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Aufs Digital-Know-how der Mitarbeiter kommt es an

Digital Dexterity

von - 05.08.2019
Fortbildungstage
(Quelle: Bitkom Research )
Eine der Antworten auf die Herausforderungen der digitalen Transformation haben Analysefirmen wie Gartner, PwC und Capgemini „Digital Dexterity“ getauft. Der Begriff bezeichnet die Gesamtheit aller Fähigkeiten von Menschen und Organisationen, sich an neue Technologien anzupassen, um bessere Geschäftsergebnisse anzustreben und zu erzielen. Die zum Erreichen von Digital Dexterity nötigen Digitalkompetenzen umfassen daher nicht nur den sicheren Umgang mit digitalen Geräten und Anwendungen, sondern vor allem auch die Bereitschaft und das Imstandesein, sich bei Bedarf immer wieder aufs Neue mit unbekannten digitalen Technologien vertraut zu machen.
Mitarbeiter mit einem hohen Maß an dieser „digitalen Fingerfertigkeit“ sind laut Gartner 3,3-mal häufiger in der Lage, nützliche digitale Initiativen schnell zu starten und abzuschließen als ihre Kollegen mit geringerer digitaler Fingerfertigkeit. Noch ist diese Gruppe aber eine kleine Minderheit: Gartner zufolge machen solche Mitarbeiter bislang gerade einmal 9 Prozent der gesamten Belegschaft aus. Das ergab die Studie „Digital Dexterity at Work“ vom Oktober 2018.

Lebenslanges Lernen

Die Erkenntnis, dass Digitalkompetenzen an Bedeutung gewinnen, setzt sich in den Unternehmen aber mehr und mehr durch. Das stellt die Studie „Weiterbildung für die digitale Arbeitswelt“ fest, die Bitkom Research im Auftrag des Dachverbands VdTÜV durchgeführt hat. Während in der gleichen Untersuchung 2016 lediglich 4 Prozent der Befragten Digitalkompetenz als die wichtigste Fähigkeit von Mitarbeitern
einstuften, war es 2018 fast schon jedes fünfte Unternehmen (18 Prozent).
Je größer das Unternehmen, desto höher fällt dabei die Wertschätzung digitaler Kompetenzen aus. Mehr als ein Drittel der Großunternehmen in Deutschland (35 Prozent) hält Digitalkompetenz für die wichtigste Fähigkeit seiner Mitarbeiter und damit für bedeutender als fachliche oder soziale Kompetenzen. Beinahe alle halten Digitalkompetenzen zumindest für genauso wichtig.
Hindernisse für die digitale Fortbidung
(Quelle: Bitkom Research für VdTÜV (n = 504) )
Das Thema Weiterbildung habe in Unternehmen „grundsätzlich einen großen Stellenwert“, resümiert Bitkom Research. 90 Prozent der befragten Unternehmen bezeichnen die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter als „wichtig oder sogar sehr wichtig“. Und auch die Bereitschaft, Zeit und Geld aufzuwenden, ist grundsätzlich vorhanden. Gut jedes zweite Unternehmen (54 Prozent) will im laufenden Jahr seine Investitionen in die Weiterbildung der Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr steigern, 37 Prozent wollen sie zumindest unverändert belassen, nur 4 Prozent wollen kürzen.
Mitarbeiter, die ihr Digital-Know-how verbessern wollen, erhalten auch Unterstützung: Bemerkenswerte 41 Prozent der Unternehmen gaben an, ihren Beschäftigten sowohl „die notwendige Zeit“ dafür zu gewähren als auch die Kosten zu übernehmen. 2016 waren es erst 13 Prozent. Ein Viertel der Unternehmen will die Kosten für Fortbildungen tragen, 16 Prozent stellen zumindest die Arbeitszeit zur Verfügung. Nur etwa jedes siebte Unternehmen (15 Prozent) will weder die Kosten übernehmen noch die Arbeitszeit dafür zur Verfügung stellen.
Sehr viel Zeit ist es aber nicht, die Mitarbeiter für die berufliche Fortbildung aufwenden dürfen. Im Schnitt sind es pro Jahr gerade einmal 2,3 Tage. Vier von zehn Unternehmen räumen ihrer Belegschaft ein bis zwei Weiterbildungstage ein, jedes dritte Unternehmen (32 Prozent) drei bis fünf Tage. Mehr als fünf Tage sind lediglich in 5 Prozent der Unternehmen üblich.
Weniger erfreulich ist auch, dass nicht einmal die Hälfte der Unternehmen (43 Prozent) eine Strategie zur Erlangung oder Vertiefung der digitalen Kompetenzen der Belegschaft schriftlich festgehalten hat. Und ein festes Budget für die Schulung der Digitalkompetenzen gibt es bisher nur bei rund 22 Prozent der Unternehmen. Drei von vier haben keine Mittel für diesen Zweck fest verplant.
Als wichtigste Hürden für Weiterbildung nannten die Unternehmen zu wenig Zeit (52 Prozent) und zu hohe Kosten beziehungsweise zu geringe Budgets (42 Prozent). Erschwert werden Fortbildungsaktivitäten auch durch die „Unübersichtlichkeit des Weiterbildungsmarktes in Deutschland“, wie Bitkom moniert. Nahezu jedes dritte Unternehmen (27 Prozent) könne deshalb die Qualität der Angebote rund um digitale Kompetenzen nicht beurteilen.
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