10.2018
Heute bezeichnet nur ein Viertel der Führungskräfte die Computerausstattung am Arbeitsplatz als „exzellent“. Die IT-Abteilungen sind zwar bemüht, Verbesserungen an der In­frastruktur zu leisten, sind aber gleichzeitig gezwungen, die bereits vorhandenen und geschäftskritischen Systeme am Laufen zu halten.
Bessere Ausstattung privater Smartphones als Firmengeräte
Quelle: BT
In der Umfrage gaben 76 Prozent der IT-Entscheider an, dass die Mitarbeiter oft nicht verstehen, wie schwierig es ist, die eigene IT-Landschaft in Betrieb zu halten. So wird durch die Bereitstellung von mehr digitalen Services die Aufgabenliste der IT-Abteilung immer länger.
Aktuell verfolgen die IT-Leiter konkrete Projekte, die laut Nicola Millard mehrheitlich auf die fünf Bausteine zur Steigerung der Produktivität abzielen: Zwei Drittel (65 Prozent) entwickeln mobile Apps, mit denen interne Business-Systeme und Prozesse auch von unterwegs genutzt werden können. Die Hälfte modernisiert die Videokonferenzsysteme. Und nochmals jeder zweite IT-Leiter implementiert aktuell Lösungen aus der Cloud für die bessere Zusammenarbeit der Mitarbeiter innerhalb des Unternehmens.

Umlernen ist angesagt

Auf die Belegschaft kommen durch Künstliche Intelligenz und die Digitalisierung generelle Veränderungen in ihren Tätigkeiten zu. Wie Millard sagt, müssen Mitarbeiter heute nicht mehr zwingend alles Wissen der Welt kennen. Das lässt sich googeln.
Allerdings gehört das Methodenwissen, wie und wo Informationen zu finden sind, durchaus zu den notwendigen Kompetenzen künftiger Wissensarbeiter.
Bei vielen Jobs der Zukunft geht es um viele Daten. Dabei ist Millard zufolge hauptsächlich das Verständnis für den Inhalt der Datensätze gefragt und weniger die Analytik. Denn die Auswertungen könnten ebenfalls automatisiert werden.
Für die Interpretation dieser automatisiert ausgewerteten Ergebnisse ist dann wiederum der menschliche Sachverstand erforderlich.
Eine weitere Fähigkeit des Wissensarbeiters der Zukunft ist die des Geschichtenerzählers. Eine Technologie wie Blockchain ist sehr komplex. Die Menschen müssen die Technologie aber verstehen, wenn sie diese einsetzen sollen – sowohl im Beruf als auch privat.
Dafür braucht es Mitarbeiter, die die Funktionsweise anschaulich erklären können, sagt die Expertin.
BT Chris
Chris, die „Schwarmintelligenz“: Er wird gelegentlich für seine Problemlösungen bezahlt, aber er bekommt viele andere Vergünstigungen von Firmen.
Foto: BT
Jobprofile der Zukunft
Menschlicher Intellekt wird dann gebraucht, wenn Computer an Grenzen stoßen. Das ist häufig der Fall.
Die Künstliche Intelligenz vernichtet Arbeitsplätze – so lautet die landläufige Meinung. BTs Head of Customer Insights & Futures, Nicola Millard, skizziert vier Stellenprofile, die aufgrund von Computer-Intelligenz bald neu entstehen könnten.
Chris, die „Schwarmintelligenz“
Chris liebt es, Menschen zu helfen und Probleme zu lösen. Er ist ein technischer Berater, der gut in der Gig-Economy lebt, aber gleichzeitig häufig in sozialen Netzwerken und Foren unterwegs ist, um andere Leute bei ihren Problemen zu unterstützen. Chris wird gelegentlich für seine Problemlösungen bezahlt, aber er bekommt viele andere Vergünstigungen von Firmen, für die er „arbeitet“ . Chris ist daneben Teilnehmer diverser Kunden-Panels, da das Einbeziehen von Kunden in Innovation für viele Organisationen immer wichtiger wird. Er erhält so exklusiven Zugang zu Beta-Tests. Chris mag es, selbstständig gefundene Pro­bleme an der richtigen Stelle zu platzieren und Verbesserungsvorschläge zu bringen.
Natalie, die Verhandlerin
Natalie arbeitet gemeinsam mit Experten an besonders herausfordernden Kontakten. Sie hat eine Ausbildung im sozialen Bereich absolviert und ist äußerst kommunikationsstark, aber auch geduldig und eine gute Zuhörerin. Natalie greift komplexe Kundeninteraktionen auf, bei denen einfache und regelbasierte Verhandlungen nicht funktionieren. Sie weiß, dass der Schlüssel zum Verhandeln allseits akzeptabler Ergebnisse darin liegt, dass sie offen, einfühlsam und flexibel vorgeht. Gleichzeitig weiß sie auch, wo jeweils die Grenzen des Unternehmens sind. Nun versucht sie, Gemeinsamkeiten mit den Kunden zu finden. Dafür will sie verstehen, was der Ausgangspunkt für die Kunden ist. Dann ist sie zwar offen für Vorschläge, aber auch selbstbewusst genug, wenn die Kunden zu viel verlangen.
Paula, die Problemlöserin
Paula liebt Probleme. Ihre Aufgabe ist es, Kunden, die durch die Prozesslücken gefallen sind, zu übernehmen und ihre Aufträge zu verwalten. Dabei fungiert Paula als zentrale Anlaufstelle: Sobald sie die Kunden übernommen hat, können sie über beliebige Kanäle mit ihr in Kontakt treten. Anschließend hilft sie bei der Navigation durch das Labyrinth der internen Prozesse, beim Treffen von Entscheidungen und arbeitet mit externen Experten an einer Lösung, die sowohl für die Kunden als auch für die Organisation funktioniert.
Tony, der Technikmeister
Tony ist ein erfahrener Ingenieur, der seine Karriere hinter sich hat. Da er mit 71 noch nicht in den Ruhestand gehen mag, nutzt er seine Fähigkeiten und sein Know-how, um komplexe technische Probleme zu lösen. Alles, was er braucht, ist eine Netzwerkverbindung, sodass er einen Großteil seiner Arbeit flexibel von zu Hause aus erledigen kann. Tony hat sein Leben lang mit Kunden zusammengearbeitet und weiß ganz genau, wie man mit ihnen am besten spricht. So wird er noch oft gebeten, diese Fähigkeiten seinen Technikkollegen weiterzuvermitteln. Denn künftig müssen alle Experten wissen, wie sie Kunden richtig ansprechen, anstatt sie mit ihrem Know-how zu blenden. Tony ist oftmals in Gespräche über mehrere Kanäle eingebunden – einschließlich Telefon, Video, Chat und soziale Medien. Ein Lernalgorithmus alarmiert ihn, wenn eines seiner Themen in Foren oder sozialen Netzen besprochen wird. Dann kann er wählen, ob er sich an der Konversation beteiligt oder nicht. Andere Algorithmen erkennen Muster in unstrukturierten Daten und alarmieren Tony, damit er Probleme identifizieren kann, zum Beispiel Hackerangriffe.
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